Weilroder Schulen

Politiker begutachten Hol- und Bringzonen für Schüler

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Das Parlament hat in der letzten Sitzung beschlossen, die Einrichtung von Hol- und Bringzonen an den Weilroder Schulen zu prüfen. Zwei, in Riedelbach und Rod, hat sich der Zukunftsausschuss jetzt angesehen. Fazit: Für die Kinder sicher kein Problem, aber: Hoffentlich ist es den Eltern nicht zu weit!

Am Lehrerparkplatz unterhalb der Riedelbacher Grundschule „Am Sommerberg“ soll nach einem einstimmigen Beschluss des Zukunftsausschusses eine Hol- und Bringzone für Eltern beziehungsweise deren Kinder eingerichtet werden. Der Gemeindevorstand wurde beauftragt, alles Nötige in die Wege zu leiten. Auch in Rod an der Weil soll es eine solche Zone geben, der Ausschuss befand die parallel zur Weilstraße verlaufende Stichstraße zur Grünecke als die sinnvollste Lösung.

Der Hintergrund des im Parlament von der FWG eingebrachten Prüfantrages ist klar: Schon die heutigen Grundschüler leiden unter Bewegungsmangel. Studien belegen, dass die noch vor ein paar Jahren von Grundschülern in einer bestimmten Zeit zu Fuß zurückgelegte Strecke bis heute rasant zurückgegangen ist. Der unter anderem vom ADAC, aber auch von Krankenkassen und Gesundheitsverbänden mit Hol- und Bringzonen verfolgte Zweck: Die Schüler sollen wenigstens zweimal am Tag, mindestens 200 bis 300 Meter laufen. Das wäre bei den vom Ausschuss bei der Begehung ins Auge gefassten Stellen in Riedelbach und Rod der Fall. In Riedelbach ist der für den sicheren Weg zur Schule nötige Bürgersteig entlang der „Talaue“ bereits vorhanden, in Rod größtenteils, ein kleines Stück zwischen Grünecke und Weilstraße muss noch angelegt werden.

Der Ausschuss sieht aber noch weitere gravierende Vorteile einer solchen Lösung: Der „Mama-Stau“ (Claudia Mohr, FWG), der mittags beim Abholen wegen der kaum zu vermeidenden Wartezeiten länger sei, wäre kürzer. Die Kinder wären, im Fall der Roder Grundschule „Im Weiltal“ aber auch sicherer unterwegs, wie Dorothea Demandt (FWG) anmerkte. Sie ist Grundschullehrerin und weiß, was morgens am Parkplatz „los ist“, unter anderem weil viele Eltern verbotenerweise über den „Promilleweg“ zwischen Gemünden und Rod kommen, und das nicht gerade langsam. Elke Dielmann (CDU) sieht die Zonen ebenfalls positiv, befürchtet aber, wie auch die Kollegen Volker Fink (FWG) und Armin Klimmek (SPD), dass sich viele Eltern trotz des konsequenter Weise einzurichtenden „absoluten Halteverbots“ nicht daran halten werden. Diese Parksünder müssten dann aber „rigoros aufgeschrieben werden“, forderte Elke Dielmann bei dem Rundgang.

Der Ausschuss hat die Strecke in Rod zu Fuß probehalber in jeweils nicht einmal fünf Minuten zurückgelegt und kam zu der Auffassung, „dass das absolut zumutbar ist“ (Bürgermeister Götz Esser [FWG]). Jetzt komme es darauf an, der Idee eine Chance zu geben. Eva Jäger (Grüne) setzt dabei auf die erzieherische Wirkung, nicht der Eltern auf ihre Kinder, sondern umgekehrt: „Kinder haben einen starken Einfluss auf ihre Eltern.“

Bei den Kindern gehe es nämlich nicht nur um den Gesundheits- und Verkehrseffekt, sondern auch um Kommunikation. „Haste Mathe, kriegst auch Deutsch von mir . . .“ – wenn Kinder bis ans Schultor gefahren werden, gibt es diese Form des Gedankenaustauschs nämlich nicht.

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