Die beiden Bürgermeister Franz Gruber (links) und Gregor Sommer beim Austausch von Gastgeschenken beim Besuch im Jahr 2003.
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Die beiden Bürgermeister Franz Gruber (links) und Gregor Sommer beim Austausch von Gastgeschenken beim Besuch im Jahr 2003.

Taunus

Das normale Leben kehrt nach Südtirol zurück

  • vonGerrit Mai
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Viele private Kontakte bestehen vom Apfeldorf in die Dolomiten

Wehrheim -In der Marktgemeinde Mühlbach in Italiens autonomer Provinz Südtirol hält das normale Leben inzwischen wieder Einzug. Die Gastronomie und die Hotels dürfen nach langer Zeit der strengen Einschränkungen wieder öffnen. "Die Südtiroler, insbesondere dort, wo man vom Tourismus lebt, atmen jetzt wieder ein wenig auf und hoffen auch darauf, dass Menschen wieder in Südtirol Urlaub machen werden", sagt Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) auf Nachfrage dieser Zeitung.

In der Dolomitenregion leben viele Einheimische von den Urlaubern, und für die seien die Einschränkungen der Corona-Pandemie, die Italien besonders getroffen hatten, hart gewesen. Er habe während dieser Zeit in ständigem Kontakt mit verschieden Personen in Mühlbach, aber auch in anderen Ortschaften der Provinz gestanden.

Kontakt kam Anfang der 2000er zustande

Dort sei bereits im Februar gewarnt worden, die Situation nicht zu unterschätzen und Einschränkungen vorzunehmen. Als sich dann die Pandemie in ganz Italien weiter verschärft habe, sei sie in Südtirol glimpflich abgelaufen.

Die Einschränkungen indes seien weit stärker gewesen als die in Deutschland. Die Grenzen waren geschlossen, und in Südtirol durfte eine Zeitlang niemand das Haus verlassen, wenn er keinen schriftlichen Nachweis hatte, dass er zur Arbeit oder zum Einkaufen gehen wollte. "Der Aufenthalt, wie er bei uns in der Natur erlaubt war, war immer nur kurze Zeit möglich."

Inzwischen gebe es aber auch dort nur noch wenige Neuinfektionen, und das normale Leben ziehe langsam wieder ein, die Grenzen seien offen, Urlauber dürfen einreisen, Hotels, Gaststätten und Seilbahnen, welche die vorgegebenen Sicherheitsvorkehrungen gewährleisten können, sind geöffnet. Eine allgemeine Verpflichtung zum Tragen von Mund- und Nasenschutz, gibt es nicht. Allerdings ist das Tragen geboten, wo der erforderliche Abstand von einem Meter, draußen wie drinnen, nicht eingehalten werden kann.

Sommer ist froh, dass Urlaub in Südtirol wieder möglich ist, weil diese Einkünfte für die Menschen in Mühlbach essenziell sind. Er selbst reist mit seiner Familie gerne in die Dolomiten, und so sei auch der Kontakt zustande gekommen.

Als er Anfang der 2000er-Jahre bei einer Urlaubsreise den dortigen Bürgermeister Franz Gruber kennenlernte, stelle er fest: "Wir haben etwas gemeinsam: Wir kommen beide aus einem kleinen Ortsteil und sind trotzdem Bürgermeister." Das erklärte Gregor Sommer beim offiziellen Empfang in der Marktgemeinde im April 2003. Damals war ein ganzer Bus mit Wehrheimern in die Dolomiten gereist, um dabei zu sein, als Gregor Sommer und Franz Gruber die Freundschaft festigten.

Einen neuen Anlauf starten

In Mühlbach, das italienisch Rio Pusteria heißt, wachsen die Kinder zweisprachig auf, die Amtssprache ist italienisch. Die Marktgemeinde hat - wie Wehrheim - vier Ortsteile: Neben Mühlbach noch Meransen, Vals und Spinges, in denen rund 3000 Menschen leben. Franz Gruber verstarb 2012. Er war bis 2010 Bürgermeister, sein Nachfolger ist Christoph Prugger.

Es gibt heute viele private Kontakte nach Mühlbach, und auch die Wiesbachthaler Musikanten hatten eine Reise in die Dolomiten gemacht. Ein Besuch der dortigen Blaskapelle sei indes nicht zustande gekommen, bedauert Sommer. Er möchte jetzt die Kommunalwahl, die im September diese Jahres in der befreundeten Gemeinde stattfindet, abwarten und danach einen erneuten Versuch starten, die Freundschaft fortzuführen. von gerrit mai

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