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Am E-Bike-Fahren hat Hund Zambo ebenso viel Spaß wie Herrchen Andreas Haas.

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Grüne bringen den Bürgern E-Bikes und Elektro-Fahrzeuge näher

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Bei den Grünen konnten sich Interessierte am Samstag über E-Mobilität informieren, Autos und Fahrräder ausprobieren. Für den einen oder anderen war das eine überraschende Erfahrung.

Es ist ein nettes Gefühl, den Obernhainer Weg hinauf zu radeln, ohne ins Schwitzen zu kommen. Mit einem normalen Fahrrad, auch wenn es 21 Gänge hat, schaffe ich das nicht, aber mit dem E-Bike, das ich am Stand der Grünen für eine Probefahrt ausgeliehen habe, locker.

Hier geht es am Samstag um Elektromobilität, und in der neuen Mitte stehen zig E-Bikes von den Fachleuten der Firma Denfeld in Bad Homburg aufgereiht. Horst Schmitt berät kompetent, aber ich bin zunächst skeptisch. Was ich an meinem Tretesel habe, weiß ich, aber so ein Akku auf dem Gepäckträger ist mir, als Frau mit zwei linken Händen in Sachen Technik, suspekt. Was der Fachmann so erklärt von Akkus mit 400 oder 500 Watt bringt mich nicht wirklich weiter, aber dass ich je nach Gelände zwischen 60 und 100 Kilometer mit einer Ladung fahren kann, schon.

Zum Feldberg rauf braucht das Rad ein bisschen mehr Power – wenn ich sie nicht in den Beinen habe. Das ist das Gute am E-Bike: Ich kann selbst wählen, wie viel ich Strampeln möchte.

Der erste Blick auf den Monitor am Lenker verunsichert mich, denn auch mit dem Handy habe ich so meine Probleme. Der Fachmann erklärt, dass ich nur auf Plus oder Minus drücken muss, um die Motorkraft zuzuschalten, die anderen Finessen, die zeigen, wie viele Kilometer ich je nach Muskeleinsatz noch schaffe, interessieren mich vorerst nicht.

Jetzt geht’s auf den Sattel. Im alten Ortskern ist es noch ganz einfach, sind eh nur 30 Stundenkilometer erlaubt. Kleiner Scherz mit realem Hintergrund, denn mit Akku-Zuschaltung sind selbst beim Bergauffahren 25 Sachen schnell erreicht. Die schaffe ich mit meinem alten Tretesel nur mit starkem Rückenwind.

Den brauche ich hoffentlich bei der Fahrt mit dem Elektroauto, einem Smart, nicht. René Hirschfeld, dem das Auto gehört, und der es um keinen Preis der Welt hergeben möchte, weist mich ein. Ganz Frau, frage ich zuerst nach dem Kofferraum für den Großeinkauf, den kleinen erledige ich ja mit dem Fahrrad. Mein Schreck ist groß, denn der Kofferraum ist voller Kabel. Eins für die schnelle Ladung (etwa eine Stunde), andere und Adapter für schnelle, mittelschnelle oder langsame Ladung, die bis zu fünf Stunden dauern kann.

„Die Kabel sind nur zum Zeigen, normalerweise habe ich nur eins dabei.“ Den Strom gibt’s übrigens kostenlos bei der Mainova, und meist auch an Ladestationen, die es nach dem Motto: „Einkaufen und dabei das Auto aufladen“, immer öfter auf Supermarktparkplätzen gibt. Beim fünfsitzigen Zoe von Renault, der daneben steht, dauert das Laden zwar länger, aber da passen neben dem großen Einkauf auch die Enkel rein.

Vor dem Fahren macht mir der Fachmann klar, dass ein E-Auto keine Schaltung braucht. Eine gute Nachricht, es kann nicht unverhofft ausgehen. Wir steigen ein, es ist mucksmäuschenstill. Ich habe gar nicht mitgekriegt, dass René Hirschfelder den Motor gestartet hat. Dass Fußgänger ihn nicht hören, kennt er nur aus Parkhäusern, weniger auf Straßen.

Jetzt kann’s losgehen. Wie beim Fahrrad hängt der Verbrauch davon ab, ob ich den Berg rauf oder runter fahre. Bergab lädt sich der Akku sogar wieder auf, und zwar ganz von selbst. Die verbleibende Kilometerleistung zeigt er auch an. Im Sommer sollten es beim Smart im Durchschnitt 120 Kilometer sein. Wer größere Strecken fahren möchte, muss sich gut vorbereiten für die nähere Umgebung, und wenn das Radeln zu anstrengend wird, ist ein E-Auto nicht schlecht, aber mit dem E-Bike warte ich noch so lange, bis ich wirklich keine Puste mehr habe.

Es ist aber auch eine gute Lösung für Frauen, damit sie bei Ausflügen mit fitten Männern mithalten können.

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