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Wehrheim bildete eine traumhafte Kulisse hinter dem Wettkampf-Oval.

350 Teilnehmer

Hessische Meisterschaften auf dem Hirtenhof: Festival der Islandpferde

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Wie bei den großen Open-Air Rock-Festivals bildete sich auch bei den Hessischen Meisterschaften der Islandpferde-Reiter am Rande des Hirtenhofs rund um das Wettkampf-Oval ein Camp aus Wohnmobilen und Zelten.

Isländische Flaggen mit dem skandinavischen Kreuz in Blau, Rot und Weiß flatterten an Fahnenmasten im strammen Westwind. Die Fahnen des nordischen Insel-Reiches waren aber auch auf Wohnmobilen, Campingwagen, Zelten und auf Fleece-Jacken sowie Schildmützen allgegenwärtig.

So viel skandinavisches Flair wie bei den Hessischen Meisterschaften der Islandpferde-Reiter war am Wochenende garantiert nirgends im Taunus zu verspüren. Vor allem die Hauptakteure, die auch Isländer oder Islandpony genannten Pferde, verströmten auf dem Hirtenhof eine spürbare Brise nordisches Lebensgefühl.

Apropos Brise: nach drei Monaten Hitze und Trockenheit in diesem Rekordsommer, war das Wetter bei den zum fünften Mal auf dem Hirtenhof ausgetragenen Hessischen Meisterschaften eher skandinavisch. Der Temperatursturz sorgte am Wochenende für frische Witterungsverhältnisse.

Die besagten, isländisch beflaggten Fleece-Jacken und Schildmützen waren wegen des kühlen Wetters allgegenwärtig. Den Tieren hingegen ist es einerlei, ob Hitze oder eine frische Brise den Wettkampf prägten. Als ehemalige Steppentiere haben die Islandpferde einen hohen Licht- und Frischluftbedarf.

Die großen, leistungsstarken Lungen der Tiere sind auf gute Frischluftversorgung angewiesen, um gesund und funktionsfähig zu bleiben. Da sie über hervorragende Mechanismen verfügen, um sich der Umgebungstemperatur anzupassen, können Islandpferde von allen Haus- und Nutztieren andauernde Hitze und Kälte sowie Temperaturschwankungen am besten vertragen.

Sie heißen zwar Island-„Pony“. Doch die aus Island stammende, vielseitige und robuste Pferderasse kann dank ihres kräftigen Körperbaus auch von Erwachsenen geritten werden. Die teilnehmenden 350 erwachsenen Reiter und deren Teams übernachteten in hunderten Wohnmobilen, Wohnwagen und Zelten.

Klassische Campingplatz- oder Festival-Atmosphäre kam wegen der langanhaltenden Trockenheit auf dem Reiterlager jedoch nicht vollständig auf. Die extreme Trockenheit sorgte für Brandgefahr. „Grillen strengstens verboten“ lautete das Verbot auf den Schildern entlang des Sammelplatzes und sprach Bände.

Dennoch trafen sich die Teilnehmer abends natürlich mit ihren Nachbarn auf Zeit – zu einem Bier oder morgens früh auf ein Tässchen Kaffee. Oder aber man verabredete sich an einem der zahlreichen Verpflegungsbuden auf dem weitläufigen Gelände des Hirtenhofes, die auch während der Wettkämpfe stets gut besucht waren.

Bei einem Crêpes beim Eis-Café „Des Sol“ tauschten Reiter ebenso Neuigkeiten aus, wie an den Grill- und Bierbuden oder an einem Smoothie-Stand.

Die herrliche Anlage des Hirtenhofs mit Weitblick auf Wehrheim und den Winterstein mischten die Wettkampf-Atmosphäre zusätzlich mit einer Prise Urlaubsstimmung, die die Teilnehmer, wie auch die zahlreichen Besucher sichtlich genossen.

Bei den Meisterschaften wurden rund 70 Prüfungen in verschiedenen Leistungs-Klassen geritten. Neben dem sogenannten „Tölt“, der klassischen Dressur sowie leichten Spring- und Trailprüfungen war das Publikum vor allem auch beim sogenannten Passrennen auf der schnurgeraden 300 m langen Passbahn begeistert (siehe Lokalsport).

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