Der Holzverkauf entwickelt sich weit besser als erwartet. Wie sich allerdings das "Buchensterben" nach den Hitzesommern durch "Sonnenbrand" auswirken wird, bleibt abzuwarten.
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Der Holzverkauf entwickelt sich weit besser als erwartet. Wie sich allerdings das "Buchensterben" nach den Hitzesommern durch "Sonnenbrand" auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Hochtaunus

Holzverkauf übertrifft die Erwartungen: Weilrods Einnahmen steigen wieder

  • VonAlexander Schneider
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Der Holzverkauf nimmt wieder zu. Auch die Gewerbesteuer zeigt eine positive Entwicklung.

Weilrod – Der Wald war immer die Spardose von Weilrod, 3300 Hektar Forst waren dank üppiger Erträge ein nachwachsendes finanzielles Ruhekissen. Bis Corona kam und die ohnehin schon gigantische, vom Borkenkäfer und drei Hitzesommern in Folge angerichtete Katastrophe noch verstärkte. Von Etatansätzen oder Ergebnissen im Bereich der Siebenstelligkeit musste man sich bereits vor Jahren verabschieden, und für das laufende Jahr waren die Politiker dem Vorschlag der Förster gefolgt, nur noch 284 000 Euro zu erwarteten, und zu hoffen, dass die auch erreicht werden, wofür sich wegen des aus dem Ruder laufenden globalen Holzhandels aber niemand verbürgen wollte.

Erfreuliche Zahlen

Die Zahlen die Peter Michel, Leiter der Finanzverwaltung im Rathaus, am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss jedoch vorstellte, als es um die Finanzübersicht fürs erste Quartal 2021 ("Q1") ging, ließen die Abgeordneten sich verdutzt die Augen reiben. Bis Ende März waren bereits Holzverkäufe im Wert von 180 000 Euro gebucht und nun, inzwischen ist auch das zweite Quartal schon fast rum, sind es mit 298 000 Euro sogar schon mehr, als es im Ansatz steht. Michel sieht eine robuste Entwicklung am Holzmarkt.

Um wie viel man am Ende über dem Ansatz liegen werde, weiß aber auch er nicht. Bürgermeister Götz Esser (FWG) zerstreute Bedenken, Weilrod könne auch noch die letzten Stammholzreserven schnell zu Geld machen. Nach wie vor lagere viel Holz an den Wegesrändern.

Nach China verkaufe die Holzagentur allerdings kein Holz, wohl aber sogar in den Schwarzwald und in großen Mengen nach Österreich: "Was die damit machen, wissen wir nicht", sagte Esser, der auch auf die argen Hitzeschäden in den Buchenbeständen hinwies. Es gebe auch kaum noch Fichten nach der Käferplage. Dennoch sei der "Buchdrucker in den Restbeständen schon wieder aktiv, was ein zügiges Eingreifen mit der Säge und den sofortigen Verkauf des Holzes erfordere, bevor die Preise wieder sinken.

Holzverkauf in Weilrod senkt den Schuldenstand

Michel nannte in seinem Quartalsbericht noch andere Zahlen. So ist der Schuldenstand pro Einwohner gegenüber dem Vorjahrszeitraum (937 Euro) auf 866,91 Euro gefallen. Der Schuldenstand der Gemeinde schmilzt weiter ab, liegt in "Q1" jetzt bei 5,742 Millionen Euro gegenüber 6,1 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Die Einwohnerzahl hat sich im von 6493 auf 6624 erhöht. Durch das Neubaugebiet "Neuerborn" werde sie 2022 weiter steigen, "Experten gehen für die nächsten Jahre von einem Plus von rund zehn Prozent aus.

Grundsätzlich zeigen die Quartalszahlen, dass Weilrod die Pandemie-Kurve finanziell bekommt und am Ende weniger hart getroffen sein wird, als befürchtet. Ein Blick auf die Gewerbesteuer könnte ein Hinweis darauf sein, ist es aber nicht. Dass von den erwarteten rund 1,6 Millionen Euro bereits Ende März mehr als ein Viertel gebucht war und man Ende Juni wohl bei 1,1 Millionen Euro sein werde, dürfe nicht missverstanden werden, "bitte nicht mal zwei nehmen, so viel wird es nicht", sagte Michel. Die Entwicklung liege allein daran, dass immer mehr Firmen ihre Steuer schon überweisen, kaum dass sie den Bescheid in Händen halten. (Alexander Schneider)

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