tzd_Weihnachtskonzerte_as_2
+
Ob der Posaunenchor unter Paul-Achim Uhrig in diesem Jahr beim traditionellen Adventskonzert in der Roder Kirche auftreten darf, steht noch nicht fest.

Weihnachten ohne Musik

Weilrod: Es ist still geworden um die Sänger

  • vonAlexander Schneider
    schließen

Vereine haben keine Weihnachtsauftritte, manche proben wenigstens

In der evangelischen Kirche Rod an der Weil soll es wie gewohnt am zweiten Adventssonntag ab 17 Uhr ein vorweihnachtliches musikalisches Ereignis geben, wie Armin Hasselbächer von der Kirchengemeinde sagt. "Es wird irgendetwas geben, was genau, wissen wir noch nicht."

Unklar ist demnach, ob bis dahin wieder in geschlossenen Räumen gesungen werden darf und wenn ja mit wie vielen Sängern. Noch fraglicher sei, ob es wie in der Vergangenheit auch im Corona-Jahr einen Auftritt des Posaunenchors unter Paul-Achim Uhrig geben wird, "die Abstandsregeln sind da wegen der Aerosole noch strenger als beim Singen", sagt Hasselbächer.

Betrieb wird eventuell ganz eingestellt

Möglicherweise werde es aber Solo-Auftritte geben, und: "Sollten alle Stricke reißen, haben wir immer noch unsere Orgel, die ist absolut Corona-sicher", schmunzelt Hasselbächer mit Galgenhumor. 40 Besucher können Zutritt erhalten, sonst wären es über 120, die Empore nicht einmal mitgerechnet.

In der Weihnachtszeit nichts hören wird man vom Roder Chor Cantar a una, einer Untergruppe der Roder Sängervereinigung, die den Gesangsbetrieb eingestellt hat. Cantar a una probt zwar wieder mittwochs im Felsenkeller von 19 bis 20 Uhr, plant für den Advent aber keine Auftritte, sondern denkt sogar daran, sich zum Jahresende wegen Sängermangels ganz aufzulösen. "Bestenfalls sind wir noch zehn, das ist nicht besonders viel, wobei die Älteren aus Sorge, sich vielleicht anzustecken, schon wegbleiben", sagt Carola Mörsch. Man probe zwar, Chorsingen gehe aber anders als mit drei Metern Abstand, "das ist schon eher Solosingen", sagt sie.

Verstummt ist öffentlicher Gesang auch in der Sängerhochburg Hasselbach. Der Männergesangverein Eintracht ruht, jedenfalls was das Singen anbelangt. "Wir haben weder einen Übungsraum noch einen Dirigenten, und wenn wir ehrlich sind, haben einige unserer älteren Sänger nach dem Corona-Lockdown auch keine Lust mehr. Ob die wiederkommen, wenn's mal wieder geht, wissen wir nicht", sagt Sängerpräses Edgar Bargon.

Auswärtige Vereine verstärken

In der Alten Schule könnte zwar theoretisch gesungen werden, bei zehn Quadratmeter pro Sänger und fünf Metern Abstand zum Dirigenten habe das mit Chorgesang aber nur noch am Rande etwas zu tun. Es gebe zwar das Angebot der Gemeinde, im Felsenkeller zu singen, ohne Klavier gehe das aber schlecht. Bargon selbst ist des Singens jedoch nicht müde, er singt auswärts und verstärkt den Sängerkreis Haintchen, "die brauchen noch Männerstimmen".

Sehr still geworden ist es auch um den Liederkranz. "Konzerte, Gastauftritte und Ständchen sind für dieses Jahr leider alle nicht umsetzbar", bedauert Michael Sommer, zweiter Vorsitzender. Um bei Stimme zu bleiben, werde wenigstens wieder geprobt, "im Kulturforum ist Platz, mehr als 19 Sänger können aber nicht rein, das ist nicht einmal ganz die Hälfte unseres Chors", so Sommer. Wenn mehr Sänger kommen, müssen die draußen bleiben. "Das alles fördert nicht die Geselligkeit im Verein", sagt Sommer.

Wieder am Proben ist auch der Hasselbacher Frauensingkreis, der sich wieder wöchentlich, ebenfalls im Kulturforum, trifft: "Eine halbe Stunde singen, dann eine Viertelstunde lüften und dann noch mal eine halbe Stunde, mehr ist es nicht", sagt die Vorsitzende Manuela Lißmann.

Für den Advent sei nichts geplant gewesen, ergo müsse auch nichts abgesagt werden, so Lißmann. Bisher war der Frauensingkreis häufig zu Adventsfeiern eingeladen worden, dieses Jahr gebe es solche Einladungen aber nicht. von Alexander Schneider

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare