+
Michael Pyper moderierte den Abend mit Bürgern.

Wo den Wehrheimern der Schuh drückt

  • schließen

Der BUND möchte den Bürgern die Möglichkeit zur Beteiligung an der Entwicklung ihres Heimatortes geben.

Interessieren sich die Wehrheimer für Wehrheim? Angesichts der rund 20 Bürger, die am Mittwochabend der Einladung des BUND zur Bürgerbeteiligung folgten, dürften da berechtigte Zweifel aufkommen. Zunächst erfuhren die Anwesenden in einem ausufernden, einstündigen Vortrag von Stadtplanerin und Mediatorin Kristina Oldenburg, wie der Bürgerbeteiligungsprozess in Bad Homburg funktioniert hat. Und auch BUND-Chef Uwe Steib aus Rosbach sparte eine halbe Stunde lang nicht mit Details, wie seine Stadt die Bürger eingebunden hat. Mit Peter Gwiasda trat das Wehrheimer Agenda-Gewissen ans Mikrofon, um den Enthusiasmus und die Möglichkeiten zu erinnern. Kein Zweifel, wer es bis dahin geschafft hatte, der musste ein echtes Interesse und Anliegen haben. Und das haben die Bürger zweifelsohne.

Den Anwesenden waren Verkehr und Mobilität ein großes Anliegen, was von dem Ausbau der Taunusbahn bis hin zur Verkehrsführung im Ort und die Anbindung der Ortsteile reichte. Auch wünschen sie sich mehr Transparenz seitens der Politik, „und nicht nur zu den Wahlen“, wie Moderator Michael Pyper, Vorstandsmitglied des BUND, kommentierte. Auch die innerörtliche Entwicklung Wehrheims war für die Bürger ein Schwerpunktthema, an dem sie sich gerne beteiligen wollen.

Dass Wehrheim auf den fruchtbarsten Böden Gewerbegebiete gebaut hat, war für einige Bürger nicht nachvollziehbar, aber von Interesse. Eine ökologische Weiterentwicklung des Apfeldorfes wäre den Anwesenden ebenfalls zeitliches Engagement wert. Nachgefragt, warum sich die Bürger nicht über die vorhandenen Wege einbringen, formulierte es unter anderem eine Teilnehmerin, die namentlich nicht genannt werden wollte, so: „Wenn ich mit einem Anliegen komme, dann tue ich das mit dem üblichen Sachverstand, sehe mich aber einem Menschen mit Expertenwissen gegenüber, der meine Anliegen direkt aushebelt, ohne, dass ich diesem als Laie begegnen kann.“

Das Angebot des BUND, eine direkte Bürgerbeteiligung zu nutzen, sich auch mit anderen Bürgern, die sich dort als interessierte Laien einfinden, einzubringen, „das möchte ich gerne nutzen“.

Der Nachfrage nach Schwerpunktthemen für das nächste Treffen war eine aus Sicht der Bürger Stärken-Schwächen-Analyse vorausgegangen. Dass Wehrheim aus Sicht seiner Bewohner einige Vorteile hat, wie zum Beispiel das Schwimmbad, Infrastruktur, Gewerbegebiete und auch die Wehrheimer Mitte, sowie den Umstand, dass es eine kleine, gut zugängliche Verwaltung gebe, Natur und Vereinsleben, werteten die Bürger als sehr positiv. Dass die Ortsteile hingegen von der Kerngemeinde abgehängt seien, die Jugendangebote spärlich ausgebaut und zu wenig insgesamt in den Erhalt von Bauten und Geschaffenem investiert würden, waren nur einige der Kritikpunkte.

Damit die Ideen und Verbesserungsvorschläge der Bürger aber nicht einfach stehen bleiben, „wollen wir uns ein weiteres Mal treffen“, sagte Pyper. Dann sollen Arbeitsgruppen gebildet und Themen vertieft werden. Im Anschluss müsse die Politik mit ins Boot, „denn ohne sie geht es nicht“, hatte auch Kristina Oldenburg verdeutlicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare