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Mit einem großen Luftkissen sicherte die Wehr den im Baum hängenden Gleitschirmflieger.

Verunglückten abgeseilt

Gleitschirmflieger landet im Baum

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Abrupt war der Höhenflug beendet: Was für einen Gleitschirmflieger am Himmel über dem Taunus als Feiertagsausflug begann, endete dank des Einsatzes von Bergwachtrettern und der Feuerwehren Weilrod und Usingen relativ glimpflich.

Bunte Farbtupfer sprenkelten den blauen Herbsthimmel über dem Pferdskopf. Der in Richtung Finsternthal abschüssige Hang am Ortsrand von Treisberg bietet Paraglidern ideale Start- und Landebedingungen. Auch am Tag der Deutschen Einheit warteten Gleitschirmpiloten hier auf den perfekten Moment. Wenn die Luft über die Einströmkanten in die Luftkammern strömt, plustern sich die Gleitschirme auf. Nur noch ein paar Schritte talwärts und die aufsteigende Luft greift unter das Luftkissen. Bei guter Thermik steigen dann die Piloten steil empor.

Für einen Gleitschirmflieger endete der Ausflug am Feiertag dagegen äußerst plötzlich. Er musste gegen 17 Uhr plötzlich eine Notlandung einleiten. Dabei verfing er sich aber in einem Laubbaum. Er hing anschließend hilflos in zehn Meter Höhe fest. „Nach Eingang des Notrufs rückte die Feuerwehr Weilrod aus, da sich die Unfallstelle auf Finsternthaler Gemarkung befand“, teilte dazu Bergwacht-Einsatzleiter Björn Nolting mit.

Als die Einsatzkräfte den Verunglückten in seiner misslichen Situation geortet hatten, war bald klar, dass sie die Unterstützung der Bergwacht benötigen, um den Flieger aus seiner misslichen Lage zu befreien. Bis die Bergwachtretter eintrafen, hatten die Mitglieder der Weilroder Wehr den Piloten zwar bereits mit Hilfe einer Steckleiter erreicht, konnten ihn aber nicht befreien.

Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der in der Baumkrone hängende Mann weiter abstürzen könnte, wurde unterhalb des Baumes ein großes Luftkissen zur Absicherung aufgeblasen, in das er im Falle eines Falles stürzen könnte, ohne sich zu verletzen. „Auch die Drehleiter der Feuerwehr Usingen war an die Unfallstelle beordert worden, allerdings ließen die Geländeverhältnisse eine Aufstellung des Hubrettungsfahrzeuges nicht zu“, schildert Nolting die Lage an der Einsatzstelle.

Zum Glück war der Pilot nicht schwerwiegender verletzt, so dass die weitere Rettung mit ihm abgestimmt werden konnte. Er fing eine Sicherungsleine auf, über die er das Rettungsgerät zu sich aufziehen konnte. Über die Steckleiter und einen Ast erreichte ein in der Baumrettung geschulter Bergwacht-Retter die Baumkrone.

Oberhalb des Verunglückten gelang es dem Retter, die notwendigen Gerätschaften anzubringen. „Nach einer genauen Einweisung gelang es anschließend dem Gleitschirmflieger die Sicherung an seinem Gurtzeug selbst anzulegen“, berichtet der Einsatzleiter der Bergwacht, so dass im Anschluss der Verunglückte durch die Feuerwehr zum Boden abgelassen werden konnte. Damit der Mann während der Rettungsaktion nicht zu stark hin- und herpendelte, wurde er vom Mitgliedern der Bergwacht mittels eines Seils gesichert. Etwa eine halbe Stunde nach Eintreffen der Bergwacht hatte der Gleitschirmflieger wieder festen Boden unter den Füßen.

„Dieser Einsatz zeigt, wie effektiv die verschiedenen Ressourcen der beteiligten Organisationen kombiniert und ergänzend eingebracht werden konnten“, bilanziert Nolting. „Alle beteiligten Einsatz- und Rettungskräfte haben im Ernstfall perfekt Hand in Hand zusammengearbeitet. Die verschiedenen Konzepte der Feuerwehr und der Bergwacht konnten optimal verknüpft werden.“

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