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Die Bundeswehr will keine Solaranlagen von Dritten auf ihren Liegenschaften. Symbolfoto: dpa

Nur als Eigenbetrieb

Solarenergie vom Munitionsdepot: Bundeswehr will keine Anlagen Dritter

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Über 300 Bunker stehen zwischen dem Apfeldorf und Rosbach im Wald. Derzeit wird über die Idee diskutiert, dort saubere Energie zu erzeugen. Jetzt hat sich auch die Bundeswehr als Eigentümerin des Geländes zu Wort gemeldet.

Wehrheim - Eine Bürgersolaranlage oder eine Initiative von anderen Drittanbietern wird es im Munitionslager aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geben. Denn auch wenn sich die Bundeswehr in ihrer Antwort auf die Nachfrage dieser Zeitung noch nicht zum konkreten Standort im Taunus geäußert hat, ist die Stoßrichtung klar: Man setzt zwar auf regenerative Energie, aber die Anlagen sollen in Eigenregie betrieben werden.

Zwar seien in vier Liegenschaften der Bundeswehr Pilotprojekte zur Überlassung von Flächen an Dritte zur Errichtung von Photovoltaikanlagen durchgeführt worden. „Eine Überprüfung hat ergeben, dass aus Wirtschaftlichkeits- und verfahrenstechnischen Gründen eine Überlassung weiterer Flächen zu diesem Zweck zukünftig nicht vorgesehen ist“, erklärt Annette Spengler vom Presse- und Informationszentrum IUD des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw).

Spengler betont: „Im Ergebnis sind nach aktuellem Sachstand lediglich bundeswehreigene Photovoltaikanlagen auf Liegenschaften oder Teilflächen der Bundeswehr zulässig.“

Die Armee selbst setzt auf Solarenergie – nicht nur bei Auslandseinsätzen, für die mittlerweile viele mobile Solarkraftwerke zur Verfügung stehen. Spengler: „In mehreren Liegenschaften der Bundeswehr werden bundeswehreigene Photovoltaikanlagen betrieben, die im Rahmen von Baumaßnahmen für den Eigenbedarf errichtet worden sind.“ Bei Eigenerrichtung von Photovoltaikanlagen führe das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum die notwendigen Abstimmungsgespräche mit dem örtlichen Netzbetreiber (Netzanbindung, elektrische Sicherheit, Messwerterfassung, Vergütung) durch. „Die örtliche Bauverwaltung berate dabei in technischen Fragen“, so Spengler. Windräder sind übrigens, das nur am Rande, auf aktiv genutzten Bundeswehr-Liegenschaften grundsätzlich nicht möglich.

FDP lobt Idee

Unterstützung bekommen Bürgermeister Gregor Sommer (CDU), der die Idee jüngst angeregt hatte, und die SPD, deren Fraktion nachdrücklich gefordert hatte, die Idee voranzutreiben, von der Wehrheimer FDP. „Bunkerdächer für Solarpanele zu nutzen, anstatt Wälder für Windräder abzuholzen oder wertvolle Ackerflächen für Solaranlagen umzunutzen, ist ein unbedingt sinnvoller Vorschlag“, bilanziert FDP-Fraktionschef Klaus Schumann und ergänzt: „Wir würden einen diesbezüglichen Prüfantrag der SPD unterstützen. Dieser müsste sich auch Gedanken zu einem Betreibermodell für die Solaranlagen machen, da die Gemeinde hier nicht in die Verantwortung treten sollte.

Allerdings befürchtet Schumann, „dass es schwierig sein wird die Bundeswehr für einen Solarpark Munitionsdepot zu begeistern, da sie diesen Berichten zufolge ja schon Schwierigkeiten hat, ihren Kernaufgaben nachzukommen, wie zum Beispiel ihr Material in Stand zu halten.“

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