Die ersten Blüten bieten den Mitarbeiterinnen von Thomas Heynemann-Küenzi, den Honigbienen, bereits Nahrung.
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Die ersten Blüten bieten den Mitarbeiterinnen von Thomas Heynemann-Küenzi, den Honigbienen, bereits Nahrung.

Pfaffenwiesbacher Imker verstärkt Kampf gegen Varroamilbe

Testreihe soll Wege gegen den Schädling aufzeigen

  • vonTatjana Seibt
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Feldversuch mit verschiedenen Mitteln und deren Wirkungsweisen

Der Versuch geht weiter, so viel steht für Imker Thomas Heynemann-Küenzi inzwischen fest. Der in Pfaffenwiesbach lebende Imker hatte im vergangenen Jahr an einem Versuch in Zusammenarbeit mit dem Bieneninstitut aus Kirchhain teilgenommen. Dabei geht es um den wichtigen Kampf gegen die Varroamilbe, die den Honigbienen massiv zusetzt.

Das Problem mit der Milbe ist, dass sie auf dem Rücken der Bienen ungewollt in den Stock gebracht wird und sich dann in die Waben mit einschließen lässt. Dort greift sie die Brut an und sorgt so selbst für das Überleben, während das Bienenvolk immer schwächer wird.

"Derzeit gibt es zwei Behandlungsmethoden gegen die Milbe", erklärte Heynemann-Küenzi. Da wäre zum einen die Ameisensäure, zum anderen Oxalsäure. Letztere ist derzeit in Deutschland nur zum Träufeln in die Wabengänge zugelassen, während andere Länder den Imkern auch eine Verdampfung im Stock gestatten. Was ist also dran, und wirkt das Mittel am besten gegen die todbringende Milbe?

Kooperation mit Bieneninstitut

Das wollte das Bieneninstitut Kirchhain in einem Versuch herausfinden und hat dazu mehrere Imker gebeten, an der Studie teilzunehmen. Der Berufsimker Thomas Heynemann-Küenzi ist einer von ihnen, der dafür insgesamt 21 Bienenvölker zur Verfügung stellte.

In einem Waldstück von Pfaffenwiesbach, "an einem wirklich rauen Standort", wie Heynemann-Küenzi betonte, wurden die Völker aufgestellt. Sieben Bienenstöcke wurden auf herkömmliche und zugelassene Weise mit Oxalsäure behandelt, weitere sieben durften die Oxalsäure sublimieren, sprich dort wurde sie verdampft. Die verbliebenen sieben Bienenstöcke erhielten keine Behandlung gegen die Milbe.

Die ersten Ergebnisse haben den Imker dann doch ein wenig überrascht. "Das Träufeln der Oxalsäure ist etwas wirkungsvoller gewesen als das Verdampfen", sagte er gegenüber dieser Zeitung. So viel könne er zumindest nach einem ersten Überblick sagen, die konkreten Daten müssten aber erst von den wissenschaftlichen Arbeitern des Bieneninstituts ausgewertet werden. Doch darüber hinaus ließe sich eines ganz bestimmt sagen: "Die Kontrollvölker sind schwach."

Überraschende Ergebnisse

Die Honigbienen einfach sich selbst im Kampf gegen die Milbe zu überlassen, sei also weder lang- noch kurzfristig eine Option für die Imker. Honig sei von den Kontrollvölkern nicht mehr zu erwarten, doch den "Ernteausfall" habe er bereits einkalkuliert.

Nun gelte es für den Imker allerdings, die verbleibenden "Mitarbeiter" zu retten und die Völker neu aufzubauen. Würde er sich nicht um die Bienen kümmern, "dann geht das Volk zugrunde und sucht sich einen neuen Stock." Das sei für die fleißigen Arbeiter insofern kein Problem, da sie sich ohne weiteres in ein anderes Volk "einbetteln" könnten, vor allem dann, wenn sie die Taschen voller Honig hätten. Dann würden die Wächterbienen bestochen, und die Fremden dürften in den Stock.

Für den Imker nicht sonderlich einträglich, weshalb Heynemann-Küenzi nun mit der Behandlung der Völker beginnt. Über das Gesamtergebnis der Studie sei derzeit noch nichts zu sagen, wohl aber, dass sie noch fortgesetzt werde.

Auch dafür wird der Imker wieder Völker zur Verfügung stellen. Wieder gebe es die Versuchsstöcke und wieder die Kontrollstöcke. Zu sehen, dass diese an der Milbe leiden, "das ist auch für mich kein Spaß, aber auf der anderen Seite weiß man über die Honigbiene noch immer nicht genug", ist er von der Bedeutung der Studie überzeugt.

Und auch wenn die regelmäßigen Kontrollen und Behandlungen viel Arbeit machen, gehe es am Ende darum, das langfristige Überleben der Bienen und Insekten zu sichern. Denn wo keine Bestäuber mehr seien, gebe es auch für den Menschen nichts mehr zu ernten. Tatjana Seibt

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