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Kinder entdecken den Lebensraum Wald

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Spannende Entdeckungsreise: Beim Waldtag tauchen die Kinder der Wehrheimer Limesschule tief in die Natur ein. FOTO: MAI © Red

Wehrheim (mai). Der Wald braucht den Menschen nicht, aber der Mensch den Wald. Das machten Mitarbeiter des Forstamts Weilrod den Kindern der zweiten Klasse der Limesschule beim Waldtag deutlich. Sein Bätterdach spendet Schatten und seine Blätter liefern durch Photosynthese saubere Luft, was in einer Zeit, in der der Klimawandel als Damoklesschwert über dem Planeten schwebt, umso wichtiger ist.

Kinder können Bäume erklettern, Erwachsene die Ruhe zum Spazierengehen und Entspannen genießen. Aber für menschlichen Müll ist er der falsche Platz, machte Waldpädagogin Bhavana Kaiser deutlich.

Die Schüler der 2d waren bestens vorbereitet, denn sie brachten es vom Ahorn über Apfelbaum, Buche, Birke, Eiche, Erle, Linde, Kastanie und Kiefer bis hin zur Tanne auf zwölf verschiedene Baumarten, und lernten, Ahorn, Buche, Eiche und Kiefer an ihren Blättern und Rinden zu unterscheiden. Die Rinde der Buche erfühlten sie so glatt wie eine Elefantenhaut, und ihre Blätter gleichen einer Kerzenflamme, das konnten sich die Schüler leicht merken. Sie entdeckten jede Menge Nachkommen, die zu Füßen des Ahornbaums standen und sich in die Höhe reckten. Ob sie jemals groß Bäume werden, ist aber nicht sicher, erfuhren sie von Thomas Götz.

Denn im Wald leben Hirsche, Rehe und Wildschweine, und die haben Hunger auf Blätter, zarte Knospen und im Winter lieben sie die Rinde frisch gepflanzter Bäume. »In den Wunden siedeln sich Pilze und Sporen an und zerstören junge Bäume«, so Götz.

Von den Aufgaben der Forstleute

Der Förster umgebe die frisch gesetzten Pflanzen mit einem Schutz, und wenn das Wild in einem Revier gar zu übermächtig werde, müsse der Jäger ran und die Zahl begrenzen, allerdings mit Bedacht. Der Forstmann hatte das Horn eines Rehbocks und Geweihe von Hirschen in verschiedenen Altersstufen mitgebracht und erläuterte den Schülern die Lebensgewohnheiten der Tiere.

Er wies darauf hin, dass sich Horn und Geweih jährlich erneuern, das Gehörn beim Kampf um weibliche Gunst, aber auch als Waffe gegen Feinde eine Rolle spiele.

Thomas Götz verschwieg auch nicht, dass der Wolf dazu gehört, dass er in Hessen früher heimisch war, und heute hin und wieder zu sehen sei. »Er zieht auf der Suche nach einer Partnerin meist nur durch, ein Rudel gibt es hier noch nicht.«

Vor allem die Jungs staunten über die Gerätschaften, die Uwe Neun mitgebracht hatte. Nein, einen Harvester, mit dem viele Bäume an einem Tag abgeholzt werden können, oder ein Rückepferd, das die gleiche Arbeit, aber langsamer und behutsamer macht, hatte der Forstmann nicht dabei, dafür aber eine große Kettensäge.

Der Wehrheimer Förster Björn Neugebauer machte deutlich, wie schwer es der Wald in der heutigen Zeit hat. Denn Trockenheit und Umweltverschmutzung bringen enorme Probleme mit sich. Etwa den Borkenkäfer, der vor einigen Jahren ganze Fichtenwälder vernichtete, sodass schwere Stürme leichtes Spiel hätten. Ziel sei es jetzt, Bäume zu pflanzen, die den Wandel des Klimas und die zunehmende Trockenheit aushalten können. Eines ist klar: Nach diesem Waldtag und der Nachbereitung in der Schule werden die Schüler ihren heimischen Wald beim Spaziergang mit den Eltern oder der nächsten Fahrradtour mit anderen Augen sehen.

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