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Was Süßes für das Osterfest

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Diese süße Spende kann sich sehen lassen. Das finden auch Birgit Hahn, Frank Ebert, Paul Mennig, Renate Petratschek, Kurt Scherzer und Rudolf Janisch (von links). © Red

Usingen. Ostern ohne süße Schoko-Osterhäschen geht gar nicht. Aber was machen die, die sich solche Extrawünsche nicht erfüllen können, weil ihnen das Geld dafür fehlt? Der Rotarier Club Usingen sorgte jetzt für Abhilfe und versüßte das Osterfest. Präsident Rudolf Janisch und Schatzmeister Frank Ebert brachten dem Team der Lebensmittelausgabe »Aufgetischt« am Freitag Süßigkeiten im Wert von rund 1300 Euro vorbei.

Es war schon eine beachtliche Menge, die es nun für die ehrenamtlichen Mitarbeiter zu verteilen gilt.

»Eigentlich war diese Aktion ja schon zu Weihnachten geplant«, erinnerte Janisch. Doch Aufgetischt-Leiterin Birgit Hahn hatte damals Nein gesagt. »Gerade zu Weihnachten werden wir mit Süßigkeiten überhäuft«, erklärte sie. Sie bat deshalb darum, diese Spende auf Ostern zu verlegen. Es sei sicher, dass sich alle, die die Tafel in Usingen nutzen, über diese Oster-Überraschungen freuen werden.

Bedürftigkeit wird überprüft

Birgit Hahn gab den Rotariern am Freitag Einblicke in den Aufgetischt-Alltag. Es handele sich um 125 Bedarfsgemeinschaften von Zwei- bis Acht-Personen-Haushalten. Die Bedürftigkeit werde dabei von Hahn selbst überprüft. Auch achte sie auf Veganer und Vegetarier und auf Unverträglichkeiten. Alles werde genauestens beachtet, wenn die einzelnen Beutel gepackt werden.

Die Waren stammen aus den Lebensmittelgeschäften des Usinger Landes. Hahn nannte Rewe in Usingen und in Schmitten, Edeka in Usingen und in Neu-Anspach sowie Lidl in Schmitten, die besonders viel spenden.

Die meisten Mitarbeiter gingen sehr wertschätzend mit den Lebensmitteln um, die meist aus den Resten von Aktionen und Sonderverkäufen stammten. Auch verbeulte Dosen oder nicht mehr vakuumfrische Kaffeepackungen seien dabei, was aber nicht schlimm sei, so Hahn.

Mitarbeiter Paul Mennig berichtete aber auch von verfaulten Erdbeeren, die man niemandem mehr anbieten könne. Insgesamt sind 49 Mitarbeiter, darunter 20 Fahrer, für Aufgetischt im Einsatz. Zu den Nutzern der Usinger Tafel gehören zwar auch Flüchtlinge, aber bisher nur sehr wenige Ukrainer, teilte Hahn mit. Die Regale mit Spenden für die ukrainischen Flüchtlinge seien voll, könnten aber noch nicht ausgegeben werden, solange die Flüchtlinge in dem Gemeinschaftsquartier leben.

»Wir dürfen auch unsere bisherigen Bedürftigen nicht benachteiligen, um den ukrainischen Flüchtlingen zu helfen«, sagte sie. Daher würden die gerade sehr üppig abgegebenen Spenden wie Spielwaren und Haushaltsgegenstände sowie elektrische Geräte gegebenenfalls auch an andere Flüchtlinge verteilt. Kleidung und Kuscheltiere können allerdings aus hygienischen Grünen nicht angenommen werden, erklärte Birgit Hahn.

Die Usinger Aktion Aufgetischt richtet sich an Bedürftige aus Usingen, Schmitten, Grävenwiesbach und Weilrod. Über 70 Bedarfsgemeinschaften stehen auf der Warteliste. »Das ist hart und tut mir unendlich leid«, erklärt die Leiterin. Die meisten Menschen, die davon profitieren dürfen, seien sehr dankbar.

Beziehungen aufgebaut

In den 14 Jahren, die Aufgetischt bereits besteht, haben sich tiefe Beziehungen aufgebaut. »Das bleibt gar nicht aus«, bestätigte Renate Petra-tschek. Die Menschen kämen ja regelmäßig vorbei. Jede Gemeinschaft habe einen bestimmten Tag und eine bestimmte Uhrzeit zum Abholen der Waren.

Birgit Hahn investiert in die Organisation einige Stunden im Monat, macht das nach eigener Aussage aber gern. »Sie gehen sicherlich alle mit einem guten Gefühl abends ins Bett«, lobte auch der Rotarier-Präsident die engagierten Mitarbeiter.

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