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Die "Top Ten" der FWG Weilrod für die Kommunalwahl am 14. März 2021: Mario Lauth, Holger Füßer, Jens Heuser, Rolf Graefe, Markus Hammer, Claudia Mohr, Steffi Rühl, Kim Meinke, Matthias Rumpf und Diana Schöneich (v.li.).

Weilroder FWG geht mit breiter Brust in den Wahlkampf

Kandidatenliste passiert einstimmig die Mitgliederversammlung

  • vonAlexander Schneider
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Wahlkampfstrategie wird wegen der Pandemie umgekrempelt, die Partei setzt nun verstärkt auf die neuen Medien

Die FWG Weilrod startet verjüngt und mit breiter Brust in den Kommunalwahlkampf. Die Freien Wähler haben sich am Freitag zur Verabschiedung der Kandidatenliste im Bürgerhaus Emmershausen getroffen, trotz Corona. "Muss sein, wir machen es aber so kurz wie möglich", sagte FWG-Chef Dr. Markus Hammer, der darauf verwies, dass Listenparteitage nach dem Kommunalwahlgesetz das persönliche Erscheinen der Mitglieder erfordern. Gleichwohl wolle man auf die üblichen Berichte aus Fraktion und Vorstand verzichten und auch die Wahl eines neuen Vorstandes verschieben.

Die rund 40 erschienenen Mitglieder beschlossen auf Antrag Hammers, die Amtszeit des Vorstandes bis längstens September 2021 zu verlängern. Zwei Beisitzer mussten dennoch gewählt werden, die vakanten Positionen wurden mit Monika Sossenheimer und Holger Füßer (beide Oberlauken) nachbesetzt.

Das Personaltableau der FWG für das Gemeindeparlament endet bei Position 30. Die Liste wurde ohne Änderungen einstimmig verabschiedet. Danach zieht die FWG mit dem derzeitigen Parlamentsvorsteher Mario Lauth als Spitzenkandidat ins Rennen um die Wählergunst der Weilroder. Es folgen auf den Plätzen Markus Hammer (2, Rod an der Weil), Neuling Holger Füßer (3, Oberlauken), HFA-Chef Jens Heuser (4, Emmershausen) und Claudia Mohr (5, Riedelbach).

Der Oberlaukener Füßer soll dem langjährigen Fraktionsvorsitzenden Bernd Müller (Ehrenplatz 28) folgen. Müller zieht sich auf eigenen Wunsch nach fast 30 Jahren von der Fraktionsspitze zurück. Die Ehrenplätze 29 und 30 sind mit Noch-Gemeindevorstand Siegfried Meinke (Riedelbach) und Altbürgermeister Hartmut Haibach (Rod an der Weil) besetzt. Müller, Meinke und Haibach, alle drei ohne weitere Mandatsambitionen, sind dort hinten trotz der Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens relativ sicher, nicht nach vorne gewählt zu werden, da nur 27 Namen (das Parlament hat 27 Abgeordnete) auf dem Wahlzettel stehen werden. Wenn alle Stricke reißen, könnten sie jedoch trotzdem nachrücken.

Bleibt die absolute Mehrheit?

Auf den nachfolgenden Plätzen 6 bis 15 gibt es kaum Veränderungen zur jetzigen Parlamentsmannschaft. Neu ist auf Platz 12 Christian Weiß (Rod an der Weil).

Bei der Kommunalwahl 2016 wurde die FWG vom Bürger mit 15 Sitzen ausgestattet, genug für die absolute Mehrheit. Je näher die Wahl rückt, desto häufiger stellt man sich im politischen Weilrod die Frage, ob dieser Coup noch einmal gelingt, "die einen sagen so, die anderen so". Noch ist nicht ausgemacht, ob es beim Politquartett FWG, SPD, CDU, Grüne bleibt, oder ob die AFD erstmals in Weilrod antreten wird, dann könnte es mit der Absoluten Mehrheit schwierig werden. Hammer sieht dafür zwar zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Hinweise.

Er vermied es beim Listenparteitag am Freitag aber auch, das "A-Wort" explizit in den Mund zu nehmen, auch gab er keine prozentuale Zielmarke vor, die die FWG beim Urnengang am 14. März 2021 erreichen sollte. Wichtig sei der FWG im Grunde nur, "weiterhin in der Lage zu bleiben, Weilrod als stärkste politische Kraft federführend gestalten zu können.

Hammer sagte aber auch: "Jede Stimme, jeder Sitz zählen und sind uns willkommen, je mehr Weilroder für uns stimmen, desto besser ist es für Weilrod." Hammer schwor die Mitglieder aber auch auf einen "etwas anderen Wahlkampf" ein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde die Corona-Pandemie auch im März nicht ganz überwunden sein, weshalb die Freien Wähler diesmal mehr auf Haustürwahlkampf, aber auch elektronische Wahlwerbung in den Sozialen Medien setzen werden.

Hammer begrüßte es sehr, dass es dem Wahlausschuss gelungen sei, eine Liste zusammenzustellen, die sowohl auf die Erfahrung vieler altgedienter Abgeordneten setze, als auch auf junge Kräfte mit frischen Ideen.

Beleg für die tiefe Verwurzelung der FWG in der Bevölkerung sei auch, dass genügend Kandidaten für die Ortsbeiräte bereitstehen und man so deren Zustandekommen garantieren könne. Winden war bei der letzten Wahl leer ausgegangen weil es nur zwei Kandidaten gab, aber drei nötig gewesen wären (Lesen Sie dazu auch beistehenden Text).

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