Entlang des Energielehrpfades durch den Windpark Weilrod zieht sich eine Spur der Verwüstung. Viele Erläuterungstafeln wurden abgerissen, und auch die Informationen über das Leben des Eisbärs liegen zertrümmert am Boden.
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Entlang des Energielehrpfades durch den Windpark Weilrod zieht sich eine Spur der Verwüstung. Viele Erläuterungstafeln wurden abgerissen, und auch die Informationen über das Leben des Eisbärs liegen zertrümmert am Boden.

Rätselraten über Täter

Sinnlose Zerstörungswut in Weilrod: Vandalen wüten am Erlebnispfad

  • vonAlexander Schneider
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Unbekannte Vandalen hinterlassen eine Spur der Verwüstung in Weilrod: Der Bürgermeister ist entsetzt: „So schlimm wie jetzt war es noch nie.“

  • Energie-Erlebnis-Pfad in Weilrod mutwillig zerstört
  • Bürgermeister entsetzt über Ausmaß der Zerstörung
  • Täter sollen zur Rechenschaft gezogen werden

Weilrod - Bislang unbekannte Vandalen haben in jüngster Zeit erneut etliche Stationen des durch den Windpark Weilrods führenden Energie-Erlebnis-Pfades mutwillig zerstört, Erläuterungstafeln abgerissen oder unlesbar gemacht. Windpark-Ranger Stefan Bommersheim sind die jüngsten Schäden vor wenigen Tagen bei einem Rundgang aufgefallen.

Er hat die Windparkbetreibergesellschaft Abo Wind sowie Bürgermeister Götz Esser (FWG) informiert. „Solche Vorfälle sind nicht ganz neu, Vandalismus gab es auch in der Vergangenheit immer mal wieder, aber so schlimm wie jetzt war es noch nie“, sagte Esser und zeigt sich entsetzt „über so viel Borniertheit“.

Auch er habe mit Abo Wind telefoniert, um das weitere Vorgehen zu besprechen: „Man kümmert sich jetzt erst einmal darum und beseitigt die gröbsten Schäden, arbeitet aber bereits an einem Konzept, wie man den Energie-Erlebnis-Pfad künftig vandalensicherer machen kann“, berichtet Esser aus dem Gespräch.

Abo Wind hat den Lehrpfad nach Inbetriebnahme der sieben Windräder 2015 mit einem Kostenaufwand von weit über 200.000 Euro angelegt. Es sollte ein kleiner Ausgleich für die während der Bauzeit der Windräder erlittenen Unannehmlichkeiten sein, aber auch eine natur- und energiepolitische Stellungnahme für diese Art der Energiegewinnung, hieß es damals.

Windpark in Weilrod: Bürgermeister verärgert

Entlang des Energie-Lehrpfades wurden kindgerechte und selbsterklärende Schautafeln, Spiel- und Quizstationen aufgebaut, Höhepunkt ist als letzte Station ein kleines Wind-Wasser-Kraftwerk mit Selbstbedienung. Die fünf Kilometer lange Tour bietet Informationen zur Geschichte der Energienutzung und Unterhaltung rund ums Thema Energie für die ganze Familie, auch in Gestalt eines aus einem Baumstamm geschnitzten lebensgroßen Eisbären.

Die Tour soll ins Bewusstsein rücken, wie eng Energieerzeugung und Wohlstand zusammenhängen, welche Probleme für die Umwelt das mit sich bringt und welche bedeutende Rolle die Energiewende bei der Lösung des Dilemmas spielt. Bürgermeister Esser ist deshalb umso mehr verärgert, „dass es immer wieder Zeitgenossen gibt, die solche Initiativen und wertvollen Denkansätze mit Füßen treten“. 

Wenn sich die junge Generation, gerade Kindergartengruppen und Schulklassen, längst nicht nur aus Weilrod, in einer so anschaulichen Art und Weise mit dem Thema regenerative Energien wie die Windkraft befassten, dürfe ihnen nicht vor Augen geführt werden, dass es Menschen gibt, denen es offenbar Spaß macht, Zerstörung anzurichten.

Windpark in Weilrod: Esser will Täter zur Rechenschaft ziehen

Dabei glaubt Esser nicht einmal, dass es sich bei den Tätern um Windkraftgegner handelt: „Ich gehe eher davon aus, dass denen in Zeiten von Corona langweilig ist und dass sie ihren Frust ausleben wollen. Mit einer anderen Auffassung von Energiepolitik hat das nichts zu tun, eher mit Dummheit“, sagt Esser, der alles daran setzen will, die Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Energie-Erlebnis-Pfad ist für seinen pädagogischen Ansatz vom Regionalverband Frankfurt Rhein-Main als vorbildliches Energiewendeprojekt ausgezeichnet worden. Der Verband hat dem Projekt sogar einen vier Minuten langen Film gewidmet. 

Alexander Schneider

Christian Zander vom Bauhof hat viel Zeit und Arbeit in ein Projekt gesteckt, um die 1976 gebaute Kneipp-Anlage in Weilrod für Bürger in Ordnung zu bringen.

Archäologen graben weitere Teile der Kirchenruine Landstein in Weilrod aus: Ein zweiter Chorraum und weitere Grundmauern gehören zu den neuesten Fundstücken am Grabungsort der Archäologen.  

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