Florian Gruca (von links), Björn Neugebauer, Felix und Benjamin auf der Schaukel, Martin Rinwald und Silvia Buske im klassischen Familiengarten von Doris Schäfer.
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Florian Gruca (von links), Björn Neugebauer, Felix und Benjamin auf der Schaukel, Martin Rinwald und Silvia Buske im klassischen Familiengarten von Doris Schäfer.

Wehrheimer Gartenwettbewerb zielt nun auch auf Familien ab

Kinder langsam und spielend an die Natur heranführen

  • VonTatjana Seibt
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Familien zeigen, wie sie ihr Grün passend für alle Altersstufen gestalten

Die einen setzten darauf, dass ihre Sprösslinge mitkriegen, wie im Garten Essen wächst und dass sie den Gesang der Vögel, das Summen von Insekten und den Geruch von Pflanzen kennenlernen. Anderen ist es wichtig, dass Kinder im Garten eigene Spielgeräte haben.

Neu beim Wehrheimer Gartenwettbewerb ist die Kategorie Familiengärten. Am Samstag war Wehrheims Umweltbeauftragter Martin Ringwald mit der Jury, zu der auch Förster Björn Neugebauer, Garten- und Landschaftsbauer Florian Gruca und Silvia Buske gehören, in zehn Gärten unterwegs. Für die neue Kategorie gibt es eigene Kriterien. "Wichtiger als ein perfekter Rasenschnitt und unkrautfreie Blumenbeete ist es, dass Kinder wissen, wie Gemüse wächst oder wie Himbeeren vom Strauch schmecken", sagt er. Dies und der ökologische Aspekt stehen bei der Försterfamilie im Vordergrund. Dass der Förster den eigenen Garten nicht bewertete, versteht sich.

Eine immense Vielfalt

Bei der Gartenführung machte er seine Prioritäten deutlich. Rutsche und Sandkasten interessieren den knapp einjährigen Ben noch nicht so sehr. Aber eine Schaukel hängt im Apfelbaum, eine zweite im Kaninchengehege, weil da ein tragfähiger Balken zur Verfügung steht. Wenn Neugebauer und seine Frau Sina im Garten arbeiten, ist der Kleine auf der Trage im Rücken immer dabei.

Die Neugebauers sind Mitglied im Netzwerk Blühende Landschaften und haben den Garten nach dem Einzug im Februar 2020 nach ihren Vorstellungen umgestaltet. Überall gibt es Blühstreifen. Im hinteren Bereich des Gartens hat der Förster nur einmal Heu gemacht für die Kaninchen. Sonst reichen ein paar Schwünge mit der Sense, um die Wege frei zu halten.

Direkt am Haus befindet sich ein großes Tomatenbeet, in Hochbeeten gedeiht eine Vielfalt an Gemüse, auch einige Erdbeeren nach dem Motto "Vom Garten direkt in den Mund oder den Brei". Mangold, Salat, Kohlrabi, Möhren und Rote Bete wollen noch geerntet werden, genau wie Knoblauch und Zwiebeln. Der Spinat hat Paprika, Pastinaken, Porree und Knollensellerie Platz gemacht.

Im hinteren Gartenbereich wachsen Gurken, Zucchini und Fenchel. Die Johannisbeeren werden bald reif. Die Idee für das Himbeergestell stammt wie viele andere Anregungen von Youtube. Um die Verdunstung zu minimieren, bleibt die Erde überall bedeckt. Holzschnitzel auf den Wegen und Grünschnitt zwischen Bohnen und Kartoffeln sollen das Austrocknen verhindern. In diesem Jahr hat die Familie die Zahl der Wassertonne verdreifacht um den Nutzgarten ausreichend gießen zu können.

Außerdem versucht Neugebauer ohne umgraben auszukommen, um das Bodenleben nicht zu stören. Wo jetzt Kartoffeln wachsen, war früher Rasen. Den hat der Förster abgestochen, darauf Pappkartons gelegt und auf diese ordentlich viel Kompost. Damit die beiden Hunde nicht auf das Kartoffelbeet laufen, hat er es mit einem Zaun aus Kopfweiden abgetrennt, in der Hoffnung, dass die Stecklinge den Boden später nicht zu sehr auslaugen. Bis Ben richtig im Garten mithilft, wird es noch eine Weile dauern.

Apfelbaum attraktiver als das Baumhaus

Anders ist das im Schrebergarten von Familie Schäfer in Pfaffenwiesbach. Der achtjährige Felix und seine sechsjährigen Zwillingsbrüder Tim und Benjamin helfen Oma Doris Schäfer schon immer gerne bei der Gartenarbeit und beim Ernten. "Manchmal wachsen dann zwischen dem Spinat Sonnenblumen", verrät die Oma mit dem grünen Daumen. Felix hat sich zum Geburtstag sogar einen Nashi-Birnbaum gewünscht und zusammen mit seinem Vater Jörg Schäfer gepflanzt.

Der Familienvater hat in einem Teil des ehemaligen Nutzgartens für die Söhne verschiedene Spielgeräte aufgestellt. "Dass die Söhne das für sie gebaute frei stehende Baumhaus nicht so gerne nutzen, sondern lieber im Apfelbaum klettern, nimmt er gelassen. Und sie lieben es, in den Blühstreifen Schmetterlinge und andere Insekten zu beobachten. Evelyn Kreutz

Der knapp einjährige Ben nimmt mit seiner Mama Sina Neugebauer den Garten mit allen Sinnen wahr.

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