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Vorfreude auf Glockenklang

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Mit ihrem Benefizkonzert tragen Regine Möller und Elmar Feitenhansl zur Finanzierung der neuen Glocken in Eschbach bei. © Red

Usingen-Eschbach. Die Brillanz und bemerkenswerte Qualität ihrer gemeinsamen Konzerte für Violine und Orgel hat sich unter Musikfreunden im Usinger Land längst herumgesprochen: Violinistin Regina Möller und der Organist Elmar Feitenhansl haben mit unterschiedlichen Programmen bei Benefizkonzerten im Usinger Land schon viele Musikfreunde begeistert.

Von Herzen gerne sagten die Musiker auch den Glockenfreunden in Eschbach zu, mit einem Benefizkonzert zur Finanzierung des 200 000 Euro teuren neuen Geläuts beizutragen, die am Dienstag im sanierten Turm der evangelischen Kirche Eschbach ihren neuen angestammten Platz gefunden haben.

»Der Grill kann heute eigentlich noch etwas warten«, drückte Jan Hille vorher seine Hoffnung auf einen guten Konzertbesuch aus. Doch das Wetter war am Freitagabend offensichtlich zu verlockend, sodass bei vielen lieber die Grillsaison eingeleitet wurde. So waren es nur 25 Konzertbesucher, die sich im großen Kirchenschiff verloren - doch diese sollten ihr Kommen nicht eine Sekunde bereuen. Sie wurden mit einem Konzertgenuss der Extraklasse belohnt. »In Eschbach sind die Glocken seit Mitte März verstummt«, sagte Hille zur Begrüßung. »Doch freuen wir uns alle darauf, dass in drei Wochen dann die ersten Schläge der neuen Bronzeglocken über dem Ort erklingen.«

Moment innerer Einkehr geschenkt

Die folgenden eineinhalb Stunden waren weit mehr als klangvoll - sie waren ein musikalisches Ereignis. Das eingangs gespielte Präludium aus der Suite c-Moll (op 166,1) von Johann Gabriel Rheinberger entführte umgehend in den Reichtum der Orgelmusik.

Nach dem eher ungestümen Thema des ersten Teils wechselte die Musik in eine gefühlvoll und gedämpft vorgetragene Grundmelodie der Orgel, die leicht von der Violinistin umrahmt wurde. Im vierten Teil des Präludiums brach die Musik schließlich von c-Moll in C-Dur und ließ die Tragfähigkeit von Musik erkennen.

Es war keinesfalls alleine der ausgewogene Wohlklang im Wechselspiel von Orgel und Violine, die den Konzertbesuchern eine innere Einkehr schenkte. Die gelungene Lichtinstallation am Altar - ein Wechselspiel aus symmetrisch gruppierten Kerzen und deren flackerndem Licht und dem schräg einfallenden violetten Licht aus verdeckt angebrachten Strahlern - luden spielend dazu ein, die vergangene Woche mit all ihren Ereignissen hinter sich zu lassen.

Sicher in den Hafen gesteuert

Kunstvoll und lyrisch zugleich war das folgende Orgelwerk von Justin Heinrich Knecht (Cantabile d-Moll) - wie geschaffen für diesen Abend: Virtuos und souverän zog Feitenhansl alle Register seines Könnens. Vor dem inneren Auge tauchte das Bild eines sicher durch die aufgewühlte See stampfenden Raddampfers auf.

Die Orgelmusik lag sanft, stetig und zugleich souverän im Kirchenschiff. Die Zuhörer konnten sich dem Organisten voll hingeben in der Gewissheit, Feitenhansl würde sie wie der Kapitän des Raddampfers durch diese aufgewühlten Zeiten und sicher in den nächsten Hafen steuern.

Bei Tomaso Antonio Vitalis »Chaconne« ergänzten sich Organist und Violinistin erneut in kongenialer Weise. Während Feitenhansl gekonnt den musikalischen Grund legte, zauberte Regina Möller mit ihrer Spielweise derart facettenreich, dass sich die Zuhörer vergewissern mussten, ob da nicht noch eine zweite Geige mit im Spiel war.

Mit dem eineinhalbstündigen Musikgenuss, der durch eine längere Pause für einen Plausch bei einem guten Tropfen unterbrochen war, spielten die Musiker Spenden in Höhe von 350 Euro für die Glockenfinanzierung der Eschbacher Kirche ein.

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