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Zwei Sportler im Wettstreit um den Ball: Dieses Mosaik an der Stirnseite der alten Sporthalle sollte erhalten werden, ganz gleich welchen Wert es hat. Gerne wüsste man allerdings mehr über den Künstler, der es einst erschaffen hat.

Bild an der alten Sporthalle

Wer kennt den Künstler dieses Mosaiks in Wehrheim?

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An den Bau der alten Sporthalle im Ortskern dürften sich einige Wehrheimer noch gut erinnern. Doch welcher Künstler das Mosaik an einer der Außenwände geschaffen hat, ist bislang nicht bekannt. Viele Bürger wollen es erhalten, wenn die Halle bald abgerissen wird.

Tischtennis, Judo oder Gymnastikstunden der Turn- und Sportgemeinde – in der alten Sporthalle wird derzeit noch eifrig trainiert. Zuletzt hatte auch die Heinrich-Kielhornschule das Haus noch genutzt. Bis zur Eröffnung einer neuen Sporthalle wird es aber noch einige Zeit dauern.

Die alte Sportstätte wurde Anfang der 1960er Jahre eingeweiht. Thomas Wagner, Vorsitzender der Turn- und Sportgemeinde, weiß es noch ganz genau: Der damalige Ministerpräsident Georg-August Zinn (SPD) kam mit einem weißen Mercedes angereist.

„Da haben wir Jungs ganz große Augen gekriegt.“ Denn die Kinder der 1954 gebauten Volksschule gleich gegenüber durften bei der Einweihung zuschauen. Dass der Ministerpräsident dabei war, könnte darauf schließen lassen, dass das Land Hessen Bauherr war, denn damals waren die Zuständigkeiten für Schulen noch anders geregelt als heute.

Im Kreis-, aber auch im Landesarchiv finden sich jedoch keine Unterlagen, hat Gregor Maier, Leiter des Kreisarchivs des Hochtaunuskreises, nach langer Recherche festgestellt. Auch im Archiv der Gemeindeverwaltung hat Ottmar Lauth vom Bauamt nichts gefunden. Mittlerweile ist die in die Jahre gekommene Halle marode und wird vermutlich im nächsten Jahr von einer neuen ersetzt. Diese wird jedoch am Oberloh stehen. Die alte ist im typischen 1960er-Jahre–Stil mit kleinen Oberlicht-Fenstern und Holzvertäfelung im Innern versehen, aber sie hat auch eine Besonderheit: ein Mosaik auf ihrer Stirnseite zum Schulhof hin, das zwei Sportler darstellt, die sich nach einem Ball ausstrecken und so insgesamt wohl symbolisch für sportliche Betätigungen stehen. Trotz intensiver Recherchen konnte die Taunus Zeitung bisher den Künstler des Mosaiks nicht ermitteln. Es kann somit auch nichts über den Wert gesagt werden.

Dessen ungeachtet sind einige Wehrheimer der Meinung, dass es erhalten werden sollte, so auch Architekt Herbert Velte. Es sei gar nicht so schwierig, das Mosaik so abzutragen, dass es an einer anderen Wand wieder aufgestellt werden könne, meint Velte. Zum Beispiel an einer Wand der neuen Sporthalle am Oberloh – entweder innen oder außen.

Velte hat von einem ähnlichen Fall gehört, bei dem sich erst nach Abriss herausgestellt hat, dass es sich um ein wertvolles Kunstwerk handelte. Ihm ist das Mosaik aber auch als Erinnerungsstück an die Halle wichtig, in der mehrere Generationen Sportunterricht hatten oder dort Sport als Mitglieder der TSG Wehrheim trainiert haben.

Wer also Näheres über den Bau der Halle und vor allem über den Künstler weiß, der das Mosaik geschaffen hat, kann sich mit der Redaktion dieser Zeitung unter der Telefonnummer (0 60 81) 91 86 46 in Verbindung setzen.

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