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Alarmstufe eins rückt näher

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Von: Alexander Schneider

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Beim kürzlichen Feuer am Sandplacken mussten die Einsatzkräfte noch lange aktiv bleiben, um ein Wiederentfachen der Flammen zu verhindern.
Beim kürzlichen Feuer am Sandplacken mussten die Einsatzkräfte noch lange aktiv bleiben, um ein Wiederentfachen der Flammen zu verhindern. © saj

Die Waldbrandgefahr steigt an. Das Forstamt Weilrod über mögliche Gefahrenquellen und verschiedene Arten von Bränden.

Weilrod -Noch gilt im Taunus und im Dienstbereich des Forstamtes Weilrod nicht die höchste Waldbrandgefahrenstufe, aber die zweithöchste. Im Forstamt ist man deshalb in großer Sorge, "bis zur höchsten Warnstufe ist es nicht mehr weit, das kann sich von einem Tag auf den anderen ändern", sagt Thomas Götz, stellvertretender Forstamtsleiter.

Um Waldbränden vorzubeugen, führen alle Mitarbeiter des Forstes, die im Wald unterwegs sind, jetzt Feuerlöscher und Feuerpatschen in ihren Fahrzeugen mit, damit sie gerade entstehende kleinere Feuer im Keim ersticken können. Das reicht als Vorsorge aber nicht: "Ab dem nächsten Wochenende werden wir auch Streife fahren", so Götz. Im Wetteraukreis, soweit er zum Forstamtsbezirk gehört, übernimmt das die Feuerwehr, im Usinger Land fahren Mitarbeiter von Hessen Forst durch die Wälder. Götz: "Wir werden uns zunächst auf die Bereiche Winterstein und die Flächen oberhalb des Hessenparks konzentrieren, dort wo der größte Besucherdruck herrscht." An Betretungsverbote werde noch nicht gedacht, mit Erreichen der höchsten Gefahrenstufe könne das aber zur Option werden.

Die Brandlast in den Wäldern ist derzeit enorm hoch. "Dass wir, wenn auch aus anderen Gründen, das vom Borkenkäfer befallene Holz schnellstmöglich aus dem Wald geschafft haben, hilft auch bei der Waldbrandprävention, Totholz ist ein idealer Brandbeschleuniger", erklärt Götz.

Zum Teil liege das Augenmerk der Forstleute darauf, Kronenfeuer zu verhindern, sie seien kaum zu löschen. Die dann wie Fackeln von oben nach unten brennenden Bäume entwickelten eine brandgefährliche Thermik, die die umstehenden Bäume regelrecht explodieren lasse, erläutert Götz das, wovor jeder Feuerwehrmann einen Heidenrespekt hat. Im Fokus behalten werden müssen aber auch die durch die Borkenkäferkalamität entstandenen riesigen entwaldeten Flächen. Bodenfeuer ließen sich zwar gegenüber Bränden im Bestand vergleichsweise leicht löschen. Das Problem, so Götz, trete später zutage: Bei Bodenfeuern, die durch Totholz reichlich Nahrung finden, entstehen ebenfalls enorm hohe Temperaturen, die sich in die oberen Schichten der knochentrockenen Böden hineinfressen und für unterirdische Schwelbrände sorgen, die nicht nur schwer zu bekämpfen sind, sondern auch den noch vorhandenen Humus zerstören. "Da bleibt nur noch mineralisches Material übrig, das auf viele Jahre als Pflanzgrund ausscheidet", warnt Götz.

Waldbrände sind generell von Menschen gemacht. Die Trockenheit und Hitze allein sehen Forstexperten und Forscher als nicht ausreichend für eine Selbstentzündung an. Deshalb werden Götz und seine Kollegen nicht müde, Waldbesucher anzuhalten, extrem vorsichtig zu sein. Auch der Naturpark Taunus warnt vor zu sorglosem Aufenthalt im Wald: "Ergiebige Niederschläge sind vorerst nicht in Sicht. Wir bitten deshalb beim Aufenthalt im Wald um erhöhte Vorsicht", mahnt Uwe Hartmann, Geschäfts-führer des Naturparks.

Dass Rauchen und offenes Feuer, auch an den Grill- und Jugendzeltplätzen des Naturparks, grundsätzlich nicht gestattet ist, ist sicher bekannt. Waldbrandgefahr gehe aber auch von liegen gelassenen Flaschen und Glasscherben und insbesondere entlang von Straßen achtlos aus dem Autofenster geworfenen Zigarettenkippen aus. Darüber hinaus werden Waldbesucher aber auch gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren, damit jederzeit Feuerwehrfahrzeuge passieren können. "Autos dürfen nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden und nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen, da die vom Auspuff ausgehende Wärme das Gras unterm Auto leicht entzünden kann", so Hartmann.

Wer ein Feuer im Wald entdeckt, das er nicht selbst gefahrlos löschen kann, sollte sofort über die 112 die Feuerwehr alarmieren. Zur Lokalisierung der Brandstelle sind auch die Rettungspunkte an zahlreichen Wegmarken sehr hilfreich. VON ALEXANDER SCHNEIDER

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