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Autos dicht an dicht: So sieht es auf der Autobahn A 5 zwischen Friedberg und Frankfurt, rund um das Bad Homburger Kreuz, häufig aus.

Verkehr

Woran es liegt, dass es auf den Autobahnen so häufig stockt

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Mit digitalen Routenplanern kann man die Fahrtzeit minutiös errechnen. Doch egal, ob Fernfahrer, Geschäftsleute im Firmenwagen oder Familien auf Urlaubsreise: Stets wirbeln Staus die Planungen durcheinander. Warum gibt eigentlich so viele Staus?

Wann immer es irgendwo zwischen der Anschlussstelle Friedberg, dem Bad Homburger Kreuz und dem Frankfurter Nordwestkreuz gekracht hat, ist die A 5 schnell durch Kilometer lange Staus „dicht“. Dann versuchen Autofahrer, auch über Straßen im Hochtaunuskreis Schlupflöcher zu finden – bis diese dann auch völlig überlastet sind. Die Gründe sind eigentlich immer die gleichen: Autobahn sowie die angrenzenden Landes- und Bundesstraßen sind durch das hohe Verkehrsaufkommen überlastet.

Unfälle und Baustellen beschleunigen die „Verstopfung“. Bei starker Auslastung kann schon die geringste zusätzliche Störung dazu führen, dass der Verkehrsfluss auf der Autobahn erheblich beeinträchtigt wird.

Baustellen gebündelt

Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil hat eine klare Definition parat, wann von einem Stau gesprochen wird: Ein Stau auf Autobahnen liegt demnach vor, wenn die mittlere Geschwindigkeit in einem Minutenintervall unter 35 Kilometer pro Stunde abfällt. Zugleich muss die Staulänge mindestens einen Kilometer betragen. Zudem muss die „Schrittgeschwindigkeit“ mindestens fünf Minuten anhalten.

Das erklärt aber noch immer nicht den subjektiven Eindruck vieler Autofahrer, warum es so viele Baustellen – als vermeintlichen Grund allen Übels – gibt. „Unsere Straßen sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden“, teilt dazu Hessen Mobil mit. Neben den klassischen Sanierungsarbeiten der Fahrbahnen rücken verstärkt die alten Brückenbauten auf Autobahnen in den Fokus.

Ohne permanente Reparatur würden die Straßen wegen altersbedingtem Substanzverlust, extremen Witterungsbedingungen und hohe Verkehrsbelastungen noch stärker belastet. „Wir prüfen deswegen regelmäßig die Straßen und Bauwerke. Bei Mängeln und Schäden reagieren wir sofort mit entsprechenden Sanierungsmaßnahmen“, heißt es aus Wiesbaden.

Warum reiht sich dann aber ausgerechnet eine Baustelle an die andere? Ein Gefühl, das nicht trügt: „Während Umleitungsstrecken von Baustellen freigehalten werden, ist es sinnvoll, Baustellen in einem Streckenzug zu bündeln“, so ein Behördensprecher. „Deshalb verteilen wir Baumaßnahmen nicht auf viele Jahre. Durch eine Baustelle ist die Leistungsfähigkeit eines Streckenabschnittes bereits reduziert. Deshalb nutzen wird den Effekt und bündeln Baustellen auf diesem Abschnitt.“

Zwischen den Baustellen müssen dann allerdings Erholungsstrecken vorhanden sein. Auch das sei bei Planungen geregelt: Die Summe der Baustellen soll auf einem 100 Kilometer langen Autobahn-Abschnitt 17 Kilometer nicht überschreiten. Bleibt die Frage, warum Baustellen vor allem in die Ferien gelegt werden, wenn Arbeitnehmer in den Urlaub fahren?

Reparaturen in den Ferien

„Der tägliche Pendlerverkehr nimmt erfahrungsgemäß während der Urlaubszeit um bis zu zehn Prozent ab“, teilt Hessen Mobil mit. „Wir nutzen diesen Effekt und realisieren möglichst viele Baumaßnahmen in den Sommerferien. Um dabei den Verkehrsablauf so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, sind zumindest in Hessen in der Regel alle Fahrstreifen in einer Baustelle befahrbar.“

Ärgernis vieler Autofahrer sind aber auch die oft verwaisten Autobahnbaustellen, auf denen „nichts vorangeht“. „Eine verlassene Baustelle kann mehrere Ursachen haben“, heißt es vonseiten der oberen Verwaltungsbehörde, deren Mitarbeiter die hessischen Bundes- und Landesstraßen, aber auch die meisten Kreisstraßen betreuen.

So dürfe niemand die Baustelle betreten, wenn der Beton aushärte. Zudem seien manche Baustoffe nur zu einer bestimmten Außentemperatur einzubauen, die nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig sein dürfe. Gleiches gelte für die Witterung. Bei Regen sei die Verarbeitung von bestimmten Baustoffen wie Beschichtungen oder Markierungen nicht möglich.

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