„Emmershäuser Mühle“

Neubaugebiet: Ab Juni rollen die Bagger

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Die ersten Schnurgerüste stehen, der Bagger rollt, und der Baugrund ist bereits geebnet. Der Bebauung des Geländes der „Emmershäuser Mühle“ steht nichts mehr im Wege. Wenn alles klappt, können bereits zum Jahresende die ersten Wohnungen bezogen werden. Der Zeitplan ist sicher sportlich, laut der Bauherrin aber zu schaffen.

Mühle, Gewerkschaftsschulungszentrum, Gemeinschaftsunterkunft und nun also „Wohnen an der Weil“: Es ist nicht die erste Umnutzung der „Emmershäuser Mühle“ (siehe Info-Box), aber wohl die letzte. Die Bauarbeiten haben begonnen. Teile der ehemaligen Bebauung sind bereits abgerissen, Holzlatten und gespannte Schnüre zeigen, wo die künftigen Wohnhäuser stehen werden.

Wie Ivana Nikolic, sie vertritt die Bauherrin Vanessa Eckhardt auf der Baustelle und im dort bereits eingerichteten Verkaufsbüro, bei einem Rundgang erklärt, werden im ersten Bauabschnitt vier Sechsfamilienhäuser und zwei Doppelhäuser mit zusammen 28 Wohnungen entstehen. Baubeginn ist im Juni, wenn alles glatt läuft, wovon Eckhardt und Nikolic aber ausgehen, sollen die ersten Bewohner noch in diesem Jahr einziehen können. Das Mühlengebäude wird außen und auch innen dem Denkmalschutz entsprechend energetisch saniert und mit modernem Wohnstandard ausgerüstet. Hier sollen weitere sechs kleinere Wohnungen entstehen.

Das zum alten Mühlenensemble gehörende Gelände ist mit 34 000 Quadratmetern riesig. Im ersten Abschnitt werden knapp 10 000 Quadratmeter bebaut, für weitere 14 000 gibt es bereits eine positiv beschiedene Bauoption, die je nach Bedarf mittel- oder langfristig gezogen werden kann. Damit bleiben immer noch 10 000 Quadratmeter Grünland übrig, für die keine Bebauung vorgesehen ist. Interesse am „Wohnen an der Weil“, so steht es auf dem Baustellenschild, gibt es bereits: „Ein Investor will ein komplettes Sechsfamilienhaus kaufen“, ist Ivana Nikolic optimistisch. „Offenbar fehlt im Hochtaunus Wohnraum, die Leute kommen nicht nur aus Weilrod“, sagt sie.

Gebaut wird auf energetisch hohem Niveau, KFW 55 ist Standard. Das heißt: Bezogen auf ein nach der Energieeinsparverordnung errechnetes Referenzgebäude benötigt ein KFW-55-Haus nur 55 Prozent des Referenzenergiebedarfs. Die nicht unterkellerten Mehrfamilienhäuser werden barrierefrei sein und durch Aufzüge, deren Fundamente bereits im Bau sind, erschlossen, geparkt wird im Erdgeschoss, wo auch die Wasch- und Vorratsräume liegen.

Die Wohnungen, zwischen 60 und 80 Quadratmeter groß, befinden sich im ersten Obergeschoss und im ausgebauten Dach. Tragende Innenwände gibt es nicht, sie können je nach Bedarf der Käufer positioniert werden, „wer möchte, kann auch zwei Wohnungen miteinander verbinden, nur die Bäder und Toiletten sind nicht zu verschieben“, sagt Nikolic. Geheizt werden die Häuser mit jeweils separaten Luft-Wasser-Wärmepumpen.

Auf dem Gelände wäre noch Platz für eine Photovoltaikanlage zur ökologischen Hausstromversorgung, ob die gebaut wird, hänge aber von der Entwicklung der Einspeisevergütung ab, hieß es. Fest eingeplant sind jedoch eine „E-Tankstelle“ sowie ein gemeinsamer Autowaschplatz mit Fettabscheider.

Die Höhenentwicklung der Gebäude entspricht den noch stehenden Häusern, Firsthöhe 10,50 Meter.

Eine Auflage der Baubehörde war, die alte Mühle dem Denkmalschutz entsprechend zu erhalten und zu sanieren. Das eher schlichte Konstruktionsfachwerk ist nach den Worten des Bauleiters noch gut, auch die Gefache müssen wohl nicht erneuert werden. Allerdings verlangt der Denkmalschutz neue Holzfenster. Die Mühle hat davon sehr viele. Auch im Inneren gibt es einige uralte Deckenbalken, die auf jeden Fall erhalten werden müssen, was auch für das alte Holztreppenhaus gilt.

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