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Von Wehrheim aus unterstützt das Unternehmen Heraeus Medical nun den Kampf gegen das Coronavirus. foto/archivfoto: privat/gerrit mai

Erfinderisch in der Krise

Wehrheim: Diese kostenlose App soll in der Corona-Krise helfen

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Eine neue App von einem Wehrheimer Hersteller soll dabei helfen die Corona-Pandemie einzudämmen. Aber wie funktioniert das Ganze?

  • Das Coronavirus breitet sich in Hessen weiter aus
  • Eine App aus Wehrheim soll bei der Eindämmung der Pandemie helfen
  • Die App wird derzeit getestet - frühere Ergebnisse machen Hoffnung

Wehrheim - "HeraeusCare" ist betitelt, was zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung beitragen und die verantwortlichen Behörden unterstützen soll. Ausgetüftelt wurde das digitale Format innerhalb von wenigen Tagen in der Philipp-Reis-Straße, wo das Unternehmen Heraeus Medical seinen Sitz hat. Die Internet-Plattform nebst zugehöriger App befindet sich derzeit in der Testphase.

Mit einer App die Corona-Pandemie eindämmen

"Das war eine dynamische und schnelle Entwicklung, die bei den zuständigen Behörden gleich auf Begeisterung gestoßen ist", sagt Julian Licht, der die neuartige Anwendung mit drei Kollegen realisiert hat. Basierend auf einer erstmals im vergangenen Frühjahr eingesetzten "digitalen Lösung" zur Betreuung bei Gelenkersatz-Operationen, soll das "Covid-19-Modul" den Austausch zwischen Gesundheitsämtern und Corona-Patienten wesentlich vereinfachen und beschleunigen.

Ferndiagnose in Corona-Zeiten: Eine App solls möglich machen

Weil derzeit in den Notaufnahmen und Arztpraxen am Limit gearbeitet werde und das Gesundheitssystem überlastet sei, könne die diagnostische Ferndiagnose zu einer Erleichterung der Situation beitragen. "Als hessisches Unternehmen", so Licht, "haben wir uns zuerst mit dem hiesigen Sozialministerium in Verbindung gesetzt." Aktuell sei man mit zwei Gesundheitsämtern wegen eines probeweisen Einsatzes im Gespräch. Einer flotten Überführung auf breiterer Ebene steht nach Auskunft der Entwickler jedenfalls nichts im Wege: "Das System kann von uns umgehend zur Verfügung gestellt werden."

Diese kostenlose App bietet das Unternehmen an.

Mit einer App gegen das Coronavirus

Immerhin gilt schon das für den orthopädischen Bereich bewilligte Vorläufer-Modul in seiner rechtlichen Abgesichertheit als "zertifiziertes Medizinprodukt". In der praktischen Anwendung wird die neue "HeraeusCare"-Plattform bei Behörden und Organisationen des Gesundheitssektors eingerichtet, mögliche Patienten erhalten entsprechende Aktivierungs-Codes.

"Die eventuell infizierten Personen registrieren sich mittels der zugehörigen App und berichten auf diesem Wege täglich über ihre Symptome." Die Vorteile der "Fernversorgung" seien unkomplizierte Risiko-Bewertungen und ein rasches Reagieren auf "Warnmeldungen".

Covid-19-Symptome mit kostenloser App verfolgen

"Wir bieten die webbasierte Covid-19-Lösung kostenlos an", sagt Julian Licht, der für das Digitalpaket aktuell einen "extremen Bedarf" sieht. Die Patientenverwaltung müsse verbessert werden, um zeitraubende Telefonanrufe und persönliche Besuche beim Arzt weitgehend überflüssig zu machen.

Dass Heraeus Medical - Weltmarktführer in den Segmenten Knochenzement und Orthopädie-Biomaterialien - sich in den Dienst der Virus-Bekämpfung stellt, ist in der langen Medizinal-Tradition des Unternehmens begründet. Was 1851 in den Räumlichkeiten einer familiengeführten Apotheke beginnt, weitet sich im Laufe der Epochen zu dem in Hanau beheimateten Technologie-Konzern Heraeus Holding.

Made in Hessen: Eine App für die Corona-Krise

In der Wehrheimer Traditions-Stätte und eigenständigen Geschäftseinheit arbeiten heute 255 Menschen - am Ortsrand sind auf einem weiträumigen Gelände die Abteilungen Entwicklung, Produktion und Verwaltung untergebracht. Hier residierte zuvor der im Jahre 1987 ins Heraeus-Reich eingegliederte Zahnmedizin-Hersteller Kulzer.

Von Olaf Velte

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