Der Wehrheimer BUND stattete dem Erdbeerbauern eine Besuch ab.
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Der Wehrheimer BUND stattete dem Erdbeerbauern eine Besuch ab.

In Wehrheim soll künftig mehr Bio aufs Erdbeerfeld

BUND gibt Landwirten Tipps für Nachhaltigkeit

  • vonTatjana Seibt
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Bio ist immer etwas teurer, als der übliche Anbau - das gilt auch bei Erdbeeren. Mit kleinen Kompromissen aber kommen sich Umweltschützer und Landwirte entgegen.

Wehrheim. Nachhaltigkeit ist dem BUND wichtig. Das wurde beim jüngsten Besuch der Ortsgruppe aus Wehrheim auf dem Erdbeerfeld von Maximilian Reuhl sehr deutlich.

Seit vielen Jahren schon bietet Reuhl aus Münzenberg unter der Marke "Wetterauer Früchtchen" das einzige Feld im Usinger Land zum Selberpflücken von Erdbeeren an. Darüber hinaus baut der Landwirt auf anderen Feldern Erdbeeren an, sondern auch Spargel und Himbeeren.

Das Selberpflücken sei etwas preiswerter als die frisch gepflückten Beeren die es in den verschiedenen Verkaufshäuschen zu kaufen gibt und vor allem ein großer Spaß für die Kinder.

Wie es mit der Nachhaltigkeit aussieht und was hinter dem Geschäftsmodell steht wollte der BUND nun jüngst kurz vor Ende der Selbstpflücksaison wissen.

Reuhl nutzte die Gelegenheit, um die Hintergründe seines Wirkens darzulegen. So brauchen Erdbeeren einen speziellen Boden.

Die Anpflanzungen in Wehrheim damals sei deshalb durchaus ein Risiko gewesen, doch der Erfolg habe ihm am Ende Recht gegeben.

Ins Apfeldorf kam Reuhl über die Tatsache, dass er selbst Verwandte in Wehrheim hat und auch Landwirte aus der Region haben ihm beim Ausbringen der Pflanzen geholfen. Eine Polyäthylenfolie dient als Basis und Schutz. Darüber hinaus kann sie für die sortenreinen Pflanzen wieder verwendet werden. Etwa drei Pflanzen wachsen auf einem Meter. Dabei sind die Felder nicht nur begehbar, sondern werden auch schon seit vielen Jahren von den gleichen Facharbeitern gepflegt und bearbeitet. Diese kümmern sich darüber hinaus um die Ernte.

Der Vorschlag des BUND, Bio-Pflanzen und Biodünger zu verwenden kam Reuhl durchaus etwas entgegen. Er sei durchaus bereit, auch Bioerdbeeren anzubauen, befürchtet aber für die Zukunft einen Ernteausfall, bei vergleichsweise hohen Kosten, die er nicht an den Verbraucher weiter geben könne. Mit der nun getroffenen Vereinbarung Pferdedung aufzubringen und die Pflanzen nur bei Bedarf zu spritzen seien die Vorschriften insgesamt eingehalten worden. So sei der Landwirt mit seinen Erzeugnissen auf der sicheren Seite. Paul Erich Etzel und seine Frau Brunhilde warteten dazu mit eigenen Erfahrungen aus der Landwirtschaft auf.

Der Ertrag falle bei Bio-Anbau zwar um etwa fünf Prozent geringer aus, was aber mit etwas höheren Preisen ausgeglichen werden könne. Lediglich einmal habe Reuhl in diesem Jahr spritzen müssen, bei der Bewässerung setzte der Landwirt auf den Regen und ein Wasserfass.

Der BUND kam bei seinem Besuch noch in den Genuss der letzten Früchte, denn inzwischen ist die Zeit des Selbstpflückens zu Ende. Nun gibt es das Obst nur noch zum Kauf in den regionalen Märkten auch in Wehrheim, was kurze Transportwege bedeute, was die Mitglieder des BUND im Zuge der Schonung von Ressourcen sehr begrüßten.

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