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Vor der Rocknacht haben Volker Heich und Christian Wagner (von links) noch alle Hände voll zu tun.

Veranstaltung am 30. April

Wehrheim: Baugebiet rückt Rocknacht auf die Pelle

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Die Rocknacht der Spielgemeinschaft Wehrheim/Obernhain steht quasi schon fast vor der Tür. Nicht ganz so nahe ist die Entwicklung des Baugebiets Am Mühlberg, das die Veranstalter schon jetzt im Blick haben. Und das aus gutem Grund.

Als der Bauausschuss jüngst eine Besichtigung des neuen Baugebiets am Mühlberg machte, wurde eines ganz deutlich: Die Anwohner rücken deutlich näher an die landwirtschaftliche Scheune der Familie Emmerich heran. Sehr nahe, um genau zu sein. Der Betrieb läuft das ganze Jahr, doch einmal im Jahr ist das Gelände auch Veranstaltungsort für die Spielgemeinschaft Wehrheim/Obernhain (SGWO).

Die Rocknacht am 30. April hat in Wehrheim und Umgebung inzwischen Kultstatus erreicht. Kein Wunder, denn die Veranstaltung gehört im Usinger Land zu den Boliden unter den Ausgehtipps und kann es locker mit anderen sehr großen Festen aufnehmen. „Wir erwarten etwa 1200 Besucher an dem Abend“, sagte Christian Wagner, der sich federführend um die Organisation kümmert.

Ein Mammutjob, den der Wehrheimer mit seinem Team da hinlegt und vor allem eines bietet: Eine Tanzveranstaltung die ihres gleichen sucht. Über die Jahre hinweg ist die Rocknacht in den Mai gewachsen. Zunächst noch mitten im Ort, beim Getränkehandel Allendörfer in der Gartenstraße, dann bei Emmerichs auf dem Hof. Das hatte viele Vorteile. Vor allem gab es mehr Platz. Die Besucher mussten sich nicht mehr hoch drei vor der winzigen Bühne stapeln. Die große Scheune, wo auch in diesem Jahr „So Green“ wieder sein Gastspiel geben wird, kann die 1200 Besucher aufnehmen. Vor allem dann, wenn es schlechtes Wetter gibt. Das war im Ortskern nicht der Fall.

Aber auch Speisen, Getränke und Sitzgelegenheit lassen sich dort gut unterbringen. Kurzum, „der Ort bietet einfach vieles was wir im Ortskern nicht hatten“, schildert Wagner. Bereits im Januar hat er das Gros der Arbeiten erledigt und nun noch einmal eine ganze Woche mit Detailplanungen und Umsetzungen verbracht.

Dass innerhalb der nächsten drei Jahre das neue Wohngebiet bebaut wird, haben die Veranstalter durchaus auf dem Schirm. „Klar machen wir uns da auch jetzt schon Gedanken darüber“, sagt Wagner. Und es sei nicht das allerbeste Gefühl, das damit verbunden ist. Anwohner könnten sich von der Rocknacht gestört fühlen, ist die Sorge der SGWO.

Veranstaltungen mit Musik und Menschen höre man auch jetzt schon in der Nachbarschaft. Je nach Windrichtung, vielleicht auch noch weiter innerhalb der Kerngemeinde. Doch in den nächsten Jahren werden die neuen Anwohner wohl deutlich näher an den Veranstaltungsort heranrücken.

Die Gemeinde sieht die Situation derzeit nicht ganz so kritisch. „Noch ist ja nichts gebaut“, sagte Bürgermeister Gregor Sommer auf Anfrage dieser Zeitung. Was wiederum aber nicht bedeutet, dass es nicht auch Alternativen geben könnte, sofern die neuen Anwohner tatsächlich nicht mitspielen würden.

„Wir haben da den Oberloh oder das Schwimmbad“, verwies Sommer auf große Plätze außerhalb des Ortes. Doch darüber hatte die SGWO auch schon nachgedacht, zumindest als sie den Veranstaltungsort wechselte. „An beiden Orten müssten wir ein sehr großes Zelt aufbauen“, gab Wagner zu bedenken.

Kosten in dieser Größenordnung allein für das Zelt, schätzte Wagner auf rund 3000 Euro. „Das muss man aber erst einmal erwirtschaften.“ Dann kommen noch die Helfer für den Auf- und Abbau hinzu, die im Übrigen auch noch beim Fest helfen und im Anschluss wieder sauber machen müssen. Da stelle sich durchaus die Frage, wie das noch zu meistern sein soll. „Und das ist nun mal nur eine Eintages-Veranstaltung, das sollte nicht vergessen werden.“

Ob sich das dann noch lohne, sei fraglich, so Wagner. Denn aus den Einnahmen wird bei der SGWO ein Großteil des Spielbetriebs finanziert. Ein sehr erfolgreicher Spielbetrieb, denn die Wehrheimer haben sich im Sport einen guten Namen erarbeitet.

„Noch steht kein Haus und deshalb sehen wir das derzeit auch noch entspannt. Das Thema ist aber auf der Agenda und wir hoffen, dass auch die neuen Anwohner kooperativ sind“, sagte Wagner. Das Gespräch werde er mit ihnen bereits während der Bauphase suchen. Und auch mit den direkten Anwohnern ist er vor der Veranstaltung persönlich im Kontakt, um vorher zu informieren und gar nicht erst Stress aufkommen zu lassen. Und damit die Anwohner am Tag nach der Rocknacht möglichst wenig davon sehen, ist die weibliche B-Jugend der Spielgemeinschaft Wehrheim/Obernhain am Dienstag, 1. Mai bereits früh um 8 Uhr unterwegs, um den Müll aufzusammeln. „Die erste Schicht ist bereits in der Nacht unterwegs, der Trupp am Morgen geht noch mal durch, um auch den übersehenen Rest einzusammeln“, sagte Chef-Organisator Wagner.

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