Das wird keine Kaffeefahrt

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Weilrod wird zum Motorsport-Mekka: Am Samstag startet in Riedelbach die „1. Hochtaunus-Rallye Weilrod“: Drei kompakte Wertungsprüfungen mit „haarigen“ Kurven bieten Fahrern und Zuschauern Spaß pur. Die Taunus Zeitung war bei einer Abstimmungsrunde Beifahrer von Chef-Organisator Norbert Schneider, im VW-Bus zwar nur, aber das reichte für einen ersten Eindruck – „Bitte festhalten!“

„Da geht einem Rallye-Fahrer das Herz auf“, freut sich Norbert Schneider, Cheforganisator der „1. Hochtaunus-Rallye Weilrod“, als er, mit der TZ an Bord, in seinem VW-Bus über eine Schotterpiste irgendwo zwischen Neuweilnau und Cratzenbach, einem Abschnitt der zweiten von drei Wertungsprüfungen, brettert. Wenig später, auf der Riedelbacher „WP“ – rechts ein Blick über sonnengegerbte Felder bis hinauf zum Feldberg, links der Segelflugplatz – meint er eher beiläufig, dass man es mit dem richtigen Auto hier locker auf „200 Sachen“ schafft.

Allerdings sei das nicht Ziel der Rallye, deshalb werden hier auch noch „Schikanen“ aufgebaut, damit die Piloten rechtzeitig den Gasfuß lupfen: „Schnell kann jeder, uns geht es um die Beherrschung des Autos und um Geschicklichkeit“, sagt Schneider, der auch gerne schnell fährt, schon oft auf dem Treppchen stand, aber immer mit dem nötigen Respekt ins Cockpit steigt. Allerdings kennt er auch den einen oder anderen Trick. So hat er einmal nur für eine Rallye in Rheinland-Pfalz seinen Wohnsitz dorthin verlegt, um bei der Landesmeisterschaft teilnehmen und, das war der Clou, sogar siegen zu können.

Bei der Ausarbeitung der Strecke für die Hochtaunus-Rallye am Wochenende gab es keinerlei Tricks: „Wir haben frühzeitig mit allen Beteiligten, der Gemeinde, den Bauern, den Jagdgenossen, dem Forst und der Naturschutzbehörde, beisammen gesessen und so die Rallye auf Kurs gebracht“, erzählt Schneider. Dabei hätten auch Kompromisse geschlossen werden müssen. Das sei aber stets einvernehmlich geschehen und habe die Rallye keineswegs zu einer „Kaffeefahrt“ werden lassen. Im Gegenteil, die Anforderungen ans fahrende und lotsende Personal sind enorm und dem 4. Lauf zur Deutschen Amateurmeisterschaft, als der die Rallye gewertet wird, würdig.

Die Rallye, die die bisherige „Buchfinkenrallye“ ablöst, soll fest in Weilrod etabliert werden, unter dem neuen Namen „Hochtaunusrallye Weilrod“. Auch 2019 soll es in Weilrod rundgehen. Sich als Fahrer die Strecke zu merken, ist zweckfrei: „Es werden natürlich andere Kurse sein, schon um die Natur zu schonen, aber auch um den Reiz zu erhalten“, sagt Schneider.

Die Gastgeber hoffen auf eine gute Beteiligung. 80 Teams, darunter auch Weltmeisterschaftsteilnehmer Urs Hunziger (Schweiz) in seinem 300 PS-Mini WRC, haben bereits Nennungen abgegeben. „Es muss nichts übrig bleiben, aber gut 100 Starter sollten es schon werden, damit unsere Kosten gedeckt sind“, sagt Schneider und verweist auf den 15 000 Euro-Etat der Rallye. Darin sind auch Kosten für die Wiederherstellung der Wege enthalten. „Hoffentlich kommen wir damit aus, bei früheren Rallyes haben wir am Ende auch schon mal 4000 Euro draufgelegt“, so der Rallye-Chef.

Mit seinem Orga-Team steht er in diesen Tagen permanent in Kontakt. In der Zentrale im alten Riedelbacher Rathaus, dem Clubheim des MSC, geht das Licht derzeit auch erst spät aus. Der Einsatz von 250 Helfern, darunter allein 150 speziell geschulte Streckenposten, will minutiös koordiniert sein. „Alle Riedelbacher Vereine helfen mit, tolle Sache“, schwärmt Schneider von der großen Kameradschaft im Dorf. Auch technisch gilt es einiges vorzubereiten. Die Streckenposten müssen untereinander, aber auch mit der Rallyeleitung, kommunizieren können. Das geschieht größtenteils per Funk, wobei sogar eine eigene Relaisstation zur Überbrückung von Funklöchern irgendwo mitten im Wald positioniert werden wird. Die Feuerwehr ist in Bereitschaft, ebenso das DRK sowie ein Notarzt. Auch das Usinger Krankenhaus wurde vorsorglich eingebunden. „In der Hoffnung, dass wir das alles nicht brauchen.“

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