Gregor Sommer (von rechts), seine Frau Claudia und sein Sohn Christian, Marius Backmeister und Frank Berg waren die ersten Gäste der Saison im Wehrheimer Freibad.
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Gregor Sommer (von rechts), seine Frau Claudia und sein Sohn Christian, Marius Backmeister und Frank Berg waren die ersten Gäste der Saison im Wehrheimer Freibad.

Wehrheim

Anschwimmen bei 13 Grad Celsius Wassertemperatur

  • vonEvelyn Kreutz
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Im Ludwig-Bender-Bad in Wehrheim drehen die Familie des Bürgermeisters und einige eiserne Stammgäste die ersten Bahnen.

Wehrheim -Morgens um 8 Uhr lockten zehn Grad Celsius Lufttemperatur und 13 Grad Celsius Wassertemperatur sowie unaufhaltsamer Landregen nicht einmal den berühmten Hund vor die Tür. Doch die Saisoneröffnung im Wehrheimer Schwimmbad fiel trotzdem nicht ins Wasser.

Zu denjenigen, die sich ins wahrhaftig kühle Nass wagten, gehörten am Mittwochvormittag Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) und seine Frau Claudia. In die Wehrheimer Fluten stürzte sich auch sein jüngster Sohn Christian Sommer (23 Jahre), der mit Marius Backmeister auch den Sprungturm einweihte. Auch Frank Berg gönnte sich wie jedes Jahr das Anschwimmen im Ludwig-Bender-Bad.

Obwohl das Freibad sonst am 1. Mai öffnet und Corona diesem Termin erneut einen Strich durch die Rechnung machte, war es für Schwimmmeister Ralf Pauly auch mit fast vier Wochen Verspätung deutlich zu kalt. Da half auch die Solarheizung nicht viel, weil definitiv die Sonne fehlte. Also empfahl er vom Beckenrand aus: "Einfach immer in Bewegung bleiben."

Das funktionierte auf jeden Fall bei Familie Sommer, die erst nach einer halben Stunde einstimmig meinte: "Für heute reicht es uns." Nicht ganz so lange hielt es eine 79-jährige Stammschwimmerin aus, die ihren Namen nicht nennen wollte, und nach etwa zehn Minuten feststellte: "Ich spüre meine Füße nicht mehr und an Hals, Schultern und Armen kribbelt alles, aber es tut gut und hält mich fit."

Einer der treuesten Badegäste im Wehrheimer Freibad, der 80-Jährige Hans-Jörg Bopst, wollte es stattdessen langsam angehen. Er war zwar der Allererste, der im Wasser war, verließ das Becken aber nach 100 Metern wieder und meinte. "Ich komme ja jeden Tag hierher und kann das langsam steigern, ich will ja gesund bleiben." Als wohltuend empfand er das anschließende warme Duschen und schwärmte: "Das Schwimmbad ist wie immer super gut vorbereitet, auch was die Umsetzung der Corona-Regeln betrifft." Das freute besonders Sachbearbeiter Daniel Eitzeroth, der as Hygienekonzept erstellt hatte. Er schaute vorbei, hatte aber die Badesachen zuhause gelassen . . .

Trotz Corona ist vorherige Anmeldung im Wehrheimer Freibad nicht nötig, jedoch müssen die Daten schriftlich an der Kasse oder mittels der neuen Luca-App hinterlegt werden. Laut Pauly funktioniert die neue App reibungslos. Wer dachte, der Schwimmmeister, der seit 2005 in Wehrheim tätig ist und vorher in Neu-Anspach war, habe nach dem Anschwimmen bei dem kühlen Maiwetter nichts mehr zu tun, der irrte. "Die alte Anspacher Schwimmbadgang hat sich angemeldet, weil dort erst am 1. Juni der Badebetrieb beginnt", teilte er mit und meinte schmunzelnd: "Wasserratte bleibt Wasserratte."

Außerdem hatten sich beim Schwimmmeister für den Nachmittag die Triathleten, die derzeit sonst noch keine anderen Trainingsmöglichkeiten haben, angesagt. "Die rücken sowieso mit ihren Neoprenanzügen an, denen ist es egal, wie kalt es ist", so Pauly. Er ist übrigens froh, dass trotz Corona der Verkauf von Dauerkarten nicht eingestellt worden ist. Pauly und das Wehrheimer Freibad sind nämlich für die Saison bestens gerüstet. evk

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