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Anne Mayer hatte einen ganzen Hühnerstall mitgebracht zur Kunstausstellung bei Günter Kroh.

Kreativ

Kunst bei Günter Krohs Gartenschau bestauen

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Kunst braucht Raum. Der muss nicht zwangsläufig geschlossen sein. Der Garten von Günter Kroh erwies sich auch dieses Mal wieder als der ideale Ort, wo sich Kunst und Käufer begegneten.

Es gibt sie, diese malerischen Orte, die aus allen Ecken „Kunst“ atmen. Einer dieser Orte an denen sich Kunst und Können, Handwerk und Kitsch vereinten, ist der Garten von Günter Kroh in der Pfaffenwiesbacher Straße 17. Am vergangenen Wochenende präsentierten dort eine Vielzahl von Künstlern ihre Werke im Garten und rund ums Haus.

Während Galerien häufig einen repräsentablen und vor allem formellen Charakter haben, Museen in erster Linie Flächen zum Zeigen bieten, gab’s bei Günter Kroh die Kombination aus alltagsfreundlicher Kunst, die sich im natürlichen Lebensraum präsentierte.

Kein Zweifel, wären Petra Minets Werke „wasserdicht“ gewesen, sie hätten hervorragend zum Entree des Gartens gepasst. Die Wehrheimer Malerin sorgte gleich am Eingang mit ihren großformatigen Bildern für den ersten Blickfang der Gesamtausstellung im Garten. Landschaften, Stillleben wechselten sich auf dem Weg ins Innere ab bis hin zu einer Wand, wo die beiden Gruppen „Portakt“, deren Namen sich aus Porträt und Aktmalerei zusammensetzt, ihre Werke zeigten.

Regelmäßig treffen sich die beiden Künstlergruppen im Mehrgenerationenhaus, um dort ihren Studien nachzugehen. Leiter von beiden Gruppen ist Günter Kroh, dessen Hof und Garten mit rund 1000 Quadratmetern die Ausstellungsfläche bildeten.

Auch wenn die

Maler in der Überzahl

waren, gab es doch auch einen breiten Raum für die Kunsthandwerker. Anne Mayer zum Beispiel hatte eine ganze Schar von Hühnern aus ihrem heimischen „Kunststall“ befreit und sie mit in den Garten gebracht, wo sie friedlich standen und auf neue Liebhaber warteten. „Zur Fußballweltmeisterschaft habe ich auch die passenden Hühner gemacht“, sagte sie und verwies auf eine entsprechende Schar in unmittelbarer Nähe. Unter die Rubrik Kunsthandwerk fielen auch die Hüte von Ingrid Fischer, die sie in liebevoller Handarbeit und mit beachtlicher Finesse hergestellt hatte.

Dem Drechsler Michael Steyer durften die Besucher bei seiner Arbeit direkt über die Schulter schauen. Surrend drehte sich die Maschine, und binnen kurzer Zeit legte der Hobbydrechsler die im Inneren verborgene Birne, die allein sein künstlerisches Auge wahrgenommen hatte, frei. Ein bisschen schleifen, etwas feilen, und schon reihte sich das hölzerne Früchtchen in die Reihe anderer Artgenossen ein. Dass Steyer nicht nur Obst und die passenden Schalen gestalten kann, zeigte sich an dem kleinen Verkaufstisch, wo zwei Besucherinnen Kugelschreiber erstanden. „Dieser Kugelschreiber ist ein Abschiedsgeschenk“, verriet eine der beiden Frauen glücklich über das schöne und praktische Schreibgerät.

Während Steyer für die filigranen Arbeiten zuständig war, zeigte der Schmittener Künstler Penti Lepistö zwischen Malern und anderen Künstlern, dass sich Kunstwerke auch mit der Motorsäge herstellen lassen. Im Hof stellte er nicht nur große Holzskulpturen aus, sondern machte sich mit der Motorsäge auch gleich ans Werk, neue Figuren aus dem Holz zu befreien.

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