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Ganz steif machen, wie Jueli Kanuma, damit die Schauspieler Momo Matern, Johannes Ebert, Patrick Hammen, Falk Matern und Sophia Hartmann (v. l.) sie tragen können, müssen sich auch die übrigen Akteure, um in "Erbe, wem Erbe gebührt" den englischen Adel authentisch darzustellen.

Theatergruppe JunGkreativ

Very british, dieses Theaterstück

Neid, Habgier, Intrigen und englischer Humor stehen im Mittelpunkt der Kriminalkomödie, welche die Nachwuchstheatergruppe der Landjugend mit dem passenden Namen Jung-Kreativ derzeit einstudiert. Im April soll das Stück auf die Bühne kommen.

Lust auf tiefsinnigen, englischen Humor? Dann sollten Sie sich das Stück des Jugendtheaters "JunGkreativ" nicht entgehen lassen. Termine der Aufführung sind zwar erst am Freitag, 20., und Samstag, 21. April, und die Jugendlichen müssen auch noch so manchen, nicht ganz so leichten Text lernen, aber es dürfte sich lohnen.

"Erbe, wem Erbe gebührt" heißt das zweite Stück der Jugendlichen, die sich erst im vergangenen Jahr zum Theaterspielen unter dem Dach der Landjugend zusammengefunden haben. Hatten sie sich mit dem Lustspiel Zickenalarm eher der leichten Muse hingegeben, so steht jetzt ein Stück in drei Akten des Theaters Grandezza auf dem Plan, das, obwohl als Kriminalkomödie bezeichnet, den jugendlichen Akteuren einiges an schauspielerischem Können abverlangt.

Zum Beispiel Patrick Hammen, der als Lord William Mottram fast 300 Einsätze hat. Ihm zur Seite steht sein Butler alias Tobias Mosterts. Sie wollen gemeinsam dafür sorgen, dass der Lord an das Erbe seines Großvaters kommt. Eigentlich hatte der Ahn in seinem Testament nur festgelegt, dass der Erbe bis zu seinem 30. Geburtstag geheiratet haben muss. Eine Braut hat er in Patricia Casterley, gespielt von Andrea Jakobs, bereits. Alles sieht also bestens aus. Gäbe es da nicht Williams Cousins Robert Byron (Johannes Ebert) und Carl Winlow (Falk Matern) sowie dessen Mutter und Williams Tante Henriette Winlow (Sophia Hartmann).

Intrigen und Neid 

Intrigen, Eifersucht und Neid um das Erbe spielen eine Rolle, und so wird schnell eine weitere Tradition erfunden. Erbe kann nur werden, wer noch vor seinem 30. Geburtstag ein Verbrechen begangen hat. Doch das gestaltet sich schwierig, auch mit Hilfe seines Butlers gelingt es dem Lord weder mit einer Bombe noch mit Gift, denn eigentlich möchte er ja niemandem wirklich wehtun.

Das Publikum wird durch Irrungen und Verwirrungen geführt, bei denen auch die Hofdame Barbara Valley (Jueli Kanuma), das Zimmermädchen Mary (Momo Matern) und Bürgermeister Henry Winter (Jan Krebs) kräftig mitmischen. Mit typisch englischer – aber in deutsch übersetzter – Sprachweise aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts, mit Gestik und Mimik, wie sie nur englische Adelige im Blut haben, müssen sich die Schauspieler auseinandersetzen.

Gar nicht so leicht, sich in diese Rollen einzufinden. Den englischen Humor dieser Zeit nicht zu vergessen. "Manchmal mussten wir einen Absatz drei Mal lesen, bevor wir den Gag verstanden haben", berichtet Sophia Hartmann. Es ist also keine leichte Kost, der sich die Schauspieler verschrieben haben. Die Regisseurinnen Andrea Hartmann und Regina Hoff werden so manch schwierige Aufgabe zu lösen haben, bis das Stück bühnenreif ist.

Man darf also gespannt sein auf die Vorführungen im Bürgerhaus. Gespannt allerdings auch auf das Ende. Denn die Fragen, wer das Erbe bekommt und ob es wirklich der ist, dem es gebührt, werden erst am Ende beantwortet. Beginn ist am 20. und 21. April um 20 Uhr im Bürgerhaus, Eintritt: 5 Euro.

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