Vom Bizzenbachtal durch den Wald und über Felder zurück zum Ausgangsort. Martin Ringwald hat dazu die Stationen konzipiert.
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Vom Bizzenbachtal durch den Wald und über Felder zurück zum Ausgangsort. Martin Ringwald hat dazu die Stationen konzipiert.

Wehrheim plant einen abwechslungsreichen Klimaweg

Umweltbeauftragter Martin Ringwald setzt auf lehrreiches Konzept und hofft auf Förderung vom Land

  • Thomas Kopp
    vonThomas Kopp
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Die Wehrheimer Vision eines Klimawegs mit verschiedenen Stationen, die allen Altersgruppen spannende Infos bieten, könnte Realität werden.

Eine Idee wächst, und das beträchtlich: Bereits im Juni hatte diese Zeitung nicht nur den neuen Umweltbeauftragten der Gemeinde Wehrheim vorgestellt, sondern auch dessen Vision von einem Klimapfad. Dazu präsentierte Martin Ringwald nun ein Konzept und auch die berechtigte Hoffnung, das Projekt mit sehenswerten Zuschüssen in die Realität umsetzen zu können.

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses ging er auf das Konzept ein, das zehn Lern- und Infostationen beinhaltet und auf dem Besucher die Themen Imkerei, Forstwirtschaft, Weidennutzung und Landwirtschaft erleben können. Die verschiedenen Zonen wechseln auf ihrem Weg vom Bizzenbachtal zum Munitionsdepot und auf einer Ringroute zurück von Uferstandorten entlang eines Baches über Offenflächen mit extensiver Nutzung und Trockenmauern bis zu Waldflächen in verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen. Das bedeute Abwechslung und Artenvielfalt.

Thema auf die Region herunterbrechen

Dafür wurden Ringwald bereits 90 000 Euro an Fördermitteln mündlich durch das hessische Umweltministerium zugesagt, so dass er die Stationen mit 100 000 Euro - 10 000 Euro stammen aus gemeindeeigenen Mitteln - beplanen kann. Ringwald: "Es geht darum, das komplexe Thema Klima darzustellen und es auf die Region herunterzubrechen."

Er will auch Leute, die sich bislang nicht so sehr für das Thema interessiert haben, überzeugen den Weg zu gehen. Und das nicht nur einmal. Denn zu Aktionstagen sollen die Stationen mit Leben erfüllt werden. Vereine wie Nabu, BUND, der Heimat- und Geschichtsverein, aber auch Imker und Landwirte seien dabei als mögliche Partner vorstellbar.

Auch Schulklassen sollen sich hier einfinden. Denn ein Klimaklassenzimmer soll dazu einladen, interessante Unterrichtsstunden im Wald zu verbringen. Dazu soll es zwei an verschiedene Altersstufen angepasste Klimarucksäcke geben, mit denen etwa Messungen vorgenommen werden können. Jede Station ist einem speziellen Thema gewidmet. Auf Infotafeln gibt es dann Wissenswertes dazu zu lesen, per QR-Code gibt es weitere Informationen und Live-Daten aus dem Internet, ein Audio Guide könnte noch hinzukommen, um das Lesbare hörbar zu machen.

Die geplanten Themen sind "Klima und Wetter und die räumliche Dimension", "Klima und Nachhaltigkeit", "Klima und Energieerzeugung", "Klima und Wald", "Klima und Boden und Wasser", "Klima und Albedo", "Klima und Kohlenstoffkreislauf",, "Klima und Zugvögel", "Klima und Insekten" sowie "Klima und Biodiversität". Dabei fallen die Stationen ganz unterschiedlich aus.

"Bei ,Klima und Wetter' geht es etwa darum, auf einer Himmelsbank zur Ruhe zu kommen und die stetige Veränderung des Himmels sowie vorbeiziehende Flugzeuge zu beobachten", sagt Ringwald. Die Breite der Bänke entspricht dabei de CO2-Ausstoß für eine Person und einen Kilometer Weg mit dem Flugzeug, der Bahn und dem Auto. Auf der Schautafel werden die Begriffe Wetter, Mikro-, Meso- und Makroklima erläutert und Zusammenhänge erläutert.

Partner werden noch gesucht

Kinder sollen auch auf ihre Kosen kommen, so beim Thema Nachhaltigkeit. So zeigen hier zwei unterschiedlich große Nestschaukeln die aktuellen CO2-Emissionen in Deutschland und jene für 2050 zugesagten auf. Eine handbetriebene Wassermühle demonstriert die Entwicklung der Energiegewinnung, eine Jahresring-Baumscheibe führt zurück in die Historie der Klimaentwicklung. Auch ein Aussichtsturm und zahlreiche weitere Stationen gehören zur Planung.

Um die Schautafeln möglichst interessant füllen zu könne, sucht Ringwald noch wissenschaftliche Partner wie etwa den Senckenberg-Verein oder das hessische Umweltministerium. Doch mindestens ebenso wichtig für ihn sind Partner, die die Anlage pflegen und nach Bedarf erweitern. "Ein Förderverein wäre super, um die Stationen weiter zu entwickeln, sie zu pflegen und Aktionstage ins Leben zu rufen."

Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) und die Ausschussmitglieder zeigten sich begeistert. "Da kommt etwas Tolles auf uns zu", war Sommer überzeugt. Noch in diesem Jahr könnte die Genehmigung erfolgen. kop

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