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Weichen für die Zukunft stellen

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Michael Glenzer (Stellvertretender Fachbereichsleiter Jugendamt), Annette Volk (Fachbereichsleitung Kommunales Jobcenter), Tobias Hohl (Ausbildungsleiter), Katrin Hechler (Sozialdezernentin), Ulrich Krebs (Landrat), Thorsten Schorr (Erster Kreisbeigeordneter) und Auszubildende der Kreisverwaltung (von links) beim »Tag der Ausbildung« im Landratsamt. © Red

Hochtaunuskreis. Etwa 180 Schülerinnen und Schüler verschiedener Haupt- und Realschulen im Hochtaunus waren der Einladung des Bündnisses für Ausbildung des Hochtaunuskreises am Donnerstag gefolgt und haben sich im Hof des Landratsamtes Orientierung für ihr künftiges Berufsleben geholt.

2021 gab es erstmals eine solche Veranstaltung, damals wegen der Pandemie aber nur im kleinen Rahmen und nur für Hauptschüler. Pia Papadopoulos vom Jobcenter und Heike Kuhl, Jugendberufshilfe, die das Event gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt, der IHK und der Kreishandwerkerschaft organisiert hatten, zeigten sich nach der dreistündigen Veranstaltung zufrieden, »das muss sich noch herumsprechen, dann wird die Beteiligung sicher noch größer«, sagte Kuhl mit Blick auf 2023.

19 Stände waren um das Ludwig-Erhard-Forum herum aufgebaut. Es informierten Vertreter mehrerer Hochtaunusunternehmen aus Handwerk und Industrie, die Bundesagentur für Arbeit, das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, die Arbeiterwohlfahrt, die Liga der freien Wohlfahrtspflege und verschiedene Schulen. Auch die Kreisverwaltung selbst stellte Ausbildungsberufe im Jobcenter, bei der Taunusdienste GmbH und bei den Hochtaunuskliniken vor und informierte über Berufschancen und Bildungsvoraussetzungen, aber auch Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Fokus auf den Pflegebereich

»Mit dem Bündnis für Ausbildung möchten wir junge Leute und Betriebe zusammenbringen«, sagte Landrat Ulrich Krebs (CDU). Er hatte sich zum Ende des »Tags der Ausbildung« mit seinen hauptamtlichen Kreisausschusskollegen Thorsten Schorr (CDU) und Katrin Hechler (SPD) zu einem Rundgang über das Ausstellungsgelände verabredet, um auch die Resonanz bei den Betrieben abzufragen. Unter anderem informierte sich die Kreisspitze intensiv am Info-Stand der Hochtaunuskliniken, wo sich jährlich 30 Auszubildende für einen Pflegeberuf entscheiden.

Der Pflegebereich mit seinen anstrengenden, aber auch sehr erfüllenden Berufen wird derzeit von Nachwuchs nicht gerade überrannt. Deswegen sei es wichtig, betont Krebs, dass der Landkreis selbst in seiner eigenen Krankenpflegeschule, die mit der des DRK-Landesverbandes in Kronberg seit der Generalisierung aller Pflegeberufe sehr eng und sehr gut kooperiere, ausbildet.

Natürlich müssten sich die Auszubildenden später spezialisieren. Ausbilderin Conchita Salguero-Grau sagte, es gebe zwar viele Bewerber, aber nicht alle seien geeignet. Sie geht aber davon aus, dass der neue Azubi-Jahrgang im Oktober »wieder voll sein wird«. Über Einstiegsmöglichkeiten in den Pflegeberuf für Hauptschüler informierte auch Birgit Müller-Isselhorst von der Arbeiterwohlfahrt und der Liga der freien Wohlfahrtspflege. Wenn Hauptschüler nach einem Ausbildungsjahr Pflegehilfskräfte seien, könnten sie eine Ausbildung zur Pflegefachkraft dranhängen.

Die Schüler, die zum Teil im Klassenverband kamen, konnten sich an Ausprobierständen umschauen, mit VR-Brillen in die Berufswelt eintauchen, offene Stellen finden, sich praktische Bewerbungstipps holen oder Bewerbungsfotos von sich machen lassen.

Viele junge Leute seien, was die Berufswahl anbelangt, noch unschlüssig, sagte Sozialdezernentin Hechler, »uns war es deshalb wichtig, ihnen in diesem geschützten Bereich Orientierung zu geben und zu vermitteln, dass Hauptschule nichts ist, was belächelt werden sollte«. Hechler geht davon aus, dass der direkte Kontakt mit den Unternehmen den jungen Leuten auch die Schwellenangst nehmen kann. Für den Kreisbeigeordneten Schorr sind kleine, kompakte Informationsangebote für die, die noch nicht wüssten, wo ihre berufliche Zukunft liegen soll, wichtiger als große Ausbildungsmessen.

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