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Was kostet ein Einsatz der Feuerwehr?

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Helfer in der Not: Da die Kostensatzung für die Feuerwehren überholt war, wurde nun eine neue beschlossen. © kopp

Wehrheimer Gemeindevertreter beschließen neue Satzung und Gebührenordnung

Wehrheim -Einstimmig und ohne weitere Diskussion in der jüngsten Sitzung des Gemeindeparlaments verabschiedet wurde die neue Feuerwehrgebührensatzung für die Gemeinde Wehrheim. Sie ersetzt eine bislang gültige Gebührensatzung aus dem Jahr 1976 und ein Gebührenverzeichnis aus dem Jahr 1999. Die darin erhobenen Gebühren deckten nicht mehr annähernd die Kosten der gebührenpflichtigen Einsätze der Wehrheimer Feuerwehren.

Die Gemeinde hat sich bei den Gebühren für Brand- und allgemeine Hilfeleistungseinsätze an einer Empfehlung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes orientiert. Der hatte 2019 gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband ein Satzungsmuster erstellt. Beim Brandsicherheitsdienst bei Veranstaltungen orientiert sich die neue Gebühr an einer Berechnung der Firma Heyder und Partner. Sie hat 3 Euro pro 15 Minuten pro Einsatzkraft als Ergebnis. Im Regelfall liegt die Leistung eines Brandsicherheitsdienstes außerhalb der regulären Arbeitszeit. Für die Gemeinde entstehen somit keine Kosten in Form von Verdienstausfall.

Verpflegung bei über vier Stunden

Doch wer muss nun zahlen, wenn es brennt? In der Satzung genannt werden unter anderem Brandstifter und Geschädigte, die den Einsatz durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit ausgelöst haben. Aber auch Fahrzeughalter, Anlagenbetreiber oder auch Eigentümer von falsch auslösenden Brandmeldeanlagen können bei einem nachzuweisenden Fehlverhalten zur Kasse gebeten werden. Dabei spielt natürlich auch immer die Versicherung eine Rolle.

Und was kostet ein Feuerwehreinsatz? Dies berechnet sich nach Personal, Fahrzeugen, Geräten und Verbrauchsmaterial. Für Personen, Fahrzeuge und Geräte werden die Gebühren je angefangene 15 Minuten berechnet. Hinzu kommen Anlieferungen oder Leistungen von Dritten, etwa für Ölbindemittel und Entsorgung plus Verwaltungskostenaufschlag von zehn Prozent. Dauert ein Einsatz mehr als vier Stunden, ist auch die Verpflegung der Einsatzkräfte zu bezahlen. Bei allgemeinen Schadenslagen wie Hochwasser im gesamten Gemeindegebiet können die Gebühren erlassen werden.

Tatsächlich fallen die Kosten pro Einsatzkraft geringer aus als bisher. Waren es in der alten Satzung 30 Euro pro Stunde, so sind es in der neuen 6,60 Euro pro Viertelstunde, also 26,40 Euro pro Stunde. Beim Brandsicherheitsdienst steigt der Stundensatz von 10 auf 12 Euro.

Hinzu kommen bei Einsätzen Fahrzeuggebühren. Der Einsatzleitwagen kostet 26 Euro pro Stunde (alt: 35 Euro), ein Mannschaftstransportwagen 78 (35). Rüst- und Gerätewagen schlagen mit 192 Euro zu Buche (100), ein Löschgruppenfahrzeug, mit 116 Euro(115), der Teleskopgelenkmast mit 258 Euro (Drehleiter: 190). Neu ist der Kommandowagen mit 74 Euro pro Stunde.

Fehlalarme werden drastisch teurer

Drastisch angestiegen ist der Gebührensatz für Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Er steigt von 250 auf 550 Euro. Bei mutwillig ausgelösten Fehlalarmen berechnet sich die Gebühr nach ausgerückten Fahrzeugen sowie Zeit-, Material und Personalaufwand. Dies gilt auch für Einsätze wie das Öffnen von Türen oder Insekteneinsätzen, die in der alten Satzung noch pauschal mit 88 und 30 Euro veranschlagt waren. kop

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