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Wann hebt sich der Vorhang?

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Die USI-English-Actors proben eifrig für die Auftritte im Frühjahr 2023. Zum Ensemble gehören Tina Nikolaisschwiki, David Jamieson, Petra Jamieson, Monika Fischer, Dilys Daniel-Tagisade, und Dorothea Baumgarten. Es fehlen Claudia Geibel und Heike Albinus (von links). © Jung

Wie Amateurtheater-Gruppen die Corona-Krise hinter sich bringen

Usinger Land -Theater spielen. Das ist nicht nur für die Profis auf der Bühne eine befriedigende Arbeit. Auch Amateure sind gerne auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Aber wie geht es den Amateurtheatern im Usinger Land? Wie sind sie durch die Corona-Krise gekommen? Haben sie Vorführungen anbieten können? Wie sieht es mit den Finanzen aus?

"Moralisch hat uns Corona zugesetzt, denn es ist schon traurig, wenn man fast zwei Jahre nicht Theater spielen kann und man sich über längere Zeiträume nicht sieht und nur phasenweise sehen darf", berichtet Wolfgang Thürauf, Vorsitzender des Anspacher Kult(ur) Theaters "1. AKT" e.V . Die Pandemie habe dem Verein eine geringere Mitgliederzahl, finanzielle Einbußen und den Verlust des Miteinanders "eingebrockt".

"1. AKT" plant

für den Herbst

Die Truppe konnte zwar 2021 ein paar Sketche aufführen, aber das große Theater, bei dem die Aktiven auf der Bühne stehen und sich beweisen, musste ausfallen. Der Verein sei sehr klein und der Verlust von drei aktiven Mitgliedern war schwer zu ersetzen, so Thürauf weiter. "Und ohne Publikum kann man schlecht Werbung für das Theater und den Verein machen", bedauert er. Die monatlichen Fixkosten für den angemieteten Fundus mussten weiter bezahlt werden und außer den Mitgliedsbeiträgen gab es keine Einkünfte.

Doch mittlerweile blickt er wieder zuversichtlich in die Zukunft: Ende September sind wieder Aufführungen geplant. "Nach fast zwei Jahren Zwangspause spielen wir dieses Jahr wieder ein komplettes Stück", sagt er. Geplant ist, die Komödie in vier Akten von Andreas Keßner mit dem Titel "Wer ist hier schwanger? Von wem, warum und überhaupt?" auf die Bühne zu bringen. Das Stück soll am Samstag, 24. September, abends und am Sonntag, 25. September im Bürgerhaus Neu-Anspach und am 29. Oktober abends und am 30. Oktober nachmittags in der Lehmkauthalle in Grävenwiesbach gezeigt werden. Das Stück umfasst sechs Rollen, die auch alle besetzt werden konnten: Auf der Bühne werden Antja Bayer, Wolfgang Thürauf, Katyana Clark, Nadia Lüchow, Jens Pieper und Anette Modanese stehen. Die Regie führt Maria Seng.

English-Actors gehen ins Frühjahr

In Usingen gibt es die sehr beliebte Theatergruppe USI-English Actors. Die Herausforderungen für diese Amateurschauspieler sind doppelt so groß: Nicht nur die Rolle einstudieren, nein, das Ganze auf noch auf Englisch. Doch da der Mensch bekanntlich mit seinen Aufgaben wächst, sind die englischsprechenden Schauspieler um Dorothea Baumgarten immer wieder gerne auf der Bühne. "Wir haben mit den Proben bereits begonnen", verrät sie. Immer dienstagsabends in der Hugenottenkirche wird es "very british". "Wir proben derzeit ein Theaterstück ein, welches die Theatergruppe in einer Theatergruppe zeigt", so die Auskunft. Da gibt es dann Irrungen und Wirrungen, falsche Auftritte und anderes mehr. "Der Zuschauer weiß manchmal nicht, ob das so gewollt oder falsch gelaufen ist", so eine Mitspielerin. Natürlich wird das Ganze mit den entsprechenden Kostümen ergänzt. Da können die Schauspieler auf ihren Fundus zurückgreifen, der so einiges zu bieten hat. Man wolle endlich mal wieder etwas Lustiges auf die Bühne bringen. Aber wann das der Fall sein wird, ist noch unklar. Wegen der unsicheren Lage, was Corona im Herbst und Winter angeht, plant die Gruppe jetzt einen Auftritt im Frühjahr. "Am liebsten würden wir im Eschbacher Bürgerhaus auftreten, denn dort gibt es eine richtige Bühne mit Vorhang", so Baumgarten. Finanziell sei man unabhängig, da man vergleichsweise wenige Fixkosten habe. Allerdings würden sich die Laiendarsteller sehr über weitere Männer in ihren Reihen freuen, denn da gibt es zu wenig Darsteller.

Schimmelprobleme

in Kransberg

Was die Kransberger Theaterspieler angeht, ist nach dem Tod von Anita Hofmann im Frühjahr vieles noch in der Schwebe, wie Peter Lorfei mitteilt. Probleme gibt es wohl auch, was den Zustand des Bürgerhauses in Kransberg angeht. "Da ist Schimmel im Dach und der Waschbär hat gewütet. Das könnte bedeuten, dass wir gar nicht auftreten können, weil die baulichen Mängel zu groß sind". Genaueres soll bei einer Zusammenkunft aller aktiven und passiven Schauspieler besprochen werden. "Denn es wäre nicht gut, wenn uns die Schauspieler aus Frust den Rücken zukehren würden", so Lorfei. Im Moment sieht es deshalb eher grau als bunt aus, was das Theaterspielen angeht.

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