Neubau der Wache

Wehr sieht sich hinters Licht geführt

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Homburg-Ober-Erlenbach muss sich in Geduld üben. Denn der geplante Neubau ihrer Wache ist erst mal aufgeschoben.

Die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Bad Homburg-Ober-Erlenbach kann sich sehen lassen. So zeigte sich Wehrführer Marco Schieler mit dem Einsatz des im vergangenen Jahr gekauften Mehrzweckwagens sehr zufrieden. Es habe für die 57 Brandbekämpfer 46 Einsätze gegeben, 15 mehr als 2016. Besonders stolz sei man auf die Jugendarbeit (14 Jugendliche, 12 Minifeuerwehr-Kids), wie er im Anschluss an die Hauptversammlung der FFW berichtete. „Wir sind da sehr gut aufgestellt und werden immer mehr. In diesem Jahr werden zwei Jugendliche zu uns übertreten“, meint Schieler. Es könnte also alles so schön sein, wenn es nicht eine Sache gäbe, die die gute Stimmung der Ober-Erlenbacher Brandschützer trübt: Der geplante Bau einer neuen Feuerwache wird noch sieben Jahre dauern.

„Da hat uns die Stadt ganz schön hinters Licht geführt“, sagt Marco Schieler. Enttäuschung und Ärger sind ihm deutlich anzuhören. Denn im Zuge der Erstellung des Neubaugebietes am Hühnerstein“, in dem 300 Wohneinheiten – zum Großteil für junge Familien – entstehen sollen, soll auch eine neue Feuerwache gebaut werden. Geplant sei eine zeitnahe Umsetzung im Bereich Bad Vilbeler Straße gewesen.

Vor kurzem habe man nun erfahren, dass sich die Brandschützer wohl noch mehrere Jahre gedulden müssten. „Dabei sollte doch der Bau einer Feuerwehrwache in einem Neubaugebiet vor dem Bau der Häuser geschehen. So weiß jeder, der neu einzieht, worauf er sich einlässt, und kann sich nicht später über den Lärm des Martinshorns oder Ähnliches beschweren“, erläutert der Wehrführer. Warum dies nun am Hühnerstein nicht geschehe, sei ihm ein Rätsel.

Außerdem: „Wir platzen aus allen Nähten, und diese Verschiebung stellt uns vor einige Probleme.“ Die jetzige Gerätehalle sei nicht mehr zeitgemäß. So würden die Platzkapazitäten nicht mehr reichen. Man habe vier Fahrzeuge in der Halle stehen, der neue Mehrzweckwagen finde darin keinen Platz, denn er sei zu lang und zu groß. „Der steht auf meinem privaten Grundstück“, sagt Marco Schieler.

Damit nicht genug: Die Umkleiden würden sich ebenfalls in der Halle befinden, dabei gebe es keine Geschlechtertrennung, obwohl man mittlerweile elf Feuerwehrfrauen zähle. Und: „Eines unserer Fahrzeuge ist von 1989 und bereits sehr alt. Doch eine Ersatzbeschaffung kommt derzeit nicht in Frage, denn sie würde nicht mehr ins Gerätehaus passen“, berichtet der Wehrführer weiter.

Eine Zwischenlösung sieht er nicht, denn es habe bereits 2013 eine Anbauhalle an das aktuelle Wehrhaus gegeben, „als Übergangslösung“, wie er betont. „Doch noch mehr Hallen kann man gar nicht mehr anbauen.“

Noch im vergangenen Sommer sei man auf der Prioritätenliste der neuen Gerätehäuser ganz oben gestanden, nun sollen zwei andere Feuerwehren ihre neuen Feuerwachen vor den Ober-Erlenbachern bekommen. Den Grund für die Verschiebung kennt er nicht, es sei aber sehr schade, dass die Stadt die ursprüngliche Planung geändert habe: „Denn unser Gerätehaus ist ja kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit“, betont Marco Schieler.

Das sieht die Stadt natürlich auch so. Gleichwohl bestätigt Stadtsprecher Andreas Möring auf Anfrage dieser Zeitung den Zeithorizont von sieben Jahren. „Verschieben trifft es allerdings nicht“, betont Möring und fügt hinzu: „Das Projekt ist weiterhin als zweites nach Dornholzhausen geplant.

Im Haushalt für 2017 sei das Vorhaben im Investitionsplan unter „Folgejahre“ aufgeführt, also ohne Angabe des Jahres, in dem begonnen werden soll. Das sei auch 2018 der Fall. Der Investitionsplan in einem laufenden Haushalt umfasse die jeweils folgenden drei Jahre, aktuell also bis 2021. Möring: „Bis geplant und fertig gebaut ist, können weitere drei Jahre vergehen. Das laufende Jahr mitgerechnet, kommt man auf sieben Jahre.“

Abgesehen davon, sagt Möring: „Das Gebäude soll im Baugebiet Am Hühnerstein entstehen. Dort laufen derzeit noch Erschließungsarbeiten, also der Bau von Ver- und Entsorgungsleitungen, Baustraßen und so weiter Danach ist als Erstes Wohnungsbau vorgesehen. Ob es Sinn macht, an dieser Reihenfolge etwas zu ändern, ist fraglich.“

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