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Bewässerung sorgt für Kritik

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Einerseits wird zum Wassersparen aufgerufen, andererseits wird der Rasen am Oberloh bewässert. Das sorgt für heftige Kritik.
Einerseits wird zum Wassersparen aufgerufen, andererseits wird der Rasen am Oberloh bewässert. Das sorgt für heftige Kritik. © INKA FRIEDRICH

Der Rasen am Sportgelände Oberloh soll erhalten und von Schulen und Vereinen weiter genutzt werden können. Das ist aber nicht allen recht.

Wehrheim -In den vergangenen Wochen hat es im Usinger Land kaum geregnet. Und die wenigen Tropfen, die dann doch vom Himmel gefallen sind, haben kaum ausgereicht, um den Wasserbedarf der Vegetation auch nur annähernd zu sättigen. Aufgrund der heißen Sommertage werden die Bürger gebeten, Wasser zu sparen, in Wehrheim steht die Wasserampel auf Gelb. Gleichzeitig werden Bürger von Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) immer wieder dazu angehalten, den eigenen Rasen verdorren zu lassen, er werde irgendwann auch wieder grün.

Und doch sieht man, wenn man frühmorgens am neuen Sportpark am Oberloh vorbei- kommt, dass die Rasensprenger dort laufen. Damit soll der gerade kürzlich verlegte Sportrasen auf der Anlage intakt gehalten werden.

Platz für Sportler erhalten

In den sozialen Medien ist die Kritik gegenüber der Gemeinde dementsprechend groß. Zumal Bürgermeister Sommer auf Nachfrage einräumt, dass der Rasenplatz derzeit mit Wasser aus dem Trinkwassernetz gewässert wird, da die vorhandene Zisterne aufgrund der Kapazität und auch des bisher über die Dachflächen gesammelten Niederschlagwassers (noch) nicht ausreicht.

Dafür gebe es jedoch Gründe. Denn bei der Sportanlage Oberloh handle es sich um eine der für die Gemeinde sehr wichtigen öffentlichen Anlagen, die zusammen mit der TSG Wehrheim unterhalten wird. "Diese Anlage und vor allem die dortige Sportfläche wird von mehreren Hundert Kindern und Jugendlichen täglich genutzt. Ebenso finden dort auch Bundesjugendspiele der umliegenden Schulen statt", schreibt Sommer. Neben den Fußball-Jugend- und Seniorenmannschaften werde dort auch regelmäßig Leichtathletik trainiert.

Damit die öffentliche Fläche nicht kaputt geht und für viele Zehntausend Euro neu angelegt werden müsse, werde sie mit der absolut nötigen, minimalen Wassermenge versorgt. "Davon, dass wir hier ein sattes Grün erhalten wollen, kann nicht die Rede sein. Die Bewässerung der Rasenfläche ist auf das absolute Minimum reduziert", sagt Sommer.

Man habe daher intern gemeinsam mit der TSG die Arbeitsgruppe "Vorgehensweise Bewässerung Sportanlage Oberloh" ins Leben gerufen. Ziel sei es, im Zuge des Klimawandels gemeinsam Alternativen zu finden, um die Rasenfläche des Sportplatzes zu erhalten, so der Bürgermeister. Dazu prüfe man mehrere Optionen. Eine davon sei, eine neue Brunnenbohrung vorzunehmen, um Brauchwasser für eine notwendige Bewässerung zu erhalten.

Weitere Alternativen seien nicht ausgeschlossen, allerdings zum Teil an diesem Standort nur schwer umzusetzen, wie beispielsweise eine gesonderte Leitung für Brauchwasser. Trotzdem sieht auch der Bürgermeister die Notwendigkeit dazu, alles nur Mögliche zu unternehmen, um von der Nutzung aus der bestehenden Wasserversorgung Abstand nehmen zu können.

Alle Vorgänge sind abgesprochen

Andere großflächige Bewässerungen würden seitens der Kommune nicht vorgenommen. Es gebe kleinere Einsätze zum Erhalt von Pflanzen. Diese Bewässerungen erfolgten über Rohwasser, welches aus dem alten Hochbehälter Löwenhain oberhalb des Ludwig-Bender-Bades stamme. Diese Möglichkeit sei jedoch nur so lange gegeben, wie in dem Behälter ausreichend Wasser vorhanden sei, da auch das Freibad, die Geflügelzuchtanlage sowie der Friedhof über diese Quelle versorgt werde.

Für das Freibad wird das Rohwasser dann zu Badewasserqualität aufgearbeitet. Er habe diese Zusammenhänge übrigens mehrfach, auch mündlich, gegenüber Wehrheimern kommuniziert, erklärt der Verwaltungschef. All diese Vorhaben seien sowohl mit dem Vorsitzenden der TSG Wehrheim, Thomas Wagner, dem Wasserbeschaffungsverband, Martin Ringwald vom Wehrheimer Umweltamt und Daniel Eitzeroth vom Fachbereich Sport der Gemeinde sowie dem Bauamt abgesprochen. VON INKA FRIEDRICH

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