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Die Verwandtschaft zwischen Wildkatzen wie dieser und Hauskatzen ist eng, doch zum Schmusetiger taugen die Wildtiere nicht.

Wieder großflächig verbreitet

Straße ist für Wildkatzen im Taunus die größte Gefahr

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Wildkatzen haben sich im Taunus schon großflächig verbreitet. Eine Entwicklung bereitet dem Forstamt jedoch Sorgen: Die Wildtiere werden immer häufiger aus dem Wald mitgenommen. Ihr größter Feind ist und bleibt jedoch die Straße.

Die streng geschützte Wildkatze hat sich im Taunus wieder gut vermehrt, benötigt aber weiter die Hilfe des Menschen – der allerdings das Wort „Hilfe“ falsch verstanden hat. Zu diesem Schluss kann man nach einem Gespräch mit Thomas Götz kommen. „Immer wieder werden Katzen aus dem Wald mitgenommen“, sagt der Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit beim Forstamt Weilrod. Das ist nicht nur gesetzeswidrig, sondern die Tiere landen häufig auch im Tierheim, was wiederum eine engmaschige Rettungskette auslöst. Denn im Tierheim können sie natürlich nicht bleiben. Diese Gefangenschaft ist aber ein so großer Schock für Wildkatzen, dass sie sogar für das Tier tödlich enden kann.

Charakteristisch ist, dass die Wildkatze Begegnungen mit dem Menschen nach Möglichkeit meidet. Ganz anders als Hauskatzen. Die Verwandtschaft zwischen beiden ist dennoch eng. Beide Arten können sich beispielsweise paaren. „Wie Untersuchungen gezeigt haben, findet dies in Deutschland jedoch so gut wie nicht statt. Den Grund dafür haben die Experten noch nicht herausgefunden“, heißt es im Wildkatzen-Steckbrief des BUND.

Äußerlich gibt es drei Merkmale, mit denen man beide Arten voneinander unterscheiden kann: Die Wildkatze hat klar abgegrenzte schwarze Ringe am Schwanz, vier bis fünf schwarze Streifen im Nacken, sowie auf der Schulter.

Wie die Tiere aussehen, weiß Thomas Götz nicht nur von Fotos. „Die Bundesstraße B 456 bei Wehrheim ist leider ein Unfallschwerpunkt“, so Götz. Vier tote Katzen musste er dort in diesem Jahr einsammeln. „Die Straße ist der größte Feind der Wildkatze.“ Nur für Jungkatzen stelle der Fuchs noch eine Gefahr dar, doch danach hat das Wildtier keine natürlichen Feinde mehr.

Eine Unterführung

Die Straße wird vor allen Dingen dann zur Gefahr, wenn sich die „Halbstarken“ unter den Wildkatzen im Herbst auf die Suche nach Weibchen machen um sich fortzupflanzen. Götz nimmt von allen überfahrenen Tieren jeweils Gen-Proben, die an den Fachbereich Naturschutzgenetik am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt geschickt werden. Dort werde eine Gen-Datenbank für Wildkatzen aufgebaut, sagt Götz.

Eine Grünbrücke könnte den Wildkatzen im Taunus helfen. Eine solche Brücke verbindet Lebensräume des Wildes, die durch Verkehrswege zerschnitten sind. Doch diese werden in der Regel nur über Autobahnen geführt, so Götz. Eine Alternative sind breite Unterführungen, wie sie bereits bei der Nord-Ostumgehung von Usingen im Gespräch seien.

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