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Verwaltung will Kita-Randzeiten belassen

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Wehrheim -Eigentlich hat die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung den Schlussbericht der "Vergleichenden Prüfung Haushaltsstruktur 2021: Städte und Gemeinden" nur zur Kenntnis genommen. Doch dieser Bericht könnte nicht nur den Gemeindevorstand und die Verwaltung auch weiterhin beschäftigen. Auch im Parlament könnten daraus Anträge entstehen.

Denn der Bericht greift viele Felder auf und weist auf jene Felder hin, in denen Wehrheim gesehen auf die Einwohnerzahl mehr Minus macht als andere Kommunen. Insgesamt wurden durch die P & P Treuhand GmbH aus Idstein 18 hessische Kommunen miteinander verglichen. Umfasst wurde dabei der Zeitraum zwischen 2016 und 2020.

Wie Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) in der Gemeindevertretersitzung ausführte, hat die Verwaltung bereits einen Teil der Ergebnisse abgearbeitet, andere Teile befänden sich noch in intensiver Beratung. Vor allem das Segment der Kinderbetreuung. Denn hier monierten die Prüfer, dass vor allem die Betreuung in den Randzeiten für hohe Ausgaben der Gemeinde sorge.

Doch Sommer sprach hierzu klare Worte: "Die Verwaltung wird keinen Vorschlag an die Gemeindevertretersammlung machen, diese Randzeiten zu verändern. Diese sind wichtig und notwendig für alle Eltern, die einem Beruf nachgehen. Das kostet uns zwar was, aber wir müssen in diesem Fall zukunftsorientiert vorgehen."

Laut der Prüfer lag die durchschnittliche Betreuungsdauer bei 7,65 Stunden und somit über dem Mittelwert (Median) des Quervergleichs. Zudem liege die Auslastung der Kitas bei nur 89 Prozent, die Zielsetzung von mindestens 95 Prozent werde nicht erreicht. Überkapazitäten aber sollten als nichtwirtschaftlich vermieden werden. Gleichermaßen aber kommen die Prüfer zu dem Schluss, dass nach den Vorgaben des Gute-Kita-Gesetzes noch gut zehn Erzieherinnen in Vollzeit angestellt werden müssten, um den im Gesetz genannten Soll-Standard von 2,49 Fachkräften pro Gruppe zu erreichen (zum Stichtag 1. März 2020 in Wehrheim 2,32). Ebenfalls monierten die Prüfer, dass bei Geschwisterkindern immer der Beitrag für das jüngere Kind reduziert wird. Angeregt wird, das jeweils günstigere Kind zu reduzieren. In der Praxis ist das Kind unter drei Jahren immer teurer als jenes über drei Jahren. Insgesamt kommen die Prüfer zu dem Schluss, dass die Gemeinde 193 950 Euro an Mehreinnahmen alleine im Bereich der Kinderbetreuung - ohne Berücksichtigung der Mittagsverpflegung - erzielen könnte. Angesichts der fragilen Haushaltslage wird empfohlen, dies auch zu tun. kop

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