Moderne Geräte

Kommende Woche wird der Verkehr in Wehrheim erfasst

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Verkehrszählungen zeichneten sich in der Vergangenheit dadurch aus, dass warnbewestete Menschen an den Straßen sitzen und Strichlisten führen. Im Apfeldorf wird’s kommenden Mittwoch moderner gemacht. Verzichtbar macht die Technik den Menschen nicht.

Die Redaktion wagt mal eine Prognose: Am kommenden Donnerstag, 13. September, wird der Verkehr etwas langsamer als sonst durch den Ortsteil Wehrheim rollen. Denn während die Verkehrszeichen am Wegesrand den allermeisten Verkehrsteilnehmern schon einmal irgendwo begegnet sein dürften, werden an diesem Tag einige Stellen mit bislang unbekannten Gerätschaften geschmückt sein.

Die kleinen Kästen mit ihren großen, mit Kameras bestückten Masten sind kein Experiment des Ordnungsamts, um das bei der vergangenen Parlamentsrunde verkündete Haushaltsdefizit spontan durch Massenblitzerei auszugleichen. Es wird sich um Geräte der Firma R+T Verkehrsplanung handeln, die von der Gemeinde beauftragt wurde, die Verkehrsströme in Wehrheim zu messen.

Das passiert in der Regel im Rahmen von klassischen Verkehrszählungen, bei der zahlreiche Menschen an die Straßen gesetzt werden, deren Aufgabe darin besteht, vorbeikommende Autos, Lastwagen und Radfahrer auf einer Strichliste zu verewigen. Bei klemmbrettbewaffneten Kleingruppen an Kreuzungen können die Vorbeifahrenden sicher sein, dass auch notiert wird, ob man abbiegt oder geradeaus weiterfährt.

Die Zeiten sind jedoch zumindest zum Teil vorbei. Das Zauberwort heißt „Videobasierte Verkehrserhebung“ – und da kommen die kleinen Geräte ins Spiel. Die Firma aus Darmstadt hat zehn Stück davon, die sie am Dienstag im Ortskern und an den Ortseingängen an Schildermasten oder Laternen installieren wird, um dann am Mittwoch den Verkehr zu messen.

Dazu wird der Verkehr gefilmt, das Material wird in 15-Minuten-Intervallen ausgewertet. Dabei kann das Gerät zwischen Fahrrädern, Motorrädern, Autos, Kleintransportern, Lastwagen, Bussen und Sattelzügen unterscheiden.

Die Gemeinde weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Aufnahmequalität „bewusst insoweit reduziert ist, dass datenschutzrechtliche Belange nicht tangiert werden. Personen oder Fahrzeugkennzeichen können nicht erkannt werden.“

Da kommt dann der Mensch ins Spiel, denn an den Ortsausgängen werden

Helfer mit Diktiergeräten

positioniert. Deren Aufgabe besteht darin, einen Teil des Kennzeichens auf Band zu sprechen. Diese Aufnahmen werden anschließend verglichen, um so ermitteln zu können, wie groß der Durchgangsverkehr ist. Auch hierbei weist die Gemeinde darauf hin: „Um den Datenschutz zu berücksichtigen, wird jeweils nur ein Teil des Kennzeichens erfasst.“

Zur videobasierten Erfassung teilt die beauftragte Firma mit: „Vorteile liegen in der großen Zuverlässigkeit der Ergebnisse und der jederzeitigen Nachprüfbarkeit.“ Die Geräte werden übrigens so installiert, dass es keine Sichtbehinderungen oder Einschränkungen für Fußgänger geben soll.

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