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Wenn die Fotovoltaikanlage brennt

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ualoka_kat2_040522_4c © Andreas Romahn

Grävenwiesbach-Naunstadt . Spaziergänger am Friedhof Naunstadt auf dem Weg ins freie Feld drehten sich am Freitag aufgeschreckt um, als das erste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Naunstadt um 18 Uhr mit Blaulicht und Martinshorn den Feldweg hinauffuhr. Gott sei Dank gab es keinen Feldbrand im Frühjahr, sondern es fand die erste Katastrophenschutzübung der Grävenwiesbacher Feuerwehren nach zwei Jahren Corona-Pandemie statt.

35 Einsatzkräfte der Feuerwehren Grävenwiesbach, Naunstadt und Mönstadt übten am Dorfrand das Szenario des Brandes eines Daches mit Fotovoltaikanlage.

Die Naunstädter Wehr war als erste unter der Leitung von Wehrführer Lars Müller am Einsatzort der Bio-Imkerei Kramer, um den gemeldeten Dachbrand zu bekämpfen. Katastrophenschutz-Übungen dienen grundsätzlich dem Test der Zusammenarbeit mehrerer Ortsteil-Wehren, welche für den Einsatzerfolg zwingend erforderlich ist.

Problem Löschwasser

Katastrophenschutzzugführer Achim Pauls hatte ein besonderes Szenario ausgearbeitet, in dem die Wehr Naunstadt, weil sie über kein Wasser führendes Fahrzeug verfügt, als Ersthelfer die Menschenrettung und den Aufbau einer Löschwasserversorgung übernahm. Ihre große Herausforderung war der Aufbau einer 140 Meter langen Schlauchleitung von der Bio-Imkerei bis zum nächsten Hydranten am Sportplatz.

Unterstützung kam schnell von den Kameraden aus Mönstadt, die mit 1000 Liter Löschwasser auf ihrem Fahrzeug sofort zur Brandbekämpfung vorgingen. Die Atemschutzgeräteträger Steffen Rinker und Victor Theis rückten mit dem Strahlrohr aus, während die Kollegen die Praktikantin Lisa aus dem Gebäude der Imkerei retteten.

Auf Nachfrage hatte Imker Andreas Kramer Einsatzleiter Müller über besondere Umstände informiert. Die Löschwasserversorgung führte über eine Pferdekoppel mit Elektrozaun und in der Nähe befanden sich noch Bienenstöcke der Imkerei. Die möglichen Reaktionen der Tiere - die Pferde waren vor der Übung von der Koppel genommen worden - wurden in das Übungsszenario einbezogen. Es galt, Abstand zu freiliegenden Kabeln der Fotovoltaikanlage zu halten, die 1000 Volt Gleichstrom führen. Das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Grävenwiesbach unter Führung von Abschnittsleiter Marius Herrmann übernahm mit Pendelfahrten den weiteren Aufbau der Wasserversorgung durch das Befüllen eines 3000 Liter fassenden Faltbehälters.

Pauls zog eine zufriedene Bilanz der ersten Kat-Übung nach mehr als zweieinhalb Jahren Corona-Pause: »Es lief reibungslos, konzentriert und zugleich effektiv, harmonisch. Nur die Aufstellung der Fahrzeuge am Einsatzort hätte besser laufen können.«

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ualoka_kat2_040522_1_4c © Andreas Romahn
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ualoka_kat4_040522_4c © Andreas Romahn

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