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Was passiert, wenn es nicht genug Wasser gibt?

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In den Sommermonaten der vergangenen Jahre führte die Usa immer weniger Wasser. © Red

Usingen (map). Der Weg für eine zentrale Organisation bei der Wasserbeschaffung für alle Kommunen im Kreis wird weiter geebnet. Der Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt, Landwirtschaft und Forsten gab der Stadtverordnetenversammlung einstimmig grünes Licht für eine entsprechende Beschlussvorlage. In der Aussprache wurde deutlich, dass mit diesem Beschluss kein gemeinsamer Wasserbeschaffungsverband (WBV) geschaffen werde, sondern zuerst einmal alle möglichen Synergien und Möglichkeiten eines solchen zentralen Konstrukts geprüft werden sollen.

Aktuell ist die Struktur bei der Wasserbeschaffung alleine im Usinger Land sehr uneinheitlich: Usingen ist in den beiden WBV Usingen und Wilhelmsdorf Mitglied, alle sechs Städte und Kommunen sind in insgesamt sechs vergleichbaren WBV verwaltungsmäßig verknüpft. Ein kreisweit einheitlicher WBV würde die derzeit ebenfalls in Eigenregie geführte vergleichbare Institution im Vordertaunus umschließen. »In allen Städten und Gemeinden im Taunus verstärkt sich der Druck, weiteren Wohnraum zu schaffen«, so die Einschätzung von Bürgermeister Steffen Wernard (CDU).

Siedlungsdruck und Verbrauch steigen

Alle Bürgermeister und Vertreter aller WBV hätten sich dazu mit Vertretern des Hochtaunuskreises, des Regierungspräsidiums und des Umweltministeriums sowie dem WBV Taunus ausgetauscht. »Wunsch ist es, eine strukturierte Steuerung bei der Wasserbeschaffung mit deutlichen Synergien zu schaffen. Die S-Bahn kommt, der Siedlungsdruck und der Wasserverbrauch werden steigen. Es wird eine Stärkung bei der Beschaffung von Trinkwasser nötig sein.« Simone Mächold (FDP) sprach sich für eine Verbesserung der Strukturen aus, stellte zugleich aber die Frage, ob die neu geschaffene Organisation auch die dringend benötigten Mehrmengen an Wasser garantieren könne. »Ist die Wasserversorgung überhaupt gewährleistet und brauchen wir nicht mehr Schürfungen?«

Die Antwort des Bürgermeisters gab zu denken: Hessen Wasser werde in Zukunft keine zusätzlichen Wassermengen über die Fernwasserleitungen liefern können. Man müsse nach Verbesserungsmöglichkeiten im Taunus suchen. Wie die größere Organisationsform künftig aussehen werde, könne man noch nicht sagen. Ellen Enslin (Grüne) forderte ein gesamtstädtisches Konzept: »Mir kommt der entscheidende Gedanke zu kurz, wie wir den permanent steigenden Wasserverbrauch pro Kopf senken können«, so Enslin. Und: »Wir müssen auch Möglichkeiten schaffen, dass mehr Regenwasser bei uns versickert und nicht über die Kanäle und Bäche abfließt.«

Auf Anfrage von Joachim Brötz (FWG) erläuterte Wernard, dass der Mehr- und Minderbedarf durch unterschiedliche lokale Wassermengen ausgeglichen werden solle. »Ein sparsamerer und weniger egoistischer Verbrauch ist nötig«, meinte Michele Ciarlo (AfD).

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