400 Gramm Fleisch im Durchschnitt

Schlemmen bei der Feuerwehr: Grill-Festival mit Profi-Köchen

  • vonAlexander Schneider
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Was soll schon dabei herauskommen, wenn die Feuerwehr, entgegen ihrer eigentlichen Zweckbestimmung, das Feuer nicht aus-, sondern anmacht? Antwort: Jede Menge Leckeres und zwar beim Wehrheimer „Grill-Festival“.

Wie bei Beton, ist es auch bei Feuer: Es kommt darauf an, was man daraus macht. Macht man ein „Grill-Festival“ daraus, wie die Wehrheimer Feuerwehr am Samstag, ist alles einfach nur gigantisch. Nicht nur gigantische Mengen, sondern auch gigantische Qualität wurden an die Gäste verteilt.

„Grillen kann jeder, wir wollten aber mehr, mehr Professionalität, mehr Qualität“, skizzieren Wehrführer Florian „Flo“ Fey und Fördervereinschef Benny Caspary, den Entscheidungsprozess, der vor drei Jahren in der Wehrführung vollzogen wurde.

Die Idee war nämlich, nicht selbst zu grillen, sondern grillen zu lassen. Bei den lokalen Größen der Speiseveredlung rannten die Brandschützer auch diesmal wieder sofort offene Türen ein. Marco Engel, stellvertretender Küchenleiter im Rentenbank-Casino, Siggi Reitz, TV-Koch und künftiger Wirt im Gasthaus „Zum Löwen“ in Hasselbach, Erika Eidukeviciute, sie wirkt in Ernos Bistro in Frankfurt, Vilo Uka vom Landgasthof Saalburg und Kay Herzer, verantwortlicher Herdkünstler im Wehrheimer „Löwenherz“, bemühten sich am Samstag um das Wohl der Gäste. Sie konnten es drehen und wenden wie sie wollten, die Warmhaltewannen waren immer schneller leer, als sie mit frischem Grillgut nachgefüllt werden konnten. Mit in der Outdoorküche „Zum alten Feuerwehrdepot“ stand auch Detlef Berkenhoff, zwar nicht direkt vom Fach, aber trotzdem ein begnadeter, weil hoch motivierter Hobbykoch. Dem Ingenieur war nichts zu schwör. Kochen am allerwenigsten.

Die Feuerwehr hätte am Samstag gerne noch mehr als die knapp 100 erschienenen Gäste bewirtet, musste aber eingestehen, dass das Wetter einfach zu gut war. Viele potenzielle Mitesser hatten es nach dem Rasenmähen wohl vorgezogen, auf der eigenen Terrasse selbst zu grillen. Das war der umgekehrte Effekt vom letzten Jahr. „Da war es a . . . kalt“, erinnert sich Siggi Reitz lachend. Die Mannschaft im Küchenzelt hatte bei aller Professionalität auch sonst jede Menge Spaß.

Die sechs Herren mit Dame waren noch wie wild am Grillen, da ertönte drinnen in der von Feuerwehrautos leergeräumten Halle schon tosender Beifall. „Euer Applaus“, rief Flo Fey der Küchenbrigade zu. „Viel zu früh, probiert’s doch erst einmal“, machte Marco Engel auf Understatement.

Die vornehme Zurückhaltung war jedoch gänzlich unangebracht, wie die lange Schlange und die verzückten Blicke am Büfett schon wenig später bewiesen. Die allemal gerechtfertigten 28 Euro waren gerne bezahlt worden. Die Gäste hatten dafür die qualvolle Wahl: Vom „All you can eat“-Menü gab es fünf Sorten Fleisch – Rind, Schwein und Pute –, gedünsteten Lachs, eine herrlich nach Knobi duftende Scampi-Pfanne sowie mit Kräutern und Tomaten veredelten, in Alufolie geschmolzenen Ziegenkäse.

„Schlemmen für den Brandschutz“ war die Devise, die mit einer schier endlos erscheinenden Batterie aus rund 20 von Feuerwehrfrauen angerichteten Salaten noch quälender wurde. Die Gäste ließen es langsam angehen, überhäuften ihre Teller nicht, sondern gingen lieber zweimal, oder dreimal. „

400 Gramm Fleisch

haben wir für jeden gerechnet, im Durchschnitt“, gab Kay Herzer Einblick in die Kalkulation. Durchschnitt hieß: Wer ordentlich Hunger hatte, schaffte auch mehr.

Fey und Caspari strahlten über die Resonanz und die Bereitschaft der Grillprofis, ihre Zeit und ihr Talent zu spenden.

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