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Die Wehrheimer Hobbyarchäologin Almut Gwiasda bei der Ausgrabung der Urne aus der Bronzezeit an der Danziger Straße.

3000 Jahre alter Fund

Die Kelten-Urne soll umziehen

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Das war damals ein toller Fund an der Danziger Straße: Eine fast vollständig erhaltene Urne aus der späten Bronzezeit wie man sie selten findet. Nach Meinung des Geschichtsvereins hat dieses Vorzeigeobjekt keltischer Kultur einen besseren Platz verdient als den in der Ecke des Stadttormuseums.

In der Ecke im Stadttormuseum ist es zwar hell, aber so richtig Beachtung findet die Urne aus der späten Bronzezeit nicht. Dabei hätte sie es mehr als verdient. Sie ist fast 3000 Jahre alt und eines der am besten erhaltenen Stücke, die in der Region gefunden wurden. Viele Leute haben sich dafür eingesetzt, dass sie gefunden, geborgen und zusammengesetzt werden konnte. (siehe weiteren Bericht unten). Außerdem gab’s seinerzeit einen Zuschuss vom Denkmalamt. Deshalb sollte sie einen exponierten Platz haben, denn sie ist ein wichtiger Teil Wehrheimer Geschichte.

Almut Gwiasda war als Hobbyarchäologin bei der Ausgrabung dabei. „Mir tut es in der Seele weh, dass sie im Stadttormuseum so gar niemand zu Gesicht bekommt. Das hat sie nicht verdient“, bedauert Gwiasda. Auf ihren Spaziergängen durch die Gemarkung stößt sie auch jetzt noch auf frisch umgepflügten Äckern immer wieder auf Zeichen früherer Kulturen und Hinweise auf Menschen, die hier einst gelebt haben. Eine so gut erhaltene Urne sei ein Glückstreffer und müsse auch entsprechend gewürdigt und der Nachwelt gezeigt werden.

Für Stefan Velte, den Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins ist die Urne, die samt Grabbeilagen erhalten ist, ein einzigartiges Stück und ein wichtiger Hinweis auf die frühe Geschichte dieser Region. Sie muss seiner Meinung nach einen Platz haben, der ihrer Bedeutung gerecht wird, und wo Bürger ebenso wie Touristen sie sich ansehen könnten. Zumal sie seinerzeit mit Zuschüssen des Landes restauriert wurde, und ein öffentliches Interesse bestehe.

Im Stadttormuseum gebe es – bis vielleicht auf den früheren Wetterhahn der evangelischen Kirche, der aber fast schon beim Ansehen zerbreche und keinen Transport erlaube – keine weiteren Gegenstände, die von so großer allgemeiner Bedeutung seien.

Das alte Stück sei fehl am Platz, denn im Stadttor gebe es keine Dauerausstellung. Zugang zur Vitrine gebe es nur, wenn das Stadttor – meist um die Weihnachtszeit – seine Tür für eine Sonderausstellung öffnet. Wenn sie nicht zu deren Thema passe, werde sie auch schon mal zugehängt. Zudem nehme die Vitrine im kleinen Raum im ersten Stock viel Platz weg.

Gwiasda und Velte haben auch schon eine Idee für einen Standort, welcher der Bedeutung des guten Stückes gerecht wird: Das Rathaus, denn es ist jeden Werktag geöffnet und es hat viele Besucher. „Ein Platz dürfte sich finden lassen“, sind sich beide einig.

Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) hat auch schon eine Idee, wo sie angemessen gewürdigt werden könnte: „In der Glasvitrine direkt gegenüber des Eingangs.“ Auch er findet, dass sie ein wichtiges Relikt aus vergangener Zeit ist, ein Anschauungsobjekt auch für den Geschichtsunterricht, das einen exponierten Platz haben sollte.

„Wir müssen jetzt sehen was machbar ist“, sagt Velte. Eine Anzahlung auf beim Umzug entstehenden Kosten für eine neue Vitrine hat er vom Landrat schon bekommen. Allerdings nimmt der Geschichts- und Heimatverein gerne auch weitere Spenden entgegen, da eine neue Vitrine für die Urne samt guter Absicherung, nicht ganz billig sein dürfte, vermutet Velte. Wer sich beteiligen möchte, kann seine Zuwendung auf das Vereinskonto bei der Raiffeisenbank Oberursel überweisen, IBAN: DE81 5006 1741 0005 0299 29.

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