So beschaulich wie hier bei Winden nahe der Utenhof-Kreuzung geht es beim Autofreien Weiltalsonntag nicht überall zu. Deshalb haben sich die Organisatoren der Veranstaltung entschlossen, diese auch für dieses Jahr abzusagen.
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So beschaulich wie hier bei Winden nahe der Utenhof-Kreuzung geht es beim Autofreien Weiltalsonntag nicht überall zu. Deshalb haben sich die Organisatoren der Veranstaltung entschlossen, diese auch für dieses Jahr abzusagen.

Usinger Land

Weiltalsonntag fällt auch 2021 aus

  • vonAlexander Schneider
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Absage der Traditionsveranstaltung im Usinger Land wegen der aktuellen Corona-Situation - Veranstalter: Rund 18 000 Menschen sind nicht zu kontrollieren

Nach der Absage des "Autofreien Weiltalsonntags" wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr hatten die Verwaltungsspitzen in Weilrod, Weinbach, Weilmünster und Weilburg versprochen, die 17. Neuauflage der Veranstaltung auf 2021 zu verschieben. Die Zeit wolle man nutzen, das Konzept der Veranstaltung zu überprüfen, es zu modernisieren und an das sich permanent ändernde Freizeitverhalten anzupassen. Sie können sich Zeit damit lassen, denn auch in diesem Jahr wird es keinen Weiltalsonntag geben.

In einer Videokonferenz am Dienstag haben sich die Bürgermeister Götz Esser (Weilrod, FWG), Mario Koschel (Weilmünster, parteilos) und Johannes Hanisch (Weilburg, CDU) darauf verständigt, die traditionell am ersten Sonntag im August geplante Veranstaltung abzusagen.

Die Entscheidung ist auch mit Weinbachs Bürgermeisterin Britta Löhr (parteilos) abgestimmt. Involviert sind ferner die in die Organisation eingebundene Geschäftsführerin des Taunus Touristik Service (TTS), Daniela Krebs, sowie Lars Wittmaak, Projektleiter Tourismus im Landkreis Limburg-Weilburg.

Teilnehmer kommen sich zum Teil sehr nah

Die Inzidenzwerte in den Landkreisen Hochtaunus und Limburg-Weilburg seien zwar fallend und bewegten sich seit Tagen auf sehr niedrigem Niveau, trotzdem sei die Lage aber noch zu fragil, als dass man es riskieren könne, so viele Menschen gemeinsam auf die Straße zu bringen, hieß es im Anschluss an die Besprechung. "Da sind in der Regel 18 000 Menschen unterwegs, die sich an der einen oder anderen Stelle des Streckenverlaufes auch sehr nahe kommen können und auch sollen. Die Kommunikation an den Start- und Endpunkten der Route durchs Weiltal und an den Verpflegungsständen ist Teil des Programms, der Weiltalsonntag lebt von der Gemeinschaft", sagte Bürgermeister Götz Esser. Sein Weilburger Kollege Johannes Hanisch ergänzt: "Gerade die Gastro- und Spielstationen machen das besondere Flair dieser Veranstaltung aus."

Man habe sich die Entscheidung, den Autofreien Weiltalsonntag nun schon zum zweiten Mal infolge der Corona-Pandemie abzusagen, sehr schwer gemacht, erklärt Weilmünsters Verwaltungschef Mario Koschel. Anders als in geschlossenen Räumen gebe es auf der freien Strecke aber kaum Möglichkeiten, Hygieneregeln anzuordnen und sie auch zu kontrollieren, zumal die Strecke auch noch durch zwei Landkreise mit unterschiedlich hohen Inzidenzwerten führe.

Absage ist für Vereine besonders schlimm

Die Sicherheit und Gesundheit der Teilnehmer gehe vor, könne aber nicht in dem Maße gewährleistet werden wie es nötig sei, so die gemeinsame Stellungnahme der drei Weiltal-Rathauschefs. Die vier Bürgermeister sehen in der erneuten Absage der Traditionsveranstaltung die schmerzliche Konsequenz aus der nach wie vor nicht bewältigten Corona-Pandemie.

Alle Hoffnungen darauf, dass im Sommer 2021 wieder zur Normalität zurückgekehrt werden könne, hätten sich mit der dritten, zum Glück immerhin abebbenden Welle zerschlagen. Man habe entschieden, den Autofreien Weiltalsonntag frühzeitig abzusagen, damit sich die teilnehmenden Vereine und Organisationen gar nicht erst in die Vorbereitungsarbeit stürzen.

Esser sagte, als Veranstalter habe man habe dabei nicht nur die Besucher aus der ganzen Region im Blick, sondern auch die zahlreichen Vereine, die für deren Wohlbefinden mit Speisen, Getränken und ungezwungenen Sport- sowie Spielangeboten sorgten. Für sie sei die erneute Absage natürlich besonders schlimm, da bei den meisten ein großer Teil der Vereins- und Jugendarbeit über Einnahmen aus dem Weiltalsonntag finanziert werde. Von Alexander Schneider

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