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Für fairen Handel und gegen Kinderarbeit

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Rosi und Bernd Odenweller unterschreiben den Brief, der sich für ein durchgreifendes Lieferkettengesetz einsetzt. FOTO: MAI © Red

Wehrheim (mai). Im globalen Süden ist Kinderarbeit gang und gäbe. Oft für Familien unverzichtbar, weil die Eltern in Minen, Plantagen oder der Kleiderproduktion arbeiten, davon aber nicht leben können. Ein gerechtes Lieferkettengesetz, das Preis- und Arbeitstransparenz von der Produktion bis zum Kunden sichert, könnte helfen. Die EU wird demnächst ein solches verabschieden, und der Weltladen Wehrheim setzt sich dafür ein, dass es den Ärmsten der Armen gerecht wird.

Das Team hat am Samstag, dem bundesweiten Weltladentag, Passanten auf dem Marktplatz gebeten, sich per Unterschrift an der Initiative Lieferkettengesetz zu beteiligen. Diese hat einen Brief an Olaf Scholz vorbereitet, der ihn auffordert, sich für ein durchgreifendes Lieferkettengesetz stark zu machen.

Im Brief heißt es: »Die Ampel-Koalition hat im Koalitionsvertrag vereinbart, ein wirksames EU-Lieferkettengesetz zu unterstützen. Bundeskanzler Olaf Schulz muss deshalb von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch machen und dieses Versprechen umsetzen.« Diese Forderungen unterschrieben rund 40 Passanten. Hannelore Gal informierte und führte interessante Gespräche. »Fast alle die ich angesprochen habe, haben auch unterschrieben.« So, wie Rosi und Bernd Odenweller. »Wie soll sich sonst etwas ändern?« Allerdings ist ihnen klar, dass es bis zur Umsetzung noch lange dauern wird.

Genug verdienen zum Überleben

Dass sich etwas ändern muss, damit Produzenten in Afrika, Asien oder Lateinamerika am Kaffee-, Kakao- oder Bananenanbau und an der Produktion von Kunsthandwerk genug zum (Über)leben verdienen, dafür setzt sich auch Manuela Enzinger ein. Sie weiß, dass ein solches Gesetz Waren verteuert, aber: »Vielen von uns geht es besser als den Menschen im globalen Süden.« Andere müssten mehr staatliche Hilfe bekommen. Wenn sie auch in Zukunft nicht von ihrer Arbeit leben könnten, seien weitere Flüchtlingsströme und Kriege programmiert, so eine Meinung. In Vorbereitung der Aktion hatte das Weltladen-Team die zuständigen Bundestagsabgeordneten von CDU, SPD, Grüne und FDP über deren Ortsverbände aufgefordert, sich in Berlin für das Anliegen einzusetzen, und hatten Wehrheimer Politiker eingeladen, sich zu informieren.

Diesem Wunsch waren aber nur FDP und SPD nachgekommen, von den Grünen und der CDU habe es keine Reaktion gegeben, bedauerte Hannelore Gal. Der Brief an den Kanzler kann noch bis Ende Oktober 2022 im Weltladen in der Oranienstraße 8a, montags bis samstags von 10 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr, unterschrieben werden. Mehr im Internet: www.Lieferkettengesetz.de.

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