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Die Theatergruppe "JungKreativ" der Landjugend hat sich mit "Erbe, wem Erbe gebührt" dem englischen Humor und der Zeit zu Anfang des 20. Jahrhunderts gewidmet. 

Jugendtheater

Theatergruppe JungKreativ: Ein Geburtstag und zehn Todesfälle 

Miss Sophie feiert immer an Silvester ihren 90. Geburtstag. Die Jugend-Theatergruppe zeigt, wie ihr 40. Wiegenfest aussah, und stellt ihre Gäste vor.

Wer kennt sie nicht, Miss Sophie, die elegante englische Dame, die ihren 90. Geburtstag feiert. Allein mit Butler James, aber mit "The same procedure than every year", mit vier fiktiven hochrangigen Gästen, in deren Rolle – wie in jedem Jahr – der Diener schlüpft. Das Stück läuft an Silvester in vielen Fernsehprogrammen, ist aber – obwohl englischsprachig – in Großbritannien kaum bekannt. Die Mitglieder der Theatergruppe "JungKreativ" der Landjugend kennen es aus dem Effeff, fragten sich aber: "Was wird wohl vorher passiert sein?" Eine Antwort darauf gibt das Stück "Diner für noone – ein Geburtstag und zehn Todesfälle" von Sina Weinrich.

Sophia Hartmann, die mit ihrem Namen ganz klar nur Miss Sophie spielen kann, fand das Manuskript bei Theaterunterlagen, denn ihre Mutter Andrea ist Regisseurin von JungKreativ und seit vielen Jahren auch Akteurin der Theatergruppe der Landjugend. Den jungen Leute kam es für ihre nächste Aufführung gerade recht, denn sie lieben die Herausforderung.

"Mich hat der Hintergrund zu ,Diner for one‘ interessiert, und jetzt sehe ich das mit ganz anderen Augen", erklärt Sophia Hartmann. Es löse auch das Rätsel um den Schluss-Satz, wenn Butler James (Tobias Mosterts) Miss Sophie auf dem Weg ins Schlafzimmer mit augenzwinkernd verschmitztem Blick verspricht, sein Bestes zu geben – wie jedes Jahr.

Im Stück von JungKreativ ist vieles anders. Miss Sophie feiert ihren 91. Geburtstag, der auf einem Teil der Bühne zu sehen ist. Auf dem zweiten zeigen die Akteure, wie die Freunde sich zu Sophies 40. Geburtstag trafen, als alle noch dabei waren. Mit Ehefrau, mit Schwester, sturzbetrunken oder gradlinig und kompromisslos. Sophie hatte damals zwei Dienstmädchen, ihre leicht verwirrte Mutter und auch die Dorfverrückte kamen ebenfalls zur Feier. Als sie in den Gedanken der alten Dame alle auf einmal ihre Erinnerung der damaligen Situation preisgeben, entsteht ein Chaos. Im Folgenden bekommt jeder eine eigene Szene mit seiner Wahrnehmung, das Chaos entwirrt sich und das Publikum bekommt einen Einblick in das Leben der Adelsfrau und ihrer Freunde.

Das Stück ist witzig, aber es fordert vom Zuschauer auch eine ganze Portion Aufmerksamkeit, um dem Bühnengeschehen zu folgen. Es lebt von den extrem dargestellten Charakteren der Gäste, die im Original von James nur angedeutet werden.

In der Rückblende spielt Falk Matern den Butler, Patrick Hammen mimt Mister Winterbottom, seine Ehefrau Louise wird von Romina Pasqualotto dargestellt, Mr. Pomeroy von Florian Valerius, Sir Toby (Johannes Ebert), seine Schwester Angelika (Momo Matern), Admiral von Schneider (Jonas Müller), Miss Sophies Mutter (Jueli Kanuma), Elena, die Dorfverrückte (Tabea Gido) und die beiden Dienstmädchen (Svenja Spengler und Kathy Becker). Souffleusen sind Franziska Kreuz und Clara Gutjahr, für die Requisite ist Bianca Grau verantwortlich und für die Beleuchtung Jan Krebs. Das Stück wird am Freitag, 26., und Samstag, 27. April, von 20 Uhr an im Bürgerhaus aufgeführt. Der Eintritt kostet 6, ermäßigt 3 Euro.

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