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Ein Tag für alle, die sich einbringen

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Von: Sabine Neugebauer

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Jochem Coerdts von der Taunus-Sparkasse, Bürgermeister Götz Esser, Erster Beigeordneter Willi Eid, Parlamentsvorsitzender Matthias Rumpf und Markus Franz von der Taunus-Sparkasse (von links) freuen sich über die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde für die Weilroder Bürgerstiftung.
Jochem Coerdts von der Taunus-Sparkasse, Bürgermeister Götz Esser, Erster Beigeordneter Willi Eid, Parlamentsvorsitzender Matthias Rumpf und Markus Franz von der Taunus-Sparkasse (von links) freuen sich über die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde für die Weilroder Bürgerstiftung. © SABINE NEUGEBAUER

Bürgerstiftung ins Leben gerufen und verdiente Helfer ausgezeichnet: Der Ehrenamtstag der Gemeinde Weilrod hatte es in sich.

Weilrod -Der Startschuss ist gefallen. Mit den Unterschriften von Bürgermeister Götz Esser, dem Ersten Beigeordneten Willi Eid (FWG) und Markus Franz, Vorstandsmitglied der Taunus-Sparkasse, unter die Stiftungsurkunde der Bürgerstiftung Unser Weilrod kann jetzt auch das Kuratorium besetzt werden. Am Sonntag beim Ehrenamtsempfang der Gemeinde Weilrod im Bürgerhaus von Emmershausen wurde dieser für die Unterstützung des Ehrenamtes wichtige Schritt getan.

Wie Franz erläuterte, sei die Bürgerstiftung Teil einer Stiftergemeinschaft, in der 91 Stiftungen zusammengefasst seien. Zusammen gebe es elf Millionen Euro Kapital. Nur so könnten etwa drei Prozent jährlich ausgeschüttet werden. Unter den Stiftungen seien neun Bürgerstiftungen, jetzt mit der Weilroder die dritte im Hochtaunuskreis.

Ehrenbriefe und Umweltpreise

„Sie leben von Menschen, Kreativität und Einsatz“, betonte Franz. Mit einer Spende erhöhte er gleich das ursprüngliche Stiftungskapital von 25 000 Euro um 2000 Euro. Und Menschen, die schon in der Vergangenheit Einsatz und Engagement in vielen Bereichen gezeigt hatten, wurden anschließend durch die Verleihung des Weilroder Ehrenbriefs geehrt. Mit Beatrice Heinz, Rebecca Heinz, Katharina Heinz und Peter Heinz erhielten gleich die Mitglieder einer ganzen Familie Ehrenbriefe. „Ohne die Familie Heinz ist das Deutsche Rote Kreuz in Weilrod ziemlich aufgeschmissen“, betonte Esser.

Aus den Reihen der Flüchtlingshilfe wurden Anne Zimmermann und Gabriele Leskow mit dem Ehrenbrief ausgezeichnet. „Ein stiller Held, Ortsvorsteher in Neuweilnau seit ich denken kann“ sei Volker Seel, so der Bürgermeister. Als weiterer Neuweilnauer wurde Christoph Meckel für seine Verdienste in der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet.

Wie Rebecca Heinz, Leskow und Meckel konnte auch Klaus-Jürgen Diehl aus Riedelbach seine Urkunde für seine Verdienste um den Schützenverein Drei Eichen nicht persönlich in Empfang nehmen. Diehl wurde von Jürgen Vollberg vertreten. „Auf dich kann man sich verlassen“, sprach Esser Karlheinz Veidt, den letzten in der Runde der zehn Ehrenbriefempfänger 2022 an und nannte ihn einen stillen Alltagshelden.

Mit dem Umweltpreis der Gemeinde Weilrod für besondere Leistungen im Bereich Umwelt und Naturschutz wurden drei Gruppen bedacht. 400 Euro erhielt die baptistische Pfadfinderschaft, Siedlung Weilrod. Die Kinder und Jugendlichen um Sonia Di Martino-Hafeneger und Günter Hafeneger haben bei der Nistkastenreinigungsaktion im Naturschutzgebiet Riedelbacher Heide mitgewirkt, Nistkästen und Insektenhotels gebaut sowie Samenbomben hergestellt.

Wer sich engagiert, ist glücklicher

100 Euro erhielt die Jägerschaft Rod an der Weil für das Anlegen von Wildwiesen und Wildäckern, was auch Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen zugute kommt. Weitere 100 Euro gingen an die Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod für die Anlage einer naturnahen Hecke am Dorfgemeinschaftshaus und Spielplatz in Riedelbach.

Mit einem Sonderpreis wurde Gültekin Aycil bedacht. Er hatte für die Kinder der Kindertagesstätte Löwenzahn in Riedelbach eine Brücke über selbigen Bach gebaut.

Das ehrenamtliche Engagement dieser Personen wurde auch durch die Anwesenheit zahlreicher Gäste aus den Reihen unterschiedlicher politischer Gremien geehrt: wie Bundestagsabgeordnete Katja Adler (FDP), Landtagsabgeordnete Elke Barth (SPD), Landrat Ulrich Krebs (CDU) und viele mehr. „Unsere wahrhaftige Dankbarkeit kann man gar nicht in Worte fassen“, betonte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Matthias Rumpf (FWG).

„Wer sich ehrenamtlich engagiert, ist glücklicher“, zitierte er Ergebnisse der Wissenschaft. Darum nähmen wohl immerhin 36 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ein Ehrenamt wahr. „Wir können alle stolz auf unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt in Weilrod sein“, betonte auch der Bürgermeister und fügte an: „Den Heldinnen und Helden des Alltags werden wir wohl nie Denkmäler errichten. Ansonsten stünde unsere Gemeinde bald voll mit Denkmälern.“ Er wolle „Denk mal!“ lieber als Aufforderung verstehen, an all die engagierten Bürger zu denken. Dazu gehörten auch alle, die solche Feste ausrichteten und unterstützten wie der Shantychor „Die fidelen Seelüd“, der mit einigen Liedern die Veranstaltung musikalisch umrahmte. VON SABINE NEUGEBAUER

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