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Was kostet es zu sterben?

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Ein Ort für die Lebenden und die Toten: Friedhof in Kronberg.
Ein Ort für die Lebenden und die Toten: Friedhof in Kronberg. © NATASCHA HEIDENREICH

Beerdigungen sind sehr teure Angelegenheiten für die Hinterbliebenen. Bestatter haben nun auch höhere Energiekosten zu tragen. Und nicht zuletzt variieren die Friedhofsgebühren stark.

Hochtaunus -Was kostet es zu sterben? So ungern sich manche Menschen auch mit dem Tod beschäftigen, so sehr hängen Leben und Tod letztlich zusammen. Nun, da die Energiepreise stark gestiegen sind, haben auch die Bestattungsunternehmen höhere Kosten. „Ja, das betrifft uns natürlich auch“, sagt André Zahradnik, Geschäftsführer vom „Bestattungshaus Eckhardt“ in Bad Homburg.

Daniela Schüler kann das ebenfalls bestätigen. Sie leitet die „Pietät Mest“ in der Kurstadt und die „Pietät Engelsfunke“ in Kronberg. Ihre Mutter ist zudem die Chefin der „Pietät Jamin“ in Oberursel, so dass Schüler einen guten Überblick von der Entwicklung im Hochtaunus hat. Einige Kosten seien definitiv gestiegen, sagt auch sie.

Doch was kostet eine Bestattung? Eine Beerdigung als Dienstleistung ist individuell, weil sie so viele Wahlmöglichkeiten bietet - somit können die Preise, die am Ende zu zahlen sind, sehr unterschiedlich ausfallen. Trauernde haben die Wahl zwischen Erd- oder Feuerbestattung - und bei Letzterer, ob die Urne in einem Friedwald eingesetzt oder die Asche ins Meer gestreut wird. In Nachbarländern sind zudem Luftbestattungen erlaubt.

Krematorium, Benzin und der Kühlraum

Zudem setzt sich der Preis aus vielen Posten zusammen: Bezahlt werden müssen unter anderem die Friedhofskosten, die Sargträger, die Trauerhalle, der Kühlraum, das Krematorium, die Blumen, der Steinmetz, die Todesanzeige in der Zeitung, der Blumenhändler - viele weitere Kosten kommen hinzu. Einige davon sind in den Bestatterkosten enthalten.

Wegen der gestiegenen Kosten haben die Bestattungsunternehmen ihre Preise erhöht. Intern versuchen sie natürlich, die eigenen Kosten im Rahmen zu halten. „Wir versuchen, unser Institut nicht übermäßig zu heizen - auch, um ein wenig zu sparen“, führt Zahradnik aus. Aber manchmal müssten die Räume eben doch beheizt werden. „Die Hinterbliebenen sollen schließlich nicht in eiskalten Räumen beraten werden.“ Zudem müssen die Kühlräume gekühlt werden. „Für das Krematorium wird Gas benötigt und für die Särge Holz.“ Und Daniela Schüler ergänzt: „Nicht nur die Kosten für die Krematorien sind gestiegen, sondern auch die Fahrten dorthin kosten mehr Geld.“ Manche Preise könne das Bestattungsunternehmen auch gar nicht beeinflussen: „Wir bestellen Blumen bei einem Floristen, für den Grabstein beauftragen wir einen Steinmetz. Diese Preise können wir nicht beeinflussen.“

Was Energie- und Materialkosten betrifft, so hat die Branche gleich mit mehreren Krisen zu kämpfen: „Die Holzpreise sind teilweise bis zu 20 Prozent gestiegen. Und bei den Krematorien muss man mit um die 10 bis 15 Prozent an Preissteigerungen rechnen“, berichtet Zahradnik.

Ein weiterer Kostenträger einer jeden Bestattung sind die Friedhofsgebühren. Diese unterscheiden sich in den unterschiedlichen Städten im Taunus stark. Nicht so sehr bei der Benutzung einer Trauerhalle - hierfür werden in Bad Homburg 280 Euro berechnet, in Oberursel 423,97 und in Kronberg 335 Euro.

Sehr unterschiedlich sind aber die Kosten einer Urnenbestattung: Für sie müssen in Oberursel 165,41 Euro bezahlt werden, in Kronberg 210 Euro und in Bad Homburg lediglich 24 Euro. Während die Gebührensatzung der Kurstadt seit 2004 nicht gestiegen ist, gab es in Oberursel 2019 eine Erhöhung; eine weitere steht an (siehe Box). In Bad Homburg und Kronberg ist bei den Friedhofsgebühren vorerst kein weiterer Anstieg zu erwarten, wie Johanna Hutter, die dort in der Friedhofsverwaltung tätig ist, und Thomas Steinforth, Rathaussprecher in Bad Homburg, bestätigen. Natürlich, merkt Hutter an, könne sich so etwas aber auch schnell ändern.

Oberursel entscheidet über neue Friedhofsgebühren

Alle drei Jahre müssen die Gebührensatzungen überprüft werden und es muss eine kostendeckende Anpassung durchgeführt werden. Oberursel hat am Donnerstag, den 24. November, eine Neufassung der Satzung aus dem Jahr 2019 auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. Darin enthalten sind laut Nina Kuhn, Pressesprecherin der Stadt, nicht nur Gebührenerhöhungen, sondern auch, dass Zeiträume - zum Beispiel für Trauerfeiern - neu definiert und damit anders berechnet werden. So würde die neue Fassung bedeuten, dass eine Urnenbestattung, die jetzt noch 165,41 Euro kostet, vom Moment ihres Inkrafttretens an 206,05 Euro kosten wird. Eine Erdbestattung kostet bisher 1049,57 Euro und wird nach der Änderung mit 1287,86 Euro zu Buche schlagen. Die Nutzung der Trauerhalle bleibt preislich unverändert und die Nutzung des Aufbewahrungsraumes wird sogar ein bisschen günstiger. Die bisher 82,53 Euro, die zu zahlen sind, reduzieren sich auf 81,07 Euro. Das darf allerdings nicht mit dem Kühlraum verwechselt werden - für einen solchen erhöht sich die Gebühr von 67,08 auf 105,93 Euro. Die Überführung der Urne zur Grabstätte, bisher 52,30 Euro, wird - sofern das Stadtparlament zustimmt - künftig 90 Euro kosten. Nähere Informationen über die Friedhofsgebührensatzung in der Brunnenstadt sind auf der Website der Stadt einzusehen. (Natascha Heidenreich)

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