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Wann startet die erste S5 von Usingen an die Frankfurter Hauptwache?

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Betriebsstart unklar: Diese Grafik zeigt die neue Fußgängerbrücke und die beiden Mittelbahnsteige am künftigen Endbahnhof der RMV-Linie S5. Neben der S5 steht der dann zwischen Usingen und Grävenwiesbach/Brandoberndorf verkehrende Wasserstoff-Zug des RMV. GRAFIK: HOCHTAUNUSKREIS © Red

Zahllose Engpässe in der Baubranche lassen den Beginn des S-Bahnzeitalters auf der Strecke Usingen-Frankfurt in die Ferne rücken. Ist der Termin Dezember 2023 überhaupt noch zu halten?

Hochtaunuskreis. 27 neue Wasserstoffzüge werden ab Dezember auf den beiden Taunus-Regionalbahnstrecken nach Königstein und ins Usinger Land unterwegs sein. Doch wie ist eigentlich der aktuelle Stand bei der geplanten Elektrifizierung der Taunusbahn? Wann werden die ersten S-Bahn-Züge der verlängerten S5 von Usingen an die Hauptwache in Frankfurt rollen?

»In Kürze« rechnet das Regierungspräsidium (RP) mit den Antworten des sogenannten Vorhabenträgers - das sind in diesem Fall der Hochtaunuskreis und der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) - auf die 220 eingegangenen Einwände, die im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens beim RP eingegangen sind. Konkret: In Darmstadt rechnet man als nächsten Schritt mit einem nicht öffentlichen Erörterungstermin für das Verkehrs-Infrastrukturprojekt im Sommer - möglicherweise ist das die letzte Hürde vor dem Erreichen des Baurechts.

Auch RP wagt keine Prognose

»Wir gehen bisher davon aus, dass bei einem positiven weiteren Verlauf des Verfahrens der Planfeststellungsbeschluss noch in diesem Jahr ergehen kann«, heißt es dazu aus dem Landratsamt.

Doch selbst wenn es tatsächlich keine weiteren Verzögerungen gibt und das Regierungspräsidium den Planfeststellungsbeschluss noch bis Ende dieses Jahres erteilen sollte, ist die verbleibende Zeit bis zum derzeit auf den Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2023 geplanten Betriebsstart denkbar knapp.

Festlegen will sich tatsächlich niemand mehr. »Die Vergabe der Bauleistungen kann selbstverständlich erst nach dem Erhalt des Baurechts erfolgen. Die weitere Terminkette wird sich allerdings erst auf Basis des Zeitpunktes und des Inhaltes des Planfeststellungsbeschlusses ergeben. Diese wird von mehreren Faktoren beeinflusst, unter anderem der Kapazität der Unternehmen im Bahnbaugewerbe«, erklärt Kreis-Sprecherin Barbara Wüst. Die Nennung eines verbindlichen Inbetriebnahme-Termins sei daher »zum jetzigen Zeitpunkt kaum möglich«. Unabhängig davon bereite der VHT parallel zum Planfeststellungsverfahren bereits die für den Fortgang des Projektes wichtigen Planungen, unter anderem zu den bauvorbereitenden Leistungen, vor.

Von Usingen in die Mainmetropole

Eine Prognose, wann mit dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens gerechnet werden kann, will auch das Regierungspräsidium nicht abgeben. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, da es sowohl im kommenden Planänderungsverfahren als auch im Rahmen des Erörterungstermins zu weiteren Problemen kommen könne.

Trotz aller Unwägbarkeiten lässt der Kreis keinen Zweifel, dass er hinter dem Projekt steht. »Die Elektrifizierung der Taunusbahn dient dem Ziel, ein neues Betriebskonzept auf der Taunusbahn etablieren zu können und mit der S-Bahn eine direkte Verbindung aus dem Usinger Land in die Frankfurter Innenstadt zu schaffen«, heißt es aus dem Landratsamt. So komplex das aktuell noch laufende Verfahren aus baurechtlicher Sicht ist, so schwer sind derzeit auch die Kosten zu taxieren. Dass es teurer werden würde als zunächst veranschlagt, ist seit Ende 2020 klar. Seinerzeit korrigierte der Hochtaunuskreis die Kostenschätzung für die Elektrifizierung der Taunusbahn auf 120 Millionen Euro.

Die Pressesprecherin des Hochtaunuskreises räumt auf Nachfrage ein, dass die Baubranche aktuell durch die Corona-Pandemie und Lieferengpässe von Baumaterialien insgesamt stark beeinträchtigt sei. Selbstverständlich würden alle erkennbaren äußeren Einflussfaktoren bei den Planungen und der Projektdurchführung berücksichtigt. »Auswirkungen des Fachkräftemangels und der Materialknappheit sind unabhängig von dem Projekt der Elektrifizierung der Taunusbahn in der Bahnbaubranche zu beobachten«, sagt Wüst.

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