Verkehr

Es ist immer noch eng in Wehrheim

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Ein Mähdrescher kann schon mal dreieinhalb Meter breit sein. Für diese wurde von der Gemeinde in der Hauptstraße Platz geschaffen; allerdings nur scheinbar.

Als in Wehrheim noch die Pferdefuhrwerke und später die ersten kleinen Traktoren durch die Hauptstraße ratterten, hätte sich wohl niemand vorstellen können, dass es einmal Landmaschinen gibt, die die ganze Straßenbreite ausfüllen. Heute nutzen viele Mähdrescher die gesetzlich grundsätzlich erlaubten drei Meter Breite auf den Millimeter aus – zumindest was die Karosseriebreite angeht. Denn misst man von Außenkante zu Außenkante der riesigen Reifen, landet man schon mal bei dreieinhalb Metern.

Und auch wenn es für die anderen Verkehrsteilnehmer ab und an ärgerlich sein mag, über mehrere Kilometer hinter einem solchen Riesen festzuhängen, der mit bis zu 400 PS zwar äußerst kraftvoll, aber nicht sonderlich schnell ist – mehr als Tempo 20 ist meist nicht drin –, will wohl jeder sein Brot, möglichst mit regionalen Zutaten, auf dem Teller haben. Und so heißt es, gegenseitig Rücksicht zu nehmen, wenn der Mähdrescher auf dem Weg von Feld A zu Feld B über „normale“ Straßen rollen muss.

In der Hauptstraße sollte, auch für solche landwirtschaftlichen Schwergewichte, durch den Wegfall dreier Parkplätze eine Ausweichmöglichkeit geschaffen werden, so- dass der Gigant rollen kann. Vergangene Woche wurde das Provisorium zur Dauerlösung – das Bauamt hat die entsprechenden Schilder montiert. Doch wie bei der Übergangslösung, so standen auch bei dieser zufällig dokumentierten Durchfahrt des Mähdreschers wieder Autos so, wie sie nicht (mehr) stehen sollten. Die Konsequenz: Hektisches Blinken, Millimeterarbeit, erhitzte Gemüter. Und Autofahrer, die trotz des massiven Hindernisses im Tal versuchen, doch noch irgendwie ihren Vorrang gegenüber dem Brummer durchzusetzen und dafür andere zu überholen, die am Alten Rathaus bereit sind, den Gigant passieren zu lassen.

Das muss nicht sein. Insofern: Lieber den Wagen auf einem „echten“ Parkplatz abstellen und ein paar Meter zu Fuß gehen. Und wer auf der Straße mit solch einem Gegenverkehr konfrontiert wird, darf es dem entgegenkommenden Steuermann etwas leichter machen, indem er vorausschauend fährt und ihm den Platz einräumt, den er braucht, um ein paar Kilometer weiter seiner Arbeit nachgehen zu können.

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