Mit gebührendem Abstand und einer im Geburtsdatum korrigierten Urkunde verabschiedete Landesleiter Michael Gerst (links) Bernd Müller in den Ruhestand.
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Mit gebührendem Abstand und einer im Geburtsdatum korrigierten Urkunde verabschiedete Landesleiter Michael Gerst (links) Bernd Müller in den Ruhestand.

Weilrods Forstamtsleiter geht in Ruhestand

Bernd Müller hat sieben Jahre lang der Einrichtung seinen Stempel aufgedrückt

  • vonAlexander Schneider
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Der Fachmann und langjährige Weilroder Forstamtsleiter hat eine schwere Aufgabe toll gemeistert und dem Bezirk durch viele Ideen und Pläne neue Strukturen gegeben

Sieben Jahre hat Bernd Müller als Leiter des Forstamts in Weilrod für Hessen Forst den Waldbau für Kommunen und Privatwälder geprägt. Nun ist er ganz offiziell im Ruhestand. "Ihm wird nicht langweilig", versicherte seine Frau Gisela, die ebenso wie die Mitarbeiter, Vorgesetzten, Vertragspartner, ehemalige Mitarbeiter und Freunde zu einer kleinen Feierstunde aufs Schloss Neuweilnau kamen, um den Leiter in eine neue Phase seines Lebens zu verabschieden.

Dabei wäre das vielleicht fast noch schief gegangen, zumindest dann, wenn Müller auf eine neue Urkunde bestanden hätte. Diese ist nämlich notwendig, um den Forstamtsleiter auch ganz formal in den Ruhestand zu entlassen, nur hatten ihn die Aussteller versehentlich zwei Tage jünger gemacht. "Nur mit der Urkunde dürfen sie auch offiziell gehen", betonte Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebes Hessen Forst, aus dessen Händen Müller das wichtige Papier entgegen nahm. Doch die knapp vier Monate "Pensionsprobezeit", haben dem Leiter offenbar gefallen, denn er ging ganz pragmatisch mit der Situation um: "Das reicht, wenn wir das auf der Urkunde ändern", sagte der scheidende Schlossherr lächelnd.

Wie es ist im Ruhestand zu sein, das hatte Müller in der Tat in den letzten Monaten schon einmal ausprobieren dürfen, denn offiziell wäre er bereits vor drei Monaten in den Ruhestand verabschiedet worden. Doch dann kam Corona und aus der Feier wurde nichts. Dafür war der zweite Anlauf mit den geladenen Gästen um so schöner, vor allem aber auch bewegt.

Sieben Jahre mit schweren Aufgaben

Sieben Jahre lang hat Bernd Müller von seinem Amtssitz im Schloss Neuweilnau die Kommunen, Staatswald, den Markwald Griedel und Privatwald betreut. Dabei hatte er zunächst in einer sehr schwierigen Zeit auf den Posten des Leiters gewechselt, erinnerte Michael Gerst an die Anfangszeit. Viele Förster seien damals kurz vor dem Ruhestand gewesen, "Reviere mussten neu zugeschnitten werden", erinnerte sich Müller an die Zeit. Eine umfassende Strukturreform habe er durchgeführt, aber auch ein leistungsfähiges Team zusammengestellt, das er nun an seinen Nachfolger Jörg Deutschländer-Wolff übergab.

Bernd Müller sei ein "geschätzter und integrer Fachmann", sagte Weilrods Bürgermeister Götz Esser (FWG), der im Namen aller Bürgermeister sprach. Auch zwei Beispiele nannte Esser für das nachhaltige Wirken des Forstamtsleiter mit dem Rotwild-Hegekonzept und der Gründung der ersten Holzvermarktungsagentur.

Bhavana Kaiser lobte Müller als einen stets verlässlichen und offenen Gesprächspartner, der es geschafft habe, feste Stellen zu schaffen und damit auch Sicherheit und Planbarkeit. "Keiner weiß, wie der Wald in Zukunft aussehen wird", sagte Kaiser und versprach: "Wir werden nicht aufhören unser Bestes zu geben, damit es auch in Zukunft einen Wald gibt." Dass es dem Wald nicht gut gehe, er ein "Dauerpatient" sei, wie es Müller gerne nennt, wurde an vielen Stellen in den Reden der Festgäste deutlich.

Nachfolger Mut gemacht

Michael Gerst betonte, dass heute zu sehen sei was geschehe, wenn ein System "ins Kippen gerät." Die Auswirkungen des Klimawandels, aber auch die Möglichkeit über den Wald CO² zu binden gebe es, und die Förster seien nun gefordert, neue Lösungen zu finden.

Das sei teilweise schon vor Jahrzehnten mit dem sogenannten "Unterbau von Fichten" geschehen, in dem andere Baumarten unter Fichten gepflanzt wurden. Doch zum Fichtensterben komme nun auch noch das Buchensterben hinzu, wie Müller feststellte.

Deshalb wünschte der scheidende Forstamtsleiter seinem Nachfolger auch Mut für die künftigen Entscheidungen, die noch auf ihn warten. Für Müller gebe es nun andere Aufgaben. Er dankte vor allem seiner Frau Gisela, die ihn in allen Zeiten unterstützt habe und mit der er sich nun auf das Reisen freue. Für seine Hobby, die Jagd und das Angeln gab es neben dem ein oder anderen Tropfen auch Andenken, die ihm die neue Zeit zu Hause verschönern sollen. Tatjana Seibt

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