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Kein größeres Gedränge in Oberursel.

Betreiberwechsel im Taunus

Vordertaunus: Das große Chaos blieb aus - Bus-Nutzer vorbereitet

Schüler die nicht zur Schule kommen, Arbeitnehmer, die es nicht pünktlich zum Job schaffen – und jede Menge schlechte Laune: Der Betreiberwechsel und das daraus resultierende Chaos im Busverkehr hat in den vergangenen Tagen für Gesprächsstoff gesorgt. Allein am vergangenen Wochenende fielen wieder Hunderte Fahrten aus. Und für den gestrigen Montagmorgen war ebenfalls mit vielen Ausfällen zu rechnen. TZ-Reporter Sven-Sebastian Sajak hat sich am Oberurseler Bahnhof und in Steinbach umgesehen und sich umgehört.

Montagmorgen, 7 Uhr, Bahnhof Oberursel. Nach dem Chaos vom Wochenende schien es gestern, dass die Fahrgäste auf die (mittlerweile angekündigten) Ausfälle zahlreicher Buslinien besser vorbereitet waren. Keine überfüllten Haltestellen und rundum entspannte Gesichter. Kein Wunder: Wer die Möglichkeit hatte, war nämlich direkt aufs Auto umgestiegen, um zur Schule, zur Ausbildungs- oder zur Arbeitsstelle zu kommen. Das war auch klug, denn nach Angaben der Deutschen Bahn, der Mutter des Busbetreibers DB Busverkehr Hessen (BVH), fielen am Montag zig Busse aus – vornehmlich der Linien 252, 261 und 253, wovon eben auch Oberursel, Bad Homburg, Kronberg und Königstein betroffen waren.

Dass zwischen 4.45 und 9.31 Uhr 19 Busse der genannten Linien ausfielen, die Fahrgäste also zum Beispiel nicht von Weißkirchen nach Eschborn oder von Kronberg nach Oberursel kamen, machte sich in Oberursel und Steinbach allerdings im frühmorgendlichen Verkehr tatsächlich nur wenig bemerkbar. Jene, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen waren, schienen die Sache gut wegzustecken – zum Beispiel eine ältere Dame, die am Bahnhof in Oberursel kurz nach 7 Uhr in der Früh auf den Bus wartete und die der TZ erklärte: „Ich habe heute extra mehr Zeit eingeplant.“ Sie sei unterwegs von der Brunnenstadt nach Königstein. „Wenn man es vorher weiß, kann man sich darauf einstellen“, ergänzte sie noch, ehe sie in den bereitstehenden Bus der Linie 261 einstieg.

Die beiden Schülerinnen Andrea und Luise (beide 14 Jahre) waren auf dem Weg in die Schule und setzten ein bisschen auf das Glück: „Entweder kommt der Bus, und wenn nicht, dann sind wir eben ein bisschen später.“

Dass viele andere Betroffene verspätete oder nicht fahrende Busse nicht ganz so locker sehen, verrät ein Blick in die Sozialen Netzwerke. Alleine auf der Facebookseite der Taunus Zeitung gab es in den vergangenen Tagen zahllose wütende Kommentare. Insbesondere über die Ausschreibungsbedingungen regten sich die Leser auf. „Das ist halt wie immer billigster Anbieter und es wird Schrott geliefert. Auf Kosten der Fahrgäste und Schüler.“, schrieb etwa eine Leserin.

Per E-Mail erreichten die Redaktion auch zahlreiche Schreiben, in denen die Leser ihrem Ärger Luft machten. Zum Beispiel Norbert Mezger. Er schrieb am Freitag: „Mit dem Fahrplanwechsel kommt es zu massiven Einschränkungen auf der Buslinie 805 von und nach Eppstein. Die Verbindung von Schloßborn in Richtung Eppstein Bahnhof, morgens um 7.18 Uhr, ist bis auf den gestrigen Donnerstag ohne Begründung komplett ausgefallen. Es kam kein Bus.“

Und abends auf dem Weg nach Hause sei es aufgrund der regelmäßigen Verspätungen der S 2 „ein Glückspiel, ob der Bus an der Haltestelle Eppstein Bahnhof wartet“.

Holm Schulze-Clewing aus Schneidhain war auch ganz schön sauer: Am Freitag sei die erste Fahrt des 263ers „einigermaßen pünktlich“ um 7.12 statt um 7.10 Uhr abgefahren. „Allerdings konnte fast kein Schneidhainer Kind mitfahren. Der Bus war bereits voll.“

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