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Der Natur- und Waldtag in Niederlauken wurde gut angenommen. Er war Teil der Interkulturellen Woche.

Weilrod

So war der Waldtag der Interkulturellen Woche

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Großes Gewimmel, großer Spaß, großartige Erlebnisse – beim 1. Weilroder Sport- und Waldtag im Rahmen der Interkulturellen Woche herrschte ein babylonisches Stimmengewirr – mit dem Unterschied, dass man sich trotzdem verstand, wenn auch nicht mit Worten, dafür aber mit den Augen und dem Herz . . .

„Das ist ja der Wahnsinn . . .“ – viel mehr brachte Kathrin Ehrmann am Ende des 1. Weilroder Sport- und Waldtages in Niederlauken vor lauter Begeisterung nicht heraus. Ehrmann arbeitet für das Diakonische Werk Hochtaunus und leitet das „Familienzentrum Weilrod“. Den Aktionstag im Rahmen der Interkulturellen Woche (noch bis 28. September) zu veranstalten, war Ehrmanns Idee. Sie ist aufgegangen. Bei spätsommerlichem Bilderbuchwetter hatten rund 120 Besucher, darunter sehr viele Flüchtlingsfamilien, am Jugendzeltplatz Kammerforst bei einem Fest der ungezwungenen Integration zusammengefunden.

Auf sie wartete ein abwechslungsreiches Sport- und naturpädagogisches Programm. Gemeindejugendpfleger Matias Ghaznavi hatte rund 20 Kinder verschiedenster Herkunft zum Geocashing um sich geschart. Sechs Stationen galt es dabei im Wald mit Hilfe kleiner, einem Handy ähnelnden Geräte durch die Eingabe der genauen Koordinaten aufzuspüren. An der letzten Station fand sich dann nach rund zwei Stunden und gut versteckt im Unterholz der „Geocash“, eine riesige Kiste mit Süßigkeiten.

Gleichzeitig war die Waldpädagogin des Forstamtes Weilrod, Bhavana Kaiser, mit einer anderen Gruppe zu einer Walderkundung aufgebrochen. Sie hatte dazu auch ein großes Bettlaken mit aufgemalten Waldmotiven und den Tieren des Waldes dabei, auf deren Spuren sich die Gruppe unter ihrer Anleitung setzte. Gleich zu Beginn des Festes hatten über 30 Wanderer, hauptsächlich Senioren, aber auch einige Flüchtlinge und Kinder, für eine etwa zweistündige Wanderung zur Erdfunkstelle die Wanderschuhe geschnürt. Der Ausflug durch den sich schon herbstlich färbenden Wald gab natürlich reichlich Gelegenheit zur Völkerverständigung. Schließlich stießen auch noch die Pfadfinder „Wölflinge“ dazu.

Zum Abschluss des Erlebnistages standen sich dann auf dem Sportplatz der SG Niederlauken vier Fußballteams in bunter Zusammensetzung gegenüber. In der Altersklasse U 9 zogen die Mädels, „Champions“, die „Monster“ (Jungs) gnadenlos 2:1 ab, die beiden „international Allstar-Teams“ trennten sich in der Klasse U 14 2:2.

Wer nicht gerade im Wald unterwegs war, saß bei einer fast schon zu warmen Spätsommersonne beieinander, redete „mit Händen und Füßen“ und genoss das Kuchenbüffet. Und als wäre das noch nicht opulent genug gewesen, gingen Frauen mit Tabletts voller süßer und leckerer Köstlichkeiten aus ihrer Heimat durch die Reihen.

Kathrin Ehrmann kam aus dem Staunen nicht heraus. „Das sind ja doppelt so viel Besucher als ich gehofft hatte“, sagte sie vom Erfolg überwältigt und dankte allen, die dazu beigetragen haben. Das waren unter anderem der Weilroder Seniorenbeirat, die Gemündener Landfrauen, das DRK, die Flüchtlingshilfe Weilrod, der Jugendhilfeverein Weilrod, die SG Niederlauken, der Naturpark Taunus und der Hochtaunuskreis mit seiner Leitstelle Integration.

Stefanie Limberg, Leiterin des Diakonischen Werks Hochtaunus, sah in dem Aktionstag ein „Fest der Annäherung, des sich über Ländergrenzen hinweg gegenseitigen Wahrnehmens“, aber auch der Naturpädagogik: „Viele Flüchtlingskinder kennen aus ihrer Heimat gar keine Wälder und können nun erleben, dass der Wald nichts bedrohliches an sich hat“, sagte sie. Annette Goy leitet die Integrationsstelle beim Kreis und nannte dem Walderlebnistag, für den die Organisatoren „ins kalte Wasser gesprungen“ seien, ein „sehr mutiges Experiment“, das auf phantastische Weise gelungen sei.

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